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Online Aktionsangebot / Seite überlastet - Artikel nach kurzer Zeit ausverkauft


28.11.2016 01:44 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Angebote


Sehr geehrte Damen und Herren,

ein führender (koreanischer) Hersteller für Mobiltelefone hat heute (28.11.2016) auf seiner deutschen Internetseite bzw. in seinem deutschen Online-Shop im Zuge des Cyber Mondays eine Werbeaktion gestartet.

Das Angebot gilt für eines der Topmodelle des Konzern und lautete "Zwei zum Preis von einem" Der Preis beträgt 799,00 EUR. Somit liegt der Preis für ein Telefon um durchschnittlich 160-200 Euro unter dem was in Vergleichsportalen angeboten wird.

Aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen wirklich günstigen Preis handelt und es ein überaus beliebtes Mobiltelefon ist, war eine enorme Nachfrage sicherlich auch auf Seiten des Herstellers/Verkäufers zu erwarten gewesen.

Das Angebot wurde am 28.11.2016 um 0:00 Uhr freigeschaltet. Allerdings war es bereits einige Minuten vor Mitternacht nicht mehr möglich auf die Seite des Anbietes zu gelangen. Aufgrund der enormen Nachfrage war die Seite nicht mehr erreichbar und die Server total überlastet.

Zahlreiche Versuche über PC, Tablet und Smartphone den Shop zu erreichen blieben erfolglos. Ca. 0:15 Uhr gelang es die Seite zumindest aufzurufen, die Steuerung auf der Seite war allerdings nur sehr eingeschränkt möglich, die Seite brach danach auch wieder komplett zusammen. Es wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings schon angezeigt, dass das Angebot schon nicht mehr verfügbar ist. Der Artikel war in allen verfügbaren Farben ausverkauft.

Erst gegen 1:00 Uhr gelang es die Seite wieder vernünftig zu nutzen. Das Angebot war wie bereits erwähnt lange ausverkauft. Auch das zweite beworbene Gerät ähnlicher Bauweise war ausverkauft.

Auf der Startseite wird allerdings immer noch für beide Geräte mit "Cyber Monday Highligt - Zwei zum Preis von einem" geworben.

Ich bin mir natürlich bewusst, dass Angebote auch zeitnah ausverkauft sein können. Allerdings hatte man aus meiner Sicht überhaupt nicht die Möglichkeit das Angebot wahrzunehmen. Welches immer noch beworben wird. Das Angebot wird auch laut Verkäufer im laufe des Tages nicht noch einmal verfügbar sein, denn es gibt dazu folgenden Hinweis:

"Sämtliche Angebote gelten ausschließlich im Aktionszeitraum und nur solange der Vorrat reicht. Einmal ausverkauft wird der Artikel nicht mehr im Aktionszeitraum verfügbar sein."

Es gab dazu ja auch bereits ähnlich gelagerte Fälle so habe ich z. B. von folgendem Urteil gelesen:

Oberlandesgericht (OLG) Koblenz Urteil: Az.: 9 U 296/15

„Eine Produktwerbung ist unzulässig, wenn der Warenvorrat des Unternehmers so gering ist, dass der Verbraucher auch innerhalb einer kurzen Reaktionszeit nach üblicher Kenntnisnahme von der Werbung keine realistische Chance hat, die angebotene Ware zu erwerben"

Ich weiß nicht ob das übertragbar ist, es klingt allerdings für mich so, als ob der Fall ähnlich ist.

Denken Sie, dass hier evtl. ein Wettbewerbsverstoß vorliegt und ob ein vorgehen als "kleiner" Verbraucher sinnvoll ist? Ich wäre über Ihre Einschätzung sehr dankbar.

Freundliche Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie beziehen sich auf ein Urteil, in dem eine Abmahnung ausgesprochen wurde und der Beklagte seiner Darlegungslast nicht nachkam.

Grundsätzlich haben Sie das Problem, dass Sie diese Abmahnung nicht aussprechen können, sodass Sie einen Schadensersatzanspruch geltend machen müssten (oder den Verkäufer zur Lieferung zu diesem Preis verpflichten müssten).

Ihnen wird es jedoch schwer gelingen, einen schlüssigen Anspruch herzuleiten, da Sie zumindest in Ansätzen nachweisen oder zumindest vortragen müssten, dass eine ausreichende Anzahl nicht zur Verfügung stand.

Wenn dies aber so ein sensationelles Angebot war, dass zum Zusammenbruch der Website führte, so spricht dies eher dafür, dass zumindest ein großer Run auf das Produkt stattfand. Der Verkäufer wird behaupten, dass er dies nicht so kommen sah.

Sie können es natürlich versuchen, vielleicht reagiert der Verkäufer aus Kulanz oder will sich einigen und einen Prozess vermeiden.

Aufgrund obiger Beweisprobleme könnte eine Durchsetzung jedoch schwierig werden. Hier müssen Sie wissen, ob Sie das Kostenrisiko auf sich nehmen wollen. Ggf. übernimmt dies eine Rechtschutzversicherung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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