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Opa Verstorben / Lebensgefährtin soll erben


28.06.2006 09:35 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Hallo!

Mein Bruder und ich haben von einem Amtsgericht erfahren, das unser Opa, väterlicherseits, vor ca. 2 Monaten verstorben ist. Da unser Vater auch bereits verstorben ist, sind wir die letzten Angehörigen unseres Opas.

Nun hat dieser ein privatschriftliches Testament aufgesetzt, indem er schreibt das sein Lebensgefährtin alle Formalitäten und seinen Nachlass regeln soll. Hat seine Lebensgefährtin überhaupt ein Anrecht auf das Erbe, da ja noch Angehörige vorhanden sind?!

Nun unsere Fragen, ist dieses Testament gültig. Unter diesem Testament ist keine amtliche Unterschrift.

Steht uns nicht ein Pflichtteil zu?

Lohnt es sich überhaupt darum zu kämpfen bzw. Einspruch bei dem Amtsgericht zuerheben, da wir nicht wissen, wie hoch das Erbe sein soll. Muss uns das Amtsgericht die Höhe des Erbes nennen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

bei einem eigenhändigen Testament ist keine amtliche Unterschrift erforderlich. Es muss aber von dem Erblasser vollständig mit der Hand selbst geschrieben (Maschinenschrift reicht hier nicht aus) und von diesem auch unterschrieben worden sein (§ 2247 BGB).

Ist die Lebensgefährtin durch das Testament tatsächlich wirksam als Erbin eingesetzt worden, hätte sie insoweit zwar ein Anrecht auf das Erbe, aber Ihr Bruder und Sie hätten den Anspruch auf den Pflichtteil (§ 2303 BGB), da Sie beide Abkömmlinge des Erblassers sind und Ihr Vater bereits vor Ihrem Opa verstorben ist. In der erwähnten Bestimmung "die Lebensgefährtin solle alle Formalitäten sowie den Nachlass regeln" kann ich aber allein noch keine Erbeinsetzung der Lebensgefährtin sehen. Es könnte sich insoweit zum Beispiel auch um eine bloße Ernennung als Testamentsvollstreckerin handeln. Sie sollten das vollständige Testament daher ggfs. noch einem Anwalt vor Ort vorlegen.

Der Pflichtteil ist ein reiner Zahlungsanspruch gegen den Erben, er geht auf die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. Sind sonst keine zu berücksichtigenden Verwandten mehr vorhanden, beträgt der gesetzliche Erbteil für Sie und Ihren Bruder jeweils 1/2. Der Pflichtteil wäre also 1/4.

Ein Auskunftsanspruch gegen das Amtsgericht hinsichtlich der Höhe der Erbes ist im Erbrecht nicht vorgesehen. Der Pflichtteilsberechtigte, der nicht Erbe ist, hat nach § 2314 BGB aber einen Anspruch gegen den Erben darauf, dass dieser ihm Auskunft über den Bestand des Nachlasses gibt.

Sollten Sie entgegen Ihrer bisherigen Annahme doch Erben Ihres Grossvaters geworden sein und ggfs. erwägen, die Erbschaft auszuschlagen: Es gilt nach § 1944 BGB (i.d.R.) eine Frist von sechs Wochen und die Ausschlagung ist nach § 1945 BGB formbedürftig.

Ich hoffe, ich habe Ihnen hiermit eine hilfreiche erste rechtliche Orientierung gegeben und beantworte gerne eine Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin
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