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Pachteinnahmen bei einer Erbengemeinschaft

08.06.2012 15:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


20:21
Erbengemeinschaft besaß Ländereien, von derem Großteil Pacht erzielt wurde. Diese Pacht erhielt eine Person der Erbengemeinschaft. Von dieser Pacht wurden laufende Kosten gedeckt, die die nicht verpachteten Ländereien betraf. Kosten waren aber geringer als Ertrag. Rest blieb zur Verfügung der einen Person. Von allen Mitgliedern der Erbengemeinschaft wurde das viele Jahre akzeptiert und niemand stellte Ansprüche zur Aufteilung. Ende 2011/Anfang 2012 wurden die Ländereien verkauft. Jeder bekam seinen Anteil.
Kurz darauf verstarb die frühere Pachtempfängerin und vererbte ein sehr kleines Vermögen an eine Person (Tochter) der Erbengemeinschaft.
Nun, nach dem Tod, stellt ein anderes Mitglied nachträglich noch Ansprüche auf die Pachteinnahmen. Hat diese Person dazu das Recht?
Anzumerken wäre noch, dass es nur dürftige Unterlagen über Einnahmen und Ausgaben gibt und eine Buchführung nie geführt wurde.
08.06.2012 | 16:51

Antwort

von


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Sehr geehrte Frau H.,

wenn das Erbe mehreren Personen zusteht, bilden Sie eine Erbengemeinschaft nach § 2032 BGB.

Dieses Konstrukt ist allerdings nicht darauf ausgerichtet, von Dauer zu sein, sondern lediglich übergangsweise bis zur Auseinandersetzung der Gemeinschaft (§ 2042 BGB).

Die Auseinandersetzung kann von jedem Miterben jederzeit verlangt werden, wobei in diesem Fall sämtliche "Früchte" (Einnahmen für die Erbengemeinschaft) erst dann aufgeteilt werden (§ 2038 Absatz 2 BGB).

Zwar verjährt der Auseinandersetzungsanspruch nicht, allerdings verjährt der Erbschaftsanspruch gegenüber demjenigen, der die Geldzahlungen in Besitz genommen hat, allerdings auch erst nach 30 Jahren (§ 199 Absatz 3a BGB).

Fazit: Sofern noch keine 30 Jahre vergangen sind, kann jeder Miterbe jederzeit die Auseinandersetzung verlangen. Wenn sich Zahlungen nicht mehr aufklären lassen, liegt allerdings der verlangende Miterbe in der Pflicht, diese Überzahlungen zu belegen.
Wenn diese nicht mehr belegt werden können, hat der besitzende Erbe "Glück", wenn er zuvor wahrheitsgemäß seiner vollständigen Auskunftspflicht nachgekommen ist.


Nachfrage vom Fragesteller 08.06.2012 | 19:02

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Der, der die Geldzahlungen in Besitz genommen hat, was von den Anderen ohne Widerspruch geduldet wurde (Gewohnheitsrecht?)ist verstorben!!!
Vor dem Tod wurden die Ländereien von der kompletten Erbengemeinschaft verkauft.
Spielt das keine Rolle?
Muss man dann als Erbe des Verstorbenen sich der Auseinandersetzung trotzdem noch stellen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2012 | 20:21

Sehr geehrte Frau H.,

das Gewohnheitsrecht ist zwar ein anerkanntes Institut, jedoch müsste dies bereits Jahrzehnte bestehen und auch allgemein gebilligt werden.
Die bloße Duldung hat in Ihrem Fall noch keine rechtliche Wirkung.

Auch wenn derjenige verstorben ist, hat dies auf den Anspruch keine Auswirkung, da der Erbe in die vollständige Rechtsposition kommt und sämtliche Rechte und Pflichten auf ihn übergehen.

Bei weiteren Fragen schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin zur Verfügung stehen möchte.

Mit freundlichen Grüßem

Hoffmeyer
Rechtsanwalt

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