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Omas Anteil an Erbengemeinschaft kaufen


| 13.08.2007 14:58 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Liebe Anwälte,

eine Erbengemeinschaft, bestehend aus
Oma (81,25%) und 3 Kindern aus 2. Ehe mit je 6,25%,
besitzt ein Grundstück mit Haus und Nebengebäuden.

Das Wohnhaus mit 3 Wohnungen ist nur von 1 Tochter aus 1. Ehe und deren Mann bewohnt, diese Tochter ist nicht an der Erbengemeinschaft beteiligt.
Es gibt noch einen Sohn aus 1. Ehe, der ebenfalls nicht beteiligt ist.

Die Erbengemeinschaft, in dieser Form bestehend seit 1968/1970, ist nach mehreren fruchtlosen Versuchen einzelner Mitglieder, die EG durch Auszahlung und Verkauf aufzulösen, zerstritten, das Anwesen wird gerade so erhalten, von den 3 Wohnungen und 1 ehem. Gewerbeeinheit wird mittlerweile nur noch die 1 Wohnung genutzt. Um die übrigen Wohnungen oder Gewerbeeinheit überhaupt wieder nutzen zu können, sind mittlerweile erhebliche Sanierungsarbeiten notwendig.

Die Oma ist inzwischen 93 und hat kein Testament aufgesetzt.

Als Tochter eines Mitglieds der Erbengemeinschaft möchte ich zusammen mit einer Tochter eines anderen Mitglieds der Erbengemeinschaft gerne Haus & Hof übernehmen und umfassend sanieren.

Wir stellen uns vor,
- uns jeweils den Anteil unserer Mutter bzw. unseres Vaters übertragen zu lassen,
- unserer Oma ihren Anteil abzukaufen und
- auch dem verbleibenden Onkel seinen Anteil abzukaufen.
Basis könnte ein aktuelles Wertgutachten sein, das wir anfertigen lassen würden.

Unsere Fragen:
- Könnte ein Kaufvertrag mit der 93jährigen Großmutter, die zwar gebrechlich, aber ansonsten geistig noch fit ist, nachträglich angefochten werden (z.B. von den 2 Kindern aus 1. Ehe oder anderen Enkeln) - evtl. in Abhängigkeit von der Höhe des Kaufpreises oder der Art des Wertgutachtens? In welchem Prozentbereich ist evtl. ein "Enkelrabatt" auf die Kaufsumme statthaft?
- Wäre eine Ratenzahlungsvereinbarung mit der Großmutter statthaft, da ja dieses Haus sowieso als Hinterlassenschaft an ihre Kinder gedacht ist? Anzahlung und monatliche Raten kämen auf ein separates Sparbuch o.ä., wo das Geld für die zukünftigen Erben sicher ist.
- Gibt es sonst noch etwas zu beachten, oder empfiehlt sich eine andere Herangehensweise, für die Sie uns evtl. ein Stichwort geben können?

Vielen Dank für Ihre Mühe!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

1.)
gem. § 311b BGB muss ein Vertrag über die Übertragung von Grundstücken notariell beurkundet werden. Gem. § 11 Beurkundungsgesetz ist der Notar verpflichtet die Beurkundung abzulehnen, wenn einem der beteiligten die Geschäftsfähigkeit fehlt. Bei Zweifeln an der Geschäfsfähigkeit soll der Notar dieses in der Niederschrift festhalten. Damit haben Sie bereits ein starkes Indiz dafür, dass die Großmutter bei der Veräußerung geschäftsfahig war. Eine Anfechtung des Vertrages aus diesem Grunde würde daher schwierig werden.

2.)
Jeder ist berechtigt sein Eigentum zum selbstgewählten Preis zu verkaufen. D.h. das Wertgutachten ist nur ein Richtwert, der Kaufpreis kann davon abweichen. Allein deshalb kann kein Kaufvertrag angefochten werden.

3.)
Mit dem Verkäufer können Sie sich auf Zahlungsbedingungen einigen, die beide Parteien bereit sind zu aktzeptieren. Nach dem Tode der Großmutter muss diese Zahlungsvereinbarung jedoch weiterhin eingehalten werden, da die Erben an die Stelle der Großmutter als Zahlungsempfänger treten.

4.)
Hinsichtlich des Kaufpreises sollten Sie beachten, dass das Finanzamt dies als (Teil-)Schenkung ansehen könnte, wenn der Kaufpreis zu sehr vom Wert nach unten abweicht und Schenkungssteuern verlangen. Ebenfalls könnten sie sich hinsichtlich einer solchen (Teil-)Schenkung Rückforderungen der Erben ausgesetzt sehen, wenn die Großmutter verstirbt und seit dem Kauf noch keine 10 Jahre vergangen sind; §§ 2325,2329 BGB.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de
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