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P-Konto in normales Girokonto zurück gewandelt im InsoVerfahren

09.08.2014 18:58 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

in nachstehender Angelegenheit benötige ich Rechtssicherheit und möchte wissen, ob ich ggfls. zu meinem Nachteil gehandelt habe.


Sachverhalt:

Kurz vor Beginn meiner Privatinsolvenz hatte ich mein Giro Konto in ein PKonto umwandeln lassen. Deshalb musste ich ja immer wenn am Ende vom Monat noch was drauf war alles abheben, da man ja nur bedingt Geld in den nächsten Monat verschieben kann.
Ich habe kein Einkommen überhalb der Pfändungsgrenze.

Nun hat mir ein Bekannter neulich erzählt, während der Insolvenz brauche ich kein P-Konto mehr, da ja keiner mehr pfänden darf.

Daraufhin habe ich den Status P-Konto kürzlich wieder löschen lassen, um nicht immer jeden Monat das nicht verbrauchte Geld abheben und am nächsten Monatsanfang wieder einzahlen zu müssen. Auch wenn es nur ein paar Euro sind.

Nun wollte ich wissen, habe ich hier zu voreilig gehandelt? Oder kann hier nichts passieren, sodas ich also keine Sorge um mein Unpfändbares Einkommen haben muss oder kann das jetzt doch gepfändet werden oder vom Inso Verwalter eingezogen werden? Eigentlich nicht, oder? Denn auch der Insoverwalter muss ja die Pfändungsgrenzen beachten...auch wenn kein P-Konto vorliegt...richtig?

Und bitte teilen Sie mir auch mit, ob ich VERPFLICHTET bin, dem Insoverwalter mitzuteilen, das ich mein P-Konto Status habe aufheben lassen. Gibt es hierfür eine Rechtsgrundlage in der Inso-Verordnung? Oder muss ich das nicht mitteilen.

Das Inso-Verfahren läuft noch, ist also noch nicht in der WVP.

Vielen Dank.




Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ihr Löschen des P-Kontos war in der Tat etwas vorschnell, was aber nur zu gewissen Unannehmlichkeiten führen kann und sich im Ergebnis nicht auswirkt. Dennoch empfehle ich, zum besseren Handling wieder ein P-Konto einrichten zu lassen.

Im Einzelnen: Sie haben Recht, im eröffneten (!) Insolvenzverfahren sind Kontopfändungen nicht mehr möglich. Allerdings stehen sämtliche pfändbaren Gegenstände der Insolvenzmasse zu. Dazu zählen beim P-Konto alle nicht pfändungssgeschützten Guthaben, beim "normalen" Konto dagegen ALLE Guthaben - Pfändungsgrenzen muss der Verwalter NICHT beachten. D.h. Sie können nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens NICHT mehr über Ihr Konto verfügen.
Es ist zwar üblich, dass Insolvenzverwalter das laufende Konto aus der Masse freigeben. Dies kann aber einige Tage dauern, in denen Ihnen der Zugriff verwehrt ist. Im Ergebnis wird Ihr Konto aber wieder frei sein. Dennoch wird es Ihnen Ihr Verwalter zur Auflage machen, in regelmäßigen Abständen die betreffenden Kontoauszüge vorzulegen, damit sichergestellt wird, dass nicht Vermögen am Verwalter vorbeigeschleust wird. Dieser Aufwand fällt bei einem P-Konto nicht an, da der Verwalter etwaige pfändbare Beträge automatisch erhält.

Abschließend noch der Hinweis: Sie müssen dem Verwalter alle Angaben zu Ihrem Vermögen und Ihren Gläubigern machen. Ob Sie ein P-Konto einrichten oder nicht, zählt nicht dazu. Daher müssen Sie Ihrem Verwalter in der Tat nicht mitteilen, dass Sie den P-Konto-Status gelöscht haben.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 09.08.2014 | 19:39

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Sie schreiben..." Die Löschung des P-Kontos führt "nur" zu Gewissen Unannämlichkeiten.....die sich.."nicht auswirken..."

Jedoch schreiben Sie weiter..." Bei einem normalen Konto stehen ALLE Guthaben der Masse zu."

Also heißt das ja jetzt doch, das der Verwalter mein eigentlich Unpfändbares Einkommen auf dem nun ja wieder normalen Konto pfänden kann...oder habe ich Sie hier falsch. verstanden?

Weil das würde sich ja schon auswirken!!!?!

Denn dann wäre es ja doch zwingend erforderlich ein PKonto zu führen...?!?

Inso läuft seit 1 Jahr. Konto ist kurz nach Eröffnung freigegeben worden.

Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.08.2014 | 21:43

Hallo

und danke für die Nachfrage. Wie ich geschrieben habe, steht zwar das gesamte Guthaben der Masse zu, regelmäßig werden aber die Konten aus dem Insolvenz Beschlag freigegeben. Über freigegebene Gegenstände kann der Verwalter nicht mehr verfügen, so dass das Ergebnis dasselbe ist, wie beim P-Konto: Sie können über das Guthaben frei verfügen. Da in Ihrem Fall das Konto wie beschrieben schon freigegeben wurde, sind hier keine Probleme zu befürchten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

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