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Paket-Verlust - Hermes verweigert Erstattung, Käufer will Geld zurück

| 27.06.2011 13:32 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Merkel, LL.M.


Sehr geehrte(r) Rechtanwalt/ -wältin,
über EBAY-Kleinanzeigen verkaufte ich zwei Eintrittskarten, die versichert per Hermes verschickt werden sollten. Am 24.03. verschickte ich das Paket per Hermes im Wert von 175 EUR (+4 EUR Porto). Eine Versandquittung bekam ich bei Abgabe im Shop nicht. Das Paket ging unterwegs verloren, nachdem einige Bearbeitungsschritte in der Sendungsverfolgung bereits einsehbar waren. Hermes erkennt an, dass das Paket bei ihnen bereits mehrere Bearbeitungsschritte durchlaufen hatte. Hermes zeigte sich nach zahlreichen E-Mails hin und her so "kulant", 25 EUR zu erstatten, jedoch nur aus Kulanz, da kein "anzuerkennender Wertnachweis" vorlag. Die Kaufquittung wird nicht anerkannt, da diese in bar bezahlt wurde und vom 07.06.2010 ist und der Versand erst Ende März 2011 erfolgte, da sei für Hermes kein Zusammenhang herstellbar.
Nun bedrängt mich der Käufer, ihm den gesamten Betrag bis Ende des Monats zu erstatten.
"mit dieser e-mail teile ich Ihnen mit, dass ich wegen Nichterfüllung vom Kaufvertrag über ... zurücktrete. Ich bitte Sie nochmals, mir meine überwiesenen 179,00 Euro bis zum 30.06.2011 zurück zu überweisen.
Sie müssen durch eine Quittung, ausgestellt durch den Hermes-Versand, belegen können, dass Sie die Sendung der Eintrittskarten in Auftrag gegeben haben. Wenn Sie dieses nicht nachweisen können, sind Sie verpflichtet mir das Geld zurück zu überweisen."
Durch die Sendungsverfolgung ist eindeutig erkennbar, dass und wann ich das Paket abgegeben habe (übrigens war sowohl beim Kauf der Eintrittskarten im Juni 2010 als auch bei der Abgabe des Pakets im Shop im März 2011 ein Zeuge anwesend) und dass es auch schon unterwegs zum Sortierzentrum war.
Ich wies den Käufer auf folgendes hin: "Nach der allgemeinen Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) trägt grundsätzlich der Käufer das Risiko des Verlusts und der Beschädigung der Ware auf dem Transportweg (§ 447 Abs.1 BGB). Der Versand der Ware geschieht also auf Risiko des Käufers."
Was kann ich nun tun? Kann Hermes zur Anerkennung des Kaufbelegs "gezwungen" werden?
Oder soll ich am anderen Ende ansetzen: wie kann ich den Käufer zur Ruhe bringen?
Das ganze geht nun schon 3 Monate hin und her, ich habe etliche Stunden in das Schreiben von E-Mails an Käufer und Hermes gesteckt und nun soll ich für den Verlust haften, für den ich nicht verantwortlich bin?
Für einen sachkundigen Rat bin ich sehr dankbar (Rechtschutzversicherung liegt nicht vor).

Mit freundlichen Grüßen,
W. W.

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Ihre Fragen beantworte ich hinsichtlich Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes folgendermaßen.

Der Postdienstleister versucht hier offensichtlich seine Schadensersatzersatzpflicht aus Punkt 6 der AGB’s zu umgehen, bzw. zu minimieren. Der Kaufbeleg bzw. eine Quittung, stellt einen Wertnachweis dar, wenn der Kaufpreis ausgewiesen ist. Es spielt hierbei keine Rolle, ob in bar oder per Überweisung gezahlt wurde. Maßgeblich ist der auf der Quittung befindliche Preis. Da Sie die Tickets per Ebay weiterverkauft haben, haben Sie ebenfalls einen Wertnachweis, nämlich die gezahlten 175 Euro. Dies ist der entstandene Schaden zuzüglich Porto. Die vergangene Zeit zwischen Kauf, Weiterverkauf und Versandtermin spielt für den Wertnachweis hier keine Rolle.

Ein Rücktritt des Vertrages wegen Nichterfüllung durch den Käufer ist nicht möglich, da Sie richtigerweise auf den Gefahrübergang beim Versendungskauf gem. § 447 Abs.1 BGB hingewiesen haben, zumindest dann, wenn Sie als private Person die Karten bei Ebay verkauft haben. Der Käufer hat jedoch einen Auszahlungsanspruch der Schadensersatzsumme aus der Regulierung mit der Transportversicherung des Postdienstleisters.

Nach 6.9. der AGB’s kann der Käufer (Dritter) den Schadensersatz geltend machen, wegen des Gefahrübergangs beim Versendungskauf durch eine Privatperson. Dann müssen Sie alle Nachweise des Versandes und des Versandablaufes dem Käufer übergeben.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Beste Grüße

Anja Merkel, LL.M.
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 06.07.2011 | 12:55

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 06.07.2011 4,6/5,0
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