Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

PKW - Rückabwicklung Kaufvertrag weil Auspuff immer wieder defekt


10.06.2007 22:43 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Vor ca. einem Jahr habe ich mir einen neuen Porsche Carrera 911S Cabriolet per Kilometer-Leasing-Vertrag geleast. Seitdem war der Wagen zwecks Reparatur des Klappenauspuffs fünf Mal in der Werkstatt. Doch der Händler bekommt das Problem nicht in den Griff. Immer wieder schnarrt, klappert, quietscht oder scheppert der Auspuff und der Händler versucht nachzubessern – erfolglos.

Ein Blick in die einschlägigen Internetforen zeigt, sehr viele Kunden haben mit dem Problem zu kämpfen. Telefonate mit unterschiedlichen Porsche Zentren bestätigen dies. Ich möchte dem Händler noch einen letzte Gelegenheit geben. Danach werde ich die Rückabwicklung des Kaufvertrages verlangen. Wie stehen meine Chancen in Anbetracht der Tatsache, dass Porsche keine Garantie, sondern nur eine Gewährleistung gibt?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

1. ausgehend von Ihren Sachverhaltsschilderungen stehen Ihre Chancen für eine Rückabwicklung des Vertrages sehr gut, genaugenommen könnten Sie den Vertrag über den Porsche schon jetzt wandeln.

2. Beim Kauf einer Sache hat der Verkäufer dem Käufer eine Sache u.a. frei von Sachmängeln zu verschaffen (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB). Gelingt dies nicht, so stehen dem Käufer Gewährleistungsrechte zu (§ 437 BGB). Dabei gilt die Besonderheit, dass der Käufer grundsätzlich zunächst darauf beschränkt ist, vom Verkäufer Nachbesserung bzw. Nacherfüllung zu verlangen. Schlägt diese Nacherfüllung mehr als zweimal fehl, so kann der Käufer die übrigen Rechte geltend machen, d.h. Rücktritt, Minderung, Schadensersatz oder Aufwendungsersatz (§§ 437-440 BGB).

3. In Ihrem Fall ist eindeutig ein Sachmangel gegeben, i.Ü. sind auch die vielen Nachbesserungsversuche fehlgeschlagen. Sie haben daher schon jetzt die Möglichkeit vom Kaufvertrag zurückzutreten (d.h. der Verkäufer muss Ihnen den Kaufpreis zurückerstatten, Sie an den Verkäufer das Kfz).

4. Natürlich können Sie dem Verkäufer noch weitere Möglichkeiten der Nachbesserung geben. Ich rate Ihnen, dem Verkäufer vorher mitzuteilen, dass bei erneutem Scheitern des Reparaturversuchs ein Rücktritt Ihrerseits droht. Dies dürfte insbesondere für die Motivation des Verkäufers zuträglich sein. Des Weiteren haben Sie auch die Möglichkeit als Nacherfüllung (neben der Mängelbeseitigung) gleich die Lieferung eines Neufahrzeugs zu verlangen. Der Verkäufer kann dieses Begehren grundsätzlich zwar wegen Unverhältnismäßigkeit des Aufwandes und der Kosten zurückweisen, in Ihrem Fall droht dem Verkäufer aber ohnehin die Rückabwicklung des Kaufvertrages, so dass er sich darauf einlassen könnte.

5. Bewahren Sie auf jeden Fall alle Unterlagen des Kaufs und der Reparatur genau auf, falls es zu einem Rechtsstreit kommt. Sollte der Verkäufer irgendwelche Zusagen oder Zusicherungen treffen, so sollten Sie unbedingt darauf achten, dass diese schriftlich dokumentiert werden.

6. Sie schreiben, dass Sie den Porsche geleast haben, erwähnen dann aber weiter unten die Rückabwicklung des "Kaufvertrages" (was sich genaugenommen widerspricht). Dies führt grundsätzlich zu schwierigen rechtlichen Fragen, was für ein Vertragstyp in Ihrem Fall vorliegt, was allerdings praktisch kaum eine Rolle spielt. Ich bin hier bei meinen Ausführungen der Einfachheit halber einmal davon ausgegangen, dass Sie den Porsche in Form eines Ratenzahlungskaufvertrages gekauft haben. Sollte eine andere Vertragsform vorliegen, z.B. ein echter Mietvertrag/Leasingvertrag, ergeben sich im Ergebnis keine anderen Gesichtspunkte, d.h. auch dort könnten Sie bei Scheitern des nächsten Reparaturversuchs das Kfz zurückgeben (kündigen), den vorabbezahlten Geldbertrag zurückverlangen und i.Ü. (für die bisher ja nur eingeschränkte Nutzungszeit) mindern. Auch diese Rechte könnten Sie theoretisch schon jetzt geltend machen.

7. Sollten sich Probleme ergeben (z.B. der Verkäufer weigert sich den Vertrag in Ihrem Sinne rückabzuwickeln), empfehle ich Ihnen unverzüglich einen Anwalt vor Ort hinzuziehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit einen ersten Eindruck vermitteln.

Bei weiteren Fragen oder Anliegen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Soweit aus dem Bereich www.frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich persönlich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Schneider
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.06.2007 | 07:50

Sie haben Recht, korrekt hätte es wohl „Rückabwicklung des Kilometer-Leasing-Vertrages“ heißen müssen, da der Wagen auf n-Kilometer und nicht auf Restwert geleast ist. Hat diese Vertragsform irgendeinen Einfluss auf das bevorstehende Verfahren?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2007 | 18:43

Sehr geehrter Fragesteller,

die Vertragsform hat kaum Einfluß auf das Endergebnis und den praktischen Ablauf der Dinge (sondern nur auf den dorthin führenden Weg, der aber ohnehin nur den Juristen/Anwalt interessiert). Soll heißen: Geben Sie dem Verkäufer noch eine letzte Chance, danach können Sie den Vertrag beenden (entweder durch Rücktritt oder Kündigung je nach Vertragstyp) und das bisher gezahlte Geld zurückverlangen bzw. (bei einem echten Leasingvertrag) sogar noch Nutzungsminderung geltend machen.

Sollte auch der nächste Reparaturversuch fehlschlagen und es zu Unstimmigkeiten mit dem Verkäufer über die Rückabwicklung kommen, sollten Sie - wie gesagt - einen Anwalt kontaktieren, der sich Ihren Vertrag einmal genau ansieht und Ihnen somit konkret weiterhelfen kann, was die Fragen angeht, ob Sie nun kündigen oder nur vom Vertrag zurücktreten müssen usw.

Sorgen müssen Sie sich in keinem Fall machen. Wenn Ihre Sachverhaltsangaben stimmen, dann haben Sie im Fall der Geltendmachung Ihrer Gewährleistungsrechte beste Chancen.

MfG

Schneider
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER