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PKW beschädigt durch Gerüstbauarbeiten, Schadenersatz Reparatur?

16.02.2011 21:06 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Sehr geehrte Damen und Herren,
gestern, am 16.02.11 wurde mein geparktes Auto A4 1.9 tdi bj 1999, top zustand, neu lackiert, verschleissteile, Zahhnriemen, alles neu seit oktober von Arbeitern durch herabfallende Gerüstbauteile stark beschädigt.Das Auto stand dabei auf einen Parkstreifen und die Gerüstbauer stellten das Gerüst neben dem PKW auf dem Gehweg an einer Fassade eines Stadthauses, 5 Stockwerke. Sie sperrten den Arbeitsbereich nicht ab, wie es normalerweise nach BG UVV gefordert ist.So auch die Nähe zum PKW. Ein erster Kostenvoranschlag ( kein Gutachten ) geht von Reparaturkosten von 6500€ aus. Diese entfallen auf das von der herabgefallenen Gerüststange durchschlagene, auszutauschende Dach sowie Frontscheibe, Kotflügel,Motorhaube.
Da ich ein konsekutives Studium angetreten habe, habe ich das Auto im herbst generalsaniert, um so noch 2 Jahre sorgenfrei mobil zu sein.

Nun ist auch dieses Geld weg ? Also Auto weg und Geld weg ohne beteiligt gewesen zu sein ? Und das obwohl die Arbeiter durch nicht eingerichtete Sicherheitsabstände genau solch einen Schaden riskiert haben ? Das kann doch nicht wahr sein ? Angenommen der Restwert liegt bei 1000€ und der Gutachter beziffert das Auto auf 3500€ bekomme ich also 2500€ und kann damit dann auf den PKW-Markt gehen wo ich mit Sicherheit kein Vergleichbares Auto finde ?

Danke für die Hilfe.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

1.

Grundsätzlich gehen Sie in einem solchen Fall natürlich nicht leer aus. Sie haben Schadensersatzansprüche gegen unter Umständen mehrere Personen.

Zunächst haben Sie gem. § 823 BGB einen Schadenersatzanspruch gegen denjenigen, der die Gerüststange hat herunterfallen lassen und so Ihren PKW beschädigt hat. Dass diese nicht absichtlich geschehen ist, ist unerheblich. Auch fahrlässiges Handeln löst diesen Schadensersatzanspruch aus.

Daneben steht Ihnen auch ein Anspruch aus § 831 BGB gegen das Gerüstbauunternehmen zu. Allerdings kann der Unternehmer sich dieser Haftung entziehen, wenn der Unternehmer den Arbeiter sorgfältig ausgewählt und überwacht hat. Dass der Unternehmer diese Sorgfaltspflicht beachtet hat, muss der Unternehmer beweisen und nicht etwa Sie, dass er sie nicht beachtet hat. Allerdings ist für die sorgfältige Überwachung nicht eine ständige Kontrolle notwendig. Regelmäßige, auch unerwartete und unangekündigte Kontrollen sind aber zu belegen.

2.

Die Schadenshöhe bemisst sich nach dem tatsächlichen Vermögensverlust, den Sie durch die Beschädigung Ihres Eigentums erlitten haben.

Zur Methode, diese Schaden festzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, auf die Reparaturkosten abzustellen. Diese Möglichkeit ist allerdings eingeschränkt. Betragen die Reparaturkosten mehr als 130% des Wiederbeschaffungswerts des beschädigten Fahrzeugs, so kommt ein Ersatz der vollständigen Reparaturkosten nicht in Betracht, da dies unwirtschaftlich wäre.

Eine weitere Methode ist, den Wiederbeschaffungswert zu ersetzen. Dieser wird der Höhe nach durch einen Sachverständigen ermittelt. Sofern der Pkw noch einen Restwert besitzt, ist dieser von Wiederbeschaffungswert abzuziehen, da es Ihnen zumutbar ist, den beschädigten Pkw durch Verkauf zu verwerten. Den Restwert ermittelt der Sachverständige in der Regel auch, z.T. sogar unter Einholung konkreter Verwertungsangebote, die Sie dann annehmen können.

Der Wiederbeschaffungswert bestimmt sich nach dem Verkehrswert, den der Pkw ohne den Schaden hätte. In diesem Zusammenhang sind Ihre Investitionen aus dem Herbst zu berücksichtigen. Allerdings führen die Investitionen nicht 1:1 zu einer Steigerung des Wiederbeschaffungswertes. Inwiefern die Investitionen sich in dem Wiederbeschaffungswert niederschlagen, kann nur ein Sachverständiger beurteilen. Es kann aber sinnvoll sein, dass Sie den Sachverständigen – ggf. unter Vorlage von Rechnungen – auf die vorgenommenen Instandsetzungen aufmerksam machen. Dies gilt umso mehr, wenn diese nicht ohne weiteres erkennbar sind.

Als Schadensersatz können Sie entsprechend den Betrag geltend machen, der sich aus der Differenz von Wiederbeschaffungswert und Restwert ergibt. Hinzukommen die Kosten für das Gutachten und ggf. Rechtsverfolgungskosten, Nutzungsausfallentschädigung bzw. Mietwagenkosten usw.

Anhand der von Ihnen beispielhaft genannten Zahlen würde dies bedeuten, dass Sie für den Neukauf ein Budget von 3.500 EUR zur Verfügung hätten: 2.500 EUR Schadensersatz und 1.000 EUR durch Realisierung des Restwertes.

Soweit Sie im Herbst einen im Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert großen Betrag investiert haben, so handelt es sich bei der damaligen Entscheidung schon um ein unwirtschaftliche; an dieser müssen Sie sich nun leider festhalten lassen. Dies geht nicht zulasten der Schädiger.

3.

Sie sollten sich wegen der Ansprüche zunächst an den Unternehmer wenden (dieser dürfte wirtschaftlich leistungsstärker sein als der Schädiger selbst). Dort sollten nach der Haftpflichtversicherung (Versicherungsunternehmen und Versicherungsnummer) fragen. Diese ist mit der Schadensabwicklung vertraut. Häufig übernehmen Versicherer bereits im Vorfeld die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens – jedenfalls dann, wenn eine Haftung nahe liegt.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass der Unternehmer oder die Versicherung Sie hinhalten, sollten Sie einen Anwalt aufsuchen, der Ihre Interessen vertritt. Es ist leider häufig zu beobachten, dass Haftpflichtversicherer bei der Regulierung von Schäden unangemessen zögerlich handeln. Entsprechendes gilt, wenn Ihr Anspruch bestritten wird.

4.

Wenn Sie das Auto im Bereich der Gerüstbauarbeiten geparkt haben, als diese schon begonnen haben, kommt diesbezüglich je nach Einzelfall ein mehr oder weniger geringer Mitverschuldensanteil Ihrerseits in Betracht, der Ihren Schadensersatzanspruch mindern könnte.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

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