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Optimale Auszahlung Abfindung

28.07.2020 19:55 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


12:04

Zusammenfassung: Abfindungen gelten als außerordentliche Einkünfte für zusammengeballte Vergütung als Ersatz für den zukünftigen Verdienstausfall und müssen komplett versteuert werden. Allerdings entfallen alle Beiträge zur Sozialversicherung (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung).

Habe von meinem Arbeitgeber ein Abfindungsangebot erhalten, welches rund 4 Jahresgehälter entspricht. Mein bisheriges Gehalt unterliegt bereits den Spitzensteuersatz. Mit der Abfindung wollte ich die 7 Jahre bis zum Renteneintritt finanzieren, davon 2 Jahre Arbeitslosengeld beziehen. Mein Plan: Arbeitende ist der 30.9.2020. Im Jahr 2021 die Abfindung ausbezahlen lassen, ein Teil davon in die Rentenkasse zum Ausgleich von Rentenlücken, in 2022 bis 2024 Arbeitslosengeld beziehen, dann weiter die Abfindung bis zum Renteneintritt mit 65 aufbrauchen, wobei davon wieder wie zuvor monatlich Rentenbeiträge und private Krankenkassenbeiträge entrichet werden.Ist diese Strategie optimal, oder ist es besser die Abfindung zu stückeln. Vielen Dank
28.07.2020 | 20:53

Antwort

von


(71)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein von Ihrem Arbeitgeber abgegebenes Abfindungsangebot für die Aufgabe Ihres Arbeitsplatzes beinhaltet seit 2006 keine steuerfreie Leistung mehr (§34 EStG).

Sie gilt als außerordentliche Einkünfte für zusammengeballte Vergütung als Ersatz für den zukünftigen Verdienstausfall und muß komplett versteuert werden. Allerdings entfallen alle Beiträge zur Sozialversicherung (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung).

Eine Splittung in monatliche Raten ist aber ausgeschlossen!

Obwohl die volle Summe versteuert wird wirkt sich nur ein Fünftel auf den Steuersatz aus. Deswegen sollte die Abfindung bei niedrigem zu versteuerndem Einkommen bezahlt werden.

In Ihrem Fall empfehle ich die Beendigung zum 31.12.2020 und die Fälligkeit der Abfindung im Januar 2021.

Sie müssen darauf achten, dass Ihre Kündigungsfrist eingehalten wird, sonst wird die Abfindung auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld angerechnet

Es werden mind. 25% und max. 60% der Abfindung mit dem Arbeitslosengeld verrechnet (§ 158 Abs. II S. 2 Nr.1 SGB III).

Zum anderen ruht Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld bis zum Ablauf der vertraglichen Kündigungsfrist (§ 158 SGB III) und es droht eine Sperrzeit.

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld setzt voraus, dass man innerhalb der letzten 24Monate (Rahmenfrist) mind. 12Monate beschäftigt war. Ab 2020 verlängert sich die Rahmenfrist auf 30Monate.

Ab dem 30.09.2020 wäre das spätestens der 01.04.2022. Sie müssten dann aber auch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Ich kann ihnen aber nicht empfehlen, die Rahmenfrist ganz auszuschöpfen, da diese ggf. wieder verkürzt wird.

Ob es sich rechnet, einen Teil der Abfindung in die Rentenkasse zum Ausgleich von Rentenlücken einzuzahlen,
kann ich nicht berechnen. Das soll die DRV machen.

Ich empfehle ihnen eher, das Geld einem Profi anzuvertrauen. Z.B. ist es für Ihre Erben verloren, sollten Sie früher als erwartet sterben.

Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 29.07.2020 | 11:45

Hallo Herr Müller-Roden,
Danke für die Beantwortung meiner Frage. Zur Bestätigung, ob ich es richtig vesstanden habe, wiederhole ich mit meinen Worten : Um meine vollen Ansprüche (volle Höhe und Bezugdauer 24 Monate) bzgl. Arbeitslosengeld zu erhalten muss ich mich, wenn mein Arbeitsverhätlnis zum 30.09.2020 endet spätestens am 01.04.2022 arbeitslos melden, wobei ich beabsichtige, dies bereits am 01.01.2022 zu tun. Durch die Pause nach meinem Arbietsverhätlnis von 1 Jahr und 3 Monate entgehe ich Sperrfristen und die Verrechnungen mit der Abfindung (lt. Auskunft Arbeitsamt) bzw. habe ich Steuervorteile, da ich in 2021 nichts hinzu verdiene. 31.12. fände ich als Arbeitsende auch besser, aber dies war die Vorraussetzung für die Höhe der nachverhandelten Abfindung. Mein ursprüngliches Anliegen war eingentlich, so auch die gewählte Überschrift, ob es besser wäre die Abfindung in 2 oder mehr Teilzahlungen (keine monatl. Raten) auszahlen zu lassen, um die weiteren Rentenbeitragszahlungen und Krankenassenbeiträge steuerlich verrechen zu können, oder ob die Fünftelregelung bereits optimal ist.
Wenn ich mich final entschieden habe, ob ich mich überhaupt abfinden lasse, nehme ich gerne nochmal ihr Angebot an, den Abfindungsvertrag überprüfen zu lassen. .

Viele Grüße M. H.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.07.2020 | 12:04

Ob Sie eine Sperrzeit befürchten müssen, hängt von der Art und den Gründen der Trennung vom Arbeitgeber ab.
Ob die Abfindung teilweise auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird,
hängt davon ab, ob Sie die vertragliche Kündigungsfrist angerechnet wird.

Sie können die Abfindung in Teilbeträgen zahlen lassen, dann wird jeder Betrag nach dem Zuflußprinzip behandelt. Z.B. ist der 30.09.2020 m.E. nicht optimal.

Besser ist alles in 2021, und dann in einer Summe.

ANTWORT VON

(71)

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86899 Landsberg
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