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Optimale Gestaltung der Abfindung


03.09.2006 23:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Mein Arbeitgeber hat mir eine Vertragsaufhebung angeboten. Ich möchte davon gebrauch machen und mich ganz neu orientieren. Dabei habe ich folgende Ziele:

1. Möglichst viel von der Abfindung für die Abzahlung meiner Immobilien retten.
2. Meine Ansprüche auf ALG maximieren falls ich darauf angewiesen bin.

Nun suche ich die optimale Kombination. Dazu habe ich mir folgende Konstellation überlegt.


Meine Idee
Damit ich keine Probleme mit dem Finanzamt bekomme.
Soll die Firma den Kündigungstermin auf den 30.01.2007 legen.
Abfindung in 2007 dann 103.000 Euro
ALG beantrage ich in 2007 noch nicht, weil das schädlich für die 5tel-Regelung wäre, sondern mache ein Traineeprogramm und bekomme 500 Euro im Monat. Damit bin ich weiter angestellt und habe weiterhin Anspruch auf ALG1 in 01/2008.

Gehalt für Januar 2007 = 4300 Euro. Ab 02/2007 mache ich einen Job als Trainee.

Meine Daten:
Alter: 45
Familienstand: verheiratet
Kind: 1
Steuerklasse: 3
Land: NRW
Betriebszugehörigkeit: 25 Jahre
Krankenkasse Mann/Frau/Kind alle Privat
Jahresgehalt in 2006: 50.000 Euro brutto
Angebot der Abfindung: 105.000 Euro
Gehalt in 2007 als Trainee 11 x 500 = 5500 Euro
Gesamtgehalt ohne Abfindung = 9800 Euro

Ist das der optimale Weg?
Wie erreiche ich es, dass ich wieder die volle Höhe des ALG 1 beanspruchen kann?
Wie komme ich von den hohen Kosten der PKV runter?
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Hinsichtlich der Reduzierung der Steuerlast in Bezug auf die Abfindung in 2007 ist der dargestellte Vorschlag sicherlich eine gangbare Möglichkeit. Allerdings besteht hier auch die Gefahr, dass seitens des Finanzamtes das Konstrukt mit der Traineeanstellung als Umgehensgeschäft angesehen wird, mit der Folge, dass eine Besteuerung unter Berücksichtigung der möglichen ALG-Bezüge erfolgen könnte.

Zum einen ist das Gehalt in Relation zum vorherigen Gehalt sehr niedrig. Zum zweiten beschränkt sich das Traineeprogramm auf den Veranlagungszeitraum in 2007, was zum einen recht kurz ist, im Rahmen Ihrer 25 jährigen Berufserfahrung ungewöhnlich ist und abschließend keine Anschlusseinstellung erfolgt.

2. Das ALG I wird nach § 131 und § 134 SGB III bestimmt. Die Höhe des ALG I richtet sich nach dem Bemessungsentgelt. Bemessungsentgelt ist das durchschnittlich auf den Tag entfallende beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das der Arbeitslose im Bemessungszeitraum erzielt hat. Das Bemessungsentgelt errechnet sich aus dem Bruttoentgelt abzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung pauschal 21 %, Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag. Dies ergibt das Nettoentgelt/Leistungsentgelt. ALG I = Nettoleistungsentgelt x Leistungssatz. Der Leistungssatz beträgt für Arbeitslose mit Kindern 67 %, für alle anderen 60 % des Netto-Leistungsentgelts.
Dabei wird das sozialversicherungspflichtige Einkommen der letzten 12 Monate herangezogen. Im Jahr 2005 waren dies maximal 5200 Euro pro Monat = 62400 Euro pro Jahr.
Von diesem werden 21% Sozialversicherungspauschale, Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen. Das ergibt das tägliche Leistungsentgelt.

Durch das Traineegehalt fällt das ALG dann entsprechend niedriger aus, als wenn Sie sofort ALG beantragen würden. Insoweit würde eine möglicher steuerlicher Vorteil durch ein stark reduziertes ALG erkauft.

3. Durch das Eintreten der Arbeitslosigkeit werden Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig.

Wenn Privatversicherte (PKV) arbeitslos werden, dann sind Sie durch den Bezug von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Unterhaltsgeld bei Arbeitslosigkeit in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) (SPV) pflichtversichert.

Als Alternative besteht die Möglichkeit, dass der Arbeitslose sein privates Krankenversicherungsverhältnis aufrecht erhält. Das Arbeitsamt übernimmt dann die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge zu privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Die Beiträge werden alle 3 Monate auf Nachweis durch das Arbeitsamt gezahlt.

Das von Ihnen gewählte Konstrukt bietet aus meiner Sicht, wie bereits ausgeführt, die Möglichkeit einer Annahme eines Umgehungstatbestandes. Zudem fällt das ALG entsprechend gering aus. Insoweit empfehle ich Ihnen, da Sie zum jetzigen Zeitpunkt den Termin und die Auszahlungsmodalitäten bestimmen können, einen Steuerberater oder Kollegen mit dem Schwerpunktgebiet für Steuerrecht zu kontaktieren um die sinnvollste Variante zu wählen. Ich hoffe Ihnen einen entsprechenden überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 05.09.2006 | 12:00

Welche Beschäftigung mit geringem Einkommen schlagen Sie vor, die dann nicht vom Finanzamt angezweifelt wird. Ich bin in der Gestaltung durch gute Beziehungen zu anderen Firmen recht frei. Nach einem Jahr würde ich eine feste Stelle bekommen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.09.2006 | 19:07

Möglich wäre hier eine befristete Tätigkeit mit der Option einer Übernahme von Ihnen oder eine projektbezogene Tätigkeit. Auch ist eine Anstellung auf € 400,- Basis denkbar. Gleichwohl empfehle ich Ihnen die steuerlichen Gestltungsmöglichkeiten der Auszahlung der Abfindung auszuloten, um hier dann auch die beruflichen Planungen einbauen zu können.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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