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Online-Spieleportal mit Mitgliedbeitrag und Gewinnmöglichkeit - Glücksspiel ?

| 30.07.2010 14:24 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Hallo,

ich selbst entwickel kleinere Spiele für Internetseiten und möchte mir auch ein eigenes Portal aufbauen. (Gewerbeschein vorhanden)

Jetzt sieht man ja aber auch mittlerweile im TV Werbung eines größeren Anbieters, welcher dort Gewinne von 10.000€ im Monat aussetzen. Sieht man sich die Seiten an, erkennt man aber auch, dass dieser Anbieter für Geld zusätzliche Münzen, Features etc. verkauft. Der Spieler kann also durch aus Geld investieren um am Ende Geld zu gewinnen.

Fällt das nicht unter Glücksspiel oder kommt es da auf die Beträge bzw. den Spieleinfluss an?

Wäre es erlaubt, wenn man ein Portal / Spiel erstellt, bei dem die Teilnehmer monatlich z.B. eine Gebühr zwischen 1-5€ bezahlen würden, das Angebot nutzen könnten und am Ende dennoch die Chance auf Sach- oder Geldpreise hätte?

Bis wohin zählt ein Spiel denn überhaupt als Glücksspiel? Es kommt ja auf den Zufall an, aber wie weit geht das? Es gibt ja durch aus Seiten wo man zb. Würfelspiele hat wie 'Mensch Ärger Dich Nicht' und das um Geldbeträge.

Ich weiß nicht wie ich das Ganze kurz fassen soll, mich interessiert halt, wo wären die Grenzen, wenn ich wie gesagt ein Spiel hätte, das ein kleinen Beitrag kostet, es aber auch Belohnungen für die besten Spieler geben würde.

Wäre es kein Glücksspiel mehr, sobald der Spieler durch strategische oder taktische Vorgehensweise den Spielverlauf beeinflussen könnte?

z.B. baut man eher eine Schmiede oder eher einen Bauernhof um andere Resourcen zu produzieren | geht man eher nach links oder doch lieber nach rechts | kauft man sich ein anderes Schwert oder doch eher eine Rüstung

Noch mal kurz und knapp konkretisiert:
1. Darf generell ein kleinerer Betrag pro Monat eingenommen werden, wenn der Teilnehmer bei der Teilnahme an der Seite Sach- oder Geldgewinne erzielen kann und es nicht auf Glück basiert, ob man etwas gewinnen kann?

2. Zählt es nur dann als Glücksspiel wenn man keinerlei Einfluss auf den Ausgang hat oder ist es auch dann Glücksspiel wenn gewisse Faktoren wie z.B. Würfeln um entsprechend Züge zu machen zufällig sind?

Ich hoffe meine Frage an sich ist nachvollziehbar.

Viele Grüße
aka Undo

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

1. Darf generell ein kleinerer Betrag pro Monat eingenommen werden, wenn der Teilnehmer bei der Teilnahme an der Seite Sach- oder Geldgewinne erzielen kann und es nicht auf Glück basiert, ob man etwas gewinnen kann?

Grundsätzlich ja. Das Amtsgericht München (AG München,Az.: 222 C 2911/08 ) hat vor kurzem entschieden, dass ein Spiel, dass von Geschicklichkeit und nicht vom Zufall abhängt, kein verbotenes Glücksspiel ist. Im entschiedenen Fall konnte sich der Spieler nach einer Qualifikationsrunde registrieren und einen gewissen Geldbetrag zahlen, um weiter zu spielen. Jedoch ist zu beachten, dass in diesem Fall der Spieler alle Fragen richtig beantwortet hatte und der Betreiber der Seite zur Auszahlung des Gewinns verurteilt wurde - sofern es sich also nicht um ein Glücksspiel handelt, sind Sie dann auch verpflichtet zur Gewinnausschüttung.

2. Zählt es nur dann als Glücksspiel wenn man keinerlei Einfluss auf den Ausgang hat oder ist es auch dann Glücksspiel wenn gewisse Faktoren wie z.B. Würfeln um entsprechend Züge zu machen zufällig sind?

Glücksspiel ist definiert im Glücksspielstaatsvertrag. Nach § 3 GlüStV liegt Glücksspiel vor, wenn für das Spiel ein Entgelt verlangt wird (wie nach Ihrem Modell) und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Zufällig ist die Entscheidung über den Gewinn, wenn dafür der ungewisse Eintritt zukünftiger Ereignisse maßgeblich ist. Entsprechend wäre auch das Würfeln zufällig in diesem Sinne.
Geht es jedoch um strategische Entscheidungen (Schmiede oder Bauernhof, Schwert oder Rüstung usw.), überwiegt wiederum der Geschicklichkeitsaspekt, so dass dies nach meiner Einschätzung zulässig sein sollte und nicht unter Glücksspiel fällt.

Glücksspiele sind im Übrigen auch nicht grundsätzlich verboten - sie dürfen jedoch nur mit Erlaubnis der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes veranstaltet werden. Die Veranstaltung von Glücksspielen (also mit Entgelt und vom Zufall abhängig) im Interent ist nach § 4 Abs. 4 jedoch grundsätzlich verboten. Die von Ihnen erwähnten Würfelspiele werden insofern wahrscheinlich von im Ausland sitzenden Firmen veranstaltet.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Mit freundlichen Grüßen


Nele Trenner
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 02.08.2010 | 08:24

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Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit die hier geleistet wurde. Oft habe ich versucht Informationen zu recherchieren, da frag ich mich im Nachhinein, warum ich mich nicht gleich hier gemeldet habe. Die Antwort die ich erhalten habe war sehr ausführlich und wird sicherheit neue Perspektiven schaffen. Vielen Dank an die Anwältin.

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