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PKV Antrag, Zeitrahmen einer Zusatzerklärung

23.03.2009 17:18 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Als Kind ist bei mir eine Wirbelsäulenverkrümmung festgestellt worden, wegen derer ich über Jahre, im Alter von 12-18, Krankengymnastik erhalten habe. Vor etwa 8 jahren bin ich wegen eines Hexenschusses/Ischias Schmerzen ambulant behandelt worden. Diese Behandlung habe ich aber nicht auf dem Antrag angegeben, da ambulante Behandlungen nur in einem Zeitfenster von 3, bei einigen Versicherern auch 5 Jahren abgefragt werden.

Da eine Wirbelsäulenverkrümmung aber nicht einfach so verschwindet, ergo noch immer vorhanden ist, habe ich sie als "Anomalie" ohne Behandlung auf dem Antrag aufgeführt. Nun bin ich aufgefordert worden, eine Zusatzerklärung zur Wirbelsäule zu machen, in der keine zeitliche Einschränkung mehr aufgeführt ist.

Meine Frage ist nun, ob ich in dieser Zusatzerklärung jede Behandlung angeben muss, die die Wirbelsäule betrifft, oder ob auch hier ein Zeithorizont von 5 Jahren gilt? Gefährde ich sonst meinen Versicherungsschutz? Beim besten Willen wird es aber schwierig sein, sich an alle Arztbesuche der letzten 30 Jahre zu erinnern. Die exakte Frage lautet nur "Wurden Sie ambulant behandelt?"
23.03.2009 | 18:04

Antwort

von


(243)
Wilhelmsstr. 3
55128 Mainz
Tel: 0 61 31 / 333 16 70
Web: http://www.ra-freisler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Die Gesundheitsfragen sollen den Versicherer in den Kenntnisstand versetzen, den Beitragssatz gemäß dem aktuellen Risiko berechnen oder etwaige Risiken ausschließen zu können. Dafür kann der Versicherer explizite Fragen stellen, die wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten sind. Diese unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer, entscheidend sind daher die konkret gestellten Fragen.

In Ihrem Fall wurden Sie aufgrund Ihrer Angaben aufgefordert, - wenn ich Sie richtig verstehe - nur zu der Wirbelsäule weitere Angaben zu machen; dies ohne, dass eine zeitliche Einschränkung benannt wird.

Ich rate Ihnen daher die Behandlungen - ohne zeitliche Beschränkung - anzugeben, die die Wirbelsäule betreffen.

Zwar ist es so, dass gerade ambulante Behandlungen bei einem Zeitraum über drei/fünf Jahre meist nicht mehr in der Erinnerung sind, so dass auch keine entsprechenden Fragen gestellt werden. Soweit der Versicherer allerdings eine ausdrückliche Nachfrage stellt, um insbesondere einen Ausschluss für bestimmte Erkrankungen feststellen zu können, sollten Sie insbesondere die ambulanten Behandlungen angeben, die in Erinnerung sind. So riskieren Sie ggf. eine Beitragserhöhung oder einen Leistungsausschluss für eine bestimmte Erkrankung, aber nicht auch den sonstigen Versicherungsschutz; insbesondere vermeiden Sie im Leistungsfall einen (ggf. belastenden) Streit mit der Versicherung.

In diesem hätten Sie darzulegen, weshalb eine Angabe trotz dieser ausdrücklichen Nachfrage nicht erfolgt ist. Sich insoweit auf die Unklarheit der Frage zu berufen, ist zwar grundsätzlich möglich, halte ich aber in der Beratung vor einem Vertragsabschluss ebenso grundsätzlich für riskant. Therapieresistente oder langjährige Rückenbeschwerden werden insbesondere als offensichtlich gefahrerhebliche Umstände eingestuft.

Soweit ambulante Behandlungen regelmäßig angefallen sind, können Sie überlegen, ob Sie den Anfangszeitpunkt (und ggf. Endzeitpunkt) angegeben unter Hinweis auf die zwischenzeitlichen Behandlungsintervalle. Hilfsweise kann in diesem Fall für weitere Nachfragen des Versicherers zusätzlich der Arzt benannt werden.

Für den Fall, dass Sie die Angaben früherer ambulanter Behandlungen dennoch vermeiden wollen, sollten Sie bei der Versicherung ausdrücklich anfragen, für welchen Zeitraum und für welche Erkrankungen diese die Angaben fordert. Lassen Sie sich diese Antwort sodann schriftlich geben, um sich ggf. darauf berufen zu können.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht




Rechtsanwalt Martin P. Freisler
Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Versicherungsrecht

ANTWORT VON

(243)

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