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Oldtimerkauf in England per Ebay


01.02.2005 20:06 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



folgender Sachverhalt beschäftigt mich im Moment:
Ich habe Ende November 2004 bei Ebay.co.uk in England von Privat einen Oldtimer ersteigert. Der Wagen wurde in der Beschreibung u.a. angeboten als scheckheftgepflegt („Full service history and bills recently serviced“) und mängelfrei („No known faults“) Der Anbieter hat mich nach Auktionsende dann an den mit ihm befreundeten Besitzer (Verkäufer) verwiesen.

Beim Abholen wurden mir einige Papiere übergeben, darunter das Scheckheft mit letztem Wartungseintrag 1982, keine weiteren Servicerechnungen. Der Verkäufer sagte mir im Beisein meines Freundes, dass er komplette „History files“ für das Fahrzeug hätte, diese Unterlagen aber wegen Umzug gerade nicht finden würde, sie mir aber nächste Woche zuschicken würde.

Da ich für die deutsche Zulassung einen schriftlichen Kaufvertrag brauche, habe ich im Vertrauen auf die Ebay-Beschreibung mit dem tatsächlichen Verkäufer einen schriftlichen Vertrag mit einer gekauft wie besehen („sold as seen“) Klausel unterschrieben, in der diese Zusatzabmachung und auch die Ebaybeschreibung nicht erwähnt wird. Allerdings habe ich das Original und er nur eine Kopie.

Nach mehrmaligen mahnen per Email sollen jetzt die Unterlagen verschickt worden sein, aber in der Post verloren gegangen sein. Für den Verkäufer ist die Sache erledigt, er unternimmt auch keinerlei Anstrengungen dies zu ändern.

In den wenigen mir übergeben Unterlagen ist ein Reparaturangebot von 1999 enthalten, in der eine ganze Liste von überwiegend noch bestehenden (und damit dem Verkäufer, aber evtl. nicht dem Anbieter bekannten) Mängeln aufgelistet ist, u.a. eine defekte Servopumpe für ca. 3.000 Euro. Der Wertverlust eines solchen Oldtimer ohne eine lückenlose Historie beträgt (von mir geschätzte) ca. 2-3 t Euro.
Dies sind die Hauptmängelpunkte, es gibt jedoch noch weitere Diskrepanzen zwischen Beschreibung und Realität.
Sowohl Anbieter als auch Verkäufer wurden von mir darauf angesprochen und verweigern jede Minderung, da ich den Wagen ja beim abholen besichtigt hätte. Über all dies gibt es Emails.

Meine Fragen:
- Welche Rechte habe ich gegen wen nach vermutlich englischem Recht?
- Kann ich eine Kaufpreisminderung verlangen, da ich den Wagen wegen seiner Seltenheit und der bereits investierten Zeit und Arbeit trotz allem nicht zurückgeben möchte?
- Wie kann ich dies in England durchzusetzen, welchen (finanziellen und zeitlichen) Aufwand und welche Chancen und Risiken habe ich dabei?

Vielen Dank für die Beratung

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Bei einem Vertrag mit Auslandsberührung unterliegt der Vertrag dem von den Parteien gewählten Recht. Diese Rechtswahl muß ausdrücklich sein oder sich mit hinreichender Sicherheit aus den Bestimmungen des Vertrages oder aus den Umständen des Falles ergeben, Artikel 27 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 EGBGB.

Dies ist bei internationalen Beziehung meist schwierig. Es ist bei Ihnen aber davon auszugehen, daß englisches Recht anzuwenden ist.

Die Ansprüche können sich nur gegen Ihren Verkäufer richten. Da Sie den Oltimer behalten wollen, haben Sie einen Minderungsanspruch.

Problematisch sind aber die Anwaltskosten in England:
Im gerichtlichen Verfahren hat die unterliegende Partei in Großbritannien zwar stets die Gerichtskosten aber nur ca. 70% der Anwaltskosten der obsiegenden Partei zu tragen. Für die außergerichtliche Tätigkeit wird stets ein Honararvereinbarung notwendig sein, da es keine gesetzliche Regelung dazu gibt. Hier soll nur darauf hingewiesen werden, daß ein Stundenhonorar von 150- 200 engl. Pfund nicht unüblich sondern der Regelfall ist.

Hier lohnt sich der Aufwand u.U. nicht.

Ich hoffe Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt




Nachfrage vom Fragesteller 07.02.2005 | 19:47

Sehr geehrter Herr Wille,

vielen Dank für die Hinweise.
Wie bereits geschrieben gehe ich auch von englischen Recht aus. Ist also nach englischem Recht die Sitation so eindeutig, dass ich eine Minderung in der genannten Höhe sicher durchsetzen kann?
Wie ist der übliche Weg der Zusammenarbeit, über einen deutschen Anwalt mit englischem Partner oder direkt mit einem englischen Anwalt und wie finde ich jemanden? Stundensätze sind alleine ja nicht sehr aussagekräftig, welcher Gesamtaufwand wäre üblicherweise erforderlich?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.02.2005 | 20:21

Sie können natürlich über einen deutschen Anwalt mit einem englischen Partner vorgehen. Es kann aber sein, daß Sie hier für den deutschen Anwalt auch eine Gebühr zahlen müssen.

Außerdem sollten Sie sich darüber informieren, ob es Ausschlußfristen für die Geltendmachung Ihrer Rechte gibt.

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