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Pädophile in Internet Chats


01.11.2006 18:05 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Unser 13-jähriger Sohn begibt sich im Internet häufig in Chat-Rooms für Jugendliche und Kinder. Die Teilnahme dort ist anonym, niemand muss sich registrieren oder anmelden.

Ich habe diese Chatrooms mal beobachtet und festgestellt , dass häufig angeblich Gleichaltrige über sexuelle Intimitäten, erste Erfahrungen etc chatten. Ich habe jedoch oft den Eindruck, dass es dort nur von Pädophilen wimmelt, die sich durch ihren Nickname als Minderjährige ausgeben - Alter zwischen 10 und 16. Ich habe diese Seiten jetzt für meinen Sohn gesperrt, trotzdem würde mich folgendes interessieren:

Ist es eigendlich erlaubt, als Erwachsener in die Rolle eines Minderjährigen zu schlüpfen und intime Fragen zu stellen und Fotos von Minderjährigen und Kindern in Badehose/Bikini oder Unterwäsche zu verschicken oder anzufragen? Bei Recherchen im Internet habe ich festgestellt, dass „Intimchats“ und das Versenden von Fotos mit halbnackten Kindern strafrechtlich noch nicht unbedingt relevant sind, sondern erst wenn zu sexuellen Handlungen aufgefordert wird oder solche Dateien verbreitet werden. Ist das so richtig ? Kann man nicht trotzdem irgendwas dagegen unternehmen? Der Chatroom-Betreiber hat auf Rückfrage angemerkt, dass bei jugengefährdenden Chats die Beteiligten aus dem Chatroom "rausgeworfen" werden und die IP-Adresse für erneuet Anmeldungen in nächsten Stunden gesperrt ist.

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Das Einwirken – aus sexueller Motivation – auf ein Kind mittels Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, das Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhaltes oder durch (mündliche bzw. fernmündliche) Reden erfüllt den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs.

Das Verbreiten pornographischer Schriften, Bilder oder Darstellungen an Minderjährige ist ebenso strafbar. Dann müsste allerdings die Grenze zur Pornographie überschritten sein (vergröbernde Darstellung sexuellen Verhaltens im weiteren Sinne unter weitgehender Ausklammerung emotional - individualisierender Bezüge, die den Menschen zum bloßen Objekt geschlechtlicher Begierde oder Betätigung macht).

Das Ausfragen an sich dürfte – je nach Art und Weise – noch keine Strafbarkeit begründen. Es müsste dann schon eine der oben beschriebenen Voraussetzungen vorliegen.

Sind Sie der Meinung, dass eine entsprechende Straftat vorliegt, so sollten Sie Strafanzeige stellen. Die Ermittlungsbehörden können dann anhand der beim Provider geloggten IP Adresse den zugehörigen Nutzer ermitteln.

Derweil bleibt mir nur der Rat Ihre Kinder nicht ohne jegliche Aufsicht im Internet surfen zu lassen. Gelegentlich versuchen Pädophile gerade über derartige Chats Kontakte zu knüpfen und Treffen zu arrangieren. Hier könnte dann die Schwelle zum strafrechtlich relevanten Versuch überschritten sein.

Eine regelmäßige Überwachung des Nachwuchses erscheint sinnvoll. Mit 13 Jahren erscheint mir Ihr Sohn alt genug um mit Ihm die Problematik derartiger Chatkontakte zu besprechen. Dies dürfte die beste Prävention sein.

Voraussetzung ist jedoch auch hier der pornographische Inhalt. Photos von Minderjährigen in Unterwäsche, wie man sie etwa in üblichen Versandhauskatalogen für Bekleidung finden kann, fallen nicht hierunter.


Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -
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