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PKW Totalschaden Versicherung

| 27.06.2010 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Guten Tag!
Ich hatte letzte Woche mit meinem PKW einen Unfall (selbstverschuldet) und bin Voll-Kasko mit 300,- Euro Selbstbeteiligung versichert.
Nach Aussage der Versicherung werden die Kosten des Schadens meines Unfall-Gegners voll übernommen. Also PKW-Reparatur, Abschleppwagen, Schmerzensgeld, Auslagen usw. usw..
Bei meinem Auto (Wert lt. Schwacke-Liste ca. 6000,- Euro) wird wohl ein wirtschaftlicher Total-Schaden vorliegen. Laut Versicherung liegen die Reparatur-Kosten höher als der Wert meines Autos.
Meine Fragen hierzu:
- Was bekomme ich von der Versicherung: Den Wert des Autos zum Unfall-Zeitpunkt - also ca. 6000,- Euro?
- Könnte ich trotz Total-Schaden das Auto reparieren lassen und den Rest aufzahlen?
- Wenn ich derzeit kein anderes Auto kaufe und das alte Auto auch nicht reparieren lasse: Bekomme ich das Geld dann von der Versicherung ausbezahlt?
Vielen Dank für die Rückantworten!
MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

Zunächst möchte ich einige allgemeine Erwägungen vorausschicken. Im Anschluss finden Sie dann die direkten Antworten auf Ihre Fragen.

Im Falle eines Vollkaskoversicherungsfalles haben Sie die Möglichkeit der fiktiven oder der konkreten Abrechnung. Konkrete Abrechnung bedeutet dabei, dass das Fahrzeug repariert wird – fiktiv dagegen umfasst die Erstattung des Schadens ohne Reparatur anhand eines Gutachtens.

Ich habe Sie so verstanden, dass Sie wohl von einem wirtschaftlichen Totalschaden ausgehen.
Ein wirtschaftlicher Totalschaden läge vor, wenn eine Reparatur technisch möglich, wirtschaftlich aber unvernünftig wäre. Wirtschaftlich unvernünftig ist eine Reparatur nach der Rechtsprechung grundsätzlich dann, wenn die Reparaturkosten (+ ggf. Wertminderung) die Wiederbeschaffungskosten übersteigen.

Nach den Vertragsbedingungen ist die Versicherung verpflichtet bei Beschädigung der Sache, die erforderlichen Kosten der Wiederherstellung bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes zu tragen.
Aufgrund einer Entscheidung des BGH wurden die AKB durch die Versicherungen geändert und eine Begrenzung auf den Ersatz der Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert eingeführt und mit Abschluss des Versicherungsvertrags vertraglich wirksam vereinbart. Sie sollten daher zunächst kontrollieren, ob Ihr Vertrag eine solche Klausel enthält.

Ist dies der Fall, dann können Sie von der Versicherung tatsächlich nur den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts erstattet verlangen. Den Restwert erhalten Sie nicht von der Versicherung erstattet. Wenn Sie auf dieser Basis abrechnen, dann können (bzw. müssen) Sie Ihr Fahrzeug selbst verwerten, d.h. verkaufen. Sie sind dann nicht daran gebunden, was im Sachverständigengutachten als Restwert festgehalten ist. D.h. Sie können das Fahrzeug auch zu einem höheren Preis verkaufen. Allerdings wird Ihnen der im Gutachten festgehaltene Restwert als Mindestwert angerechnet – es sei denn Sie können nachweisen, dass der Restwert zu hoch angesetzt ist und nicht erzielt werden kann. Anhaltspunkte für Restwerte können Sie im Internet bei Vergleich ähnlicher Fahrzeug über mobile.de, autoscout24.de, pkw.de etc. selbst ermitteln.

Der Wiederbeschaffungswert ist nicht notwendigerweise identisch mit dem Wert aus der Schwacke-Liste. Üblicherweise schickt die Versicherung einen Gutachter, der nach Besichtigung des Fahrzeugs ein Schadensgutachten erstellt und die Werte ermittelt.

Von diesem so errechneten Wert wäre noch die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung abzuziehen.

Sie können das Fahrzeug aber auch reparieren lassen und dann behalten oder auch verkaufen. Ob Sie hierdurch günstiger kommen, lässt sich ohne Kenntnis der Unterlagen nicht klären.

„Was bekomme ich von der Versicherung: Den Wert des Autos zum Unfall-Zeitpunkt - also ca. 6000,- Euro?

Sie erhalten den Wiederbeschaffungswert nach Gutachten abzüglich des Restwertes abzüglich der Selbstbeteiligung.

„Könnte ich trotz Total-Schaden das Auto reparieren lassen und den Rest aufzahlen?"

Ja, dies ist problemlos möglich. Sie erhalten aber auch dann keine höhere Versicherungsleistung.

„Wenn ich derzeit kein anderes Auto kaufe und das alte Auto auch nicht reparieren lasse: Bekomme ich das Geld dann von der Versicherung ausbezahlt?"

Ja, was Sie mit dem Geld machen, ist Ihre Sache. Es besteht keine Verpflichtung zum Kauf eines Ersatzwagens oder zur Reparatur.


Schließlich möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei meiner Antwort, die nur auf Ihren Angaben basiert, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung und Orientierung handelt. Eine umfassende Beratung und Begutachtung kann meine Antwort daher nicht ersetzen. Die rechtliche Beurteilung kann durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick geben konnte und stehe Ihnen hier gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Für weitergehenden Beratungsbedarf können Sie mich gerne unter meinen Kontaktdaten ansprechen.
Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - auch per E-Mail - mit mir in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Strafrecht
Fachanwältin für Verkehrsrecht

Bewertung des Fragestellers 10.07.2010 | 21:42

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