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Optionsscheine alles Betrug ?


27.08.2010 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von



Ich handle seit einiger Zeit mit DAX Optionsscheinen der Deutschen Bank und habe ein paar hundertausend Euro damit verloren.
Meiner Meinung nach ist das alles Betrug.
Bsp.: heute morgen Dax Stand unter 5.900, Wert des OP= 0,07€.
Jetzt 15.20h steht der Dax bei über 5.940 u. der OP bei 0,09€. Die Abwärtsbewegung war gestern von 0,11€, bei DAX 5.915€. Die ging viel schneller und in einer viel geringeren DAX Spanne ! So ists immer u. kaum kommt man damit ein bisschen in die Gewinnzone ändern sich merkwürdigerweise die Regeln !
Kann man die Ärsche nicht verklagen u. das Geld zurückfordern ?
27.08.2010 | 18:14

Antwort

von


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Sehr geehrter ,

Sie ärgern sich offensichtlich sehr über den Verlust Ihres Geldes, was völlig nachvollziehbar ist. Wenn Sie tatsächlich in diesem Umfang Geld verloren haben, ist das ein unermesslicher Schaden.

Bei Optionsgeschäften handelt es sich um komplexe Finanztransaktionen, die nicht exakt das Steigen und Fallen von Kursen wiedergeben, sondern auch von Faktoren der Nachfrage und des Zeitablaufs beeinflusst werden. Sie gehören damit zu den gefährlichsten Finanzgeschäften, bei denen auch ein Totalverlust möglich ist.

Vor diesem Hintergrund lassen sich die Banken, bevor Sie Ihnen derartige Geschäfte erlauben, eine Erklärung namens "Zulassung zum Handel in Finanztermingeschäften" unterzeichnen. Darin erklären Sie ausdrücklich, daß Sie über das Risiko des Totalverlust aufgeklärt worden sind. Außerdem fragen die Berater regelmäßig nach der Erfahrung mit derartigen Finanzinstrumenten und lassen sich entsprechende Erklärungen unterzeichnen.

Ich nehme an, daß dieser Prozess auch in Ihrem Fall durchgeführt wurde. Lediglich dann, wenn Sie nicht hinreichend aufgeklärt worden sein sollten, wäre eine Klage gegen die Deutsche Bank denkbar und sinnvoll.

Gerne können Sie mir im Rahmen einer kostenlosen Nachfrage weitere Details Ihrer Situation schildern, damit ich einschätzen kann, ob hier ein Aufklärungsfehler vorgelegen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Felix Schäfer


Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2010 | 18:51

Sehr geehrter Herr Schäfer,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückantwort.
Ich habe eine solche Erklärung gegenüber der Diba, wo ich die Scheine gehandelt habe, anfangs einmal abgegeben. Das war im März 2008. Seitdem gab es keine Nachfrage.
Solange ich das mit den Optionsscheinen nun beobachte, hat man kaum eine Chance Gewinn damit zu erzielen.
Bei dem vorbenannten Schein handelt es sich um den DB4VQ2, Laufzeit bis 15.09.2010. Die Werte wurden heute nachmittag, just zu dem Zeitpunkt als der DAX nach oben ging, auf die Werte für Montag gesetzt, was gemäß dem Optionsscheinrechner der Deutschen Bank eine Differenz von mindesten 0,04 Euro ausmacht.
Diese Sprünge sind nicht im mindesten nachvollziehbar, weshalb ich glaube, dass die Scheine nur zur Bereicherung der Emittente herausgegeben werden.

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2010 | 09:59

Sehr geehrter ,

obwohl die entsprechenden Erklärungen im Jahr 2008 abgegeben wurde, sind dies weiterhin als gültig anzusehen. Die Bank ist daher grundsätzlich in einer guten Position, da sie immer vortragen kann, daß man Sie sachgerecht über die grundsätzlichen Risiken von Finanztermingeschäften aufgeklärt hat.

Wie bereits angedeutet sind Optionsscheine in der Tat sehr komplizierte Wertpapiere. Auch ich habe hiermit bisher kein Geld verdienen können. Der Umstand, daß Optionsscheine häufig nicht der Entwicklung des zugrundeliegenden Werts folgen, hat eben damit zu tun, daß dieser Wert nicht die alleinige Berechnungsgrundlage ist, sondern Faktoren wie Nachfrage und Zeitablauf hinzukommen. Anders als die Index oder Aktienzertifikate, die genau den Verlauf des zugrundeliegenden Wertes abbilden, sind bei Optionsscheinen die Reaktionen dieser Papiere nicht plan- oder vorhersehbar.

Man muß hierbei allerdings auch bedenken, daß Optionsscheine meistens im Sekundentakt gekauft und wieder verkauft werden. Im "Profi-Bereich" läßt sich hiermit durchaus Geld verdienen und die Wertpapiertrader dieser Welt haben mit derartigen Transaktionen Milliardengewinne produziert.

Der Umstand, daß Privatleute mit derartigen Optionen handeln können ist natürlich eine Chance, aber auch ein hohes Risiko. Man könnte daher durchaus darüber diskutieren, Privatleute vor solchen Geschäften komplett zu schützen und die Papiere in diesem Bereich verbieten.

Ein Betrug im rechtlichen Sinne liegt allerdings nicht vor, da dem Kunden die Risiken in den entsprechenden Erklärungen vermittelt werden. Nur wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, könnte man über Schadensersatzansprüche zivilrechtlicher Art nachdenken. Die Latte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten, wie die des Betrugs, liegen noch höher.

Auch wenn diese Zusammenfassung sicherlich nicht das ist, was man sich in einer Situation, in der Sie sich befinden, wünschen würde, hoffe ich, daß Sie mit der Antwort auf Ihre Nachfrage zufrieden waren.

Gerne können Sie mich weiteren Rechtsfragen auch unmittelbar ansprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hans Felix Schäfer

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