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Ohne Steuererklärung keine Krankenversichertenbeiträge?

| 01.08.2016 21:52 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Guten Tag.

Ich verdiene Geld in einem Nebenjob. Ich werde dieses Jahr mit Sicherheit unter dem steuerlichen Jahresfreibetrag von ca. 8000€ bleiben. Ich verdiene mehr als die von der Krankenkasse vorgesehene Obergrenze von ca. 400€ im Monat. Allerdings werde ich im Jahresdurchschnitt wahrscheinlich unter dieser Grenze bleiben, da ich nur 5 von den 12 Monaten arbeite. Damit fülle ich eine Lücke in meinem Studium. Ich war bisher die ganze Zeit über meine Eltern mitversichert.

Ich möchte die Krankenversichertenbeiträge nicht bezahlen, wenn es geht.

Die Beraterin der Krankenkasse erläuterte, die Krankenkasse könne anhand der Steuererklärung den Verdienst einsehen und deswegen wäre keine Hinterziehung möglich.

Soweit ich weiss, muss ich bei einem Verdienst unter 8000€ im Jahr keine Steuererklärung abgeben. Wenn ich keine Steuerklärung abgebe, kann ich der Krankenkasse verschweigen, wieviel ich verdiene.

Funktioniert das? Hat die Krankenkasse Einsicht in meine Finanzen? Muss ich tatsächlich keine Steuererklärung abgeben?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal kann ich Ihnen nur raten bezüglich der Krankenversicherung ordnungsgemäße Angaben zumachen, da Sie ggf. ein Strafverfahren riskieren, von einer Nachzahlungsverpflichtung ganz abgesehen.

Als Student dürfen Sie einen 450 €- Job (Minijob !) ausüben und können als Student in der Krankenversicherung versichert bleiben. Für den Betrag werden pauschale Abgaben und Steuern abgeführt, so dass Sie keine Steuererklärung machen müssen. Wenn Sie dies tun können Sie aber unter Umständen eine Rückzahlung erhalten.

(Anders sieht es aus, wenn Sie keinen Minijob ausüben, dann gilt die Grenze von 415 € im Monat.)

Sie dürfen auch mehr wie 450 € verdienen aber höchstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr.

In der Vorlesungszeit dürfen Sie höchstens 20 Wochenstunden arbeiten, es sei denn es gelten die Regelungen für Werkstudierende.

Sie sollten gegen über der Krankenkasse den Job im Zweifel offenlegen.

Die Krankenkasse bekommt unter Umständen eine Meldung über den Arbeitgeber (Meldung zur Sozialversicherung).




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.08.2016 | 16:43

Sehr geehrter Herr Brödel,

Danke für Ihre Antwort, ich hätte es aber gerne konkreter.

Mein Arbeitgeber meldet mich nicht an, da ich auf Honorarbasis arbeite und somit selber für die Abfuhr der Sozialversicherungsbeiträge zuständig bin.

Mich interessiert konkret, wie die Krankenkassen das Strafverfahren einleiten würden und welche Kontrollmechanismen vorhanden sind. Unser System sollte betrugssicher sein, damit alle einzahlen müssen. Ich habe das Gefühl, ich könnte damit davonkommen und möchte gezeigt bekommen, warum das nicht der Fall ist.

Deswegen meine Fragen:
Können Krankenkassen Konten einsehen, ja oder nein?

Muss ich bei einem Jahresverdienst von weniger als 8000€ eine Steuererklärung abgeben, ja oder nein?

Nachdem Sie mir als Anwalt geraten haben, den Job der Krankenkasse offenzulegen, werde ich das mal tun. Soweit vertraue ich Ihrer Einschätzung. Ich bin aber dennoch daran interessiert, wie unsere Kontrollmechanismen in Deutschland genau funktionieren.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.08.2016 | 18:56

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Wenn Sie auf Honorarbasis arbeiten, sind Sie verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Hinzukommt, dass Sie als Student bei selbstständiger Arbeit, wie bereits oben ausgeführt höchstens 20h / Woche arbeiten dürfen.

Wichtig ist auch, dass Sie tatsächlich keiner "Scheinselbstständigkeit" nachgehen. Sollten Sie tatsächlich Arbeitnehmer sein und bekommt der Arbeitgeber eine Betriebsprüfung müssen die Beträge zur Sozialversicherung und für die Krankenkasse nachentrichtet werden. Um Ihre Frage nach der Kontrollmöglichkeit zu beantworten. Es kommt regelmäßig zu Betriebsprüfungen, dabei könnte festgestellt werden, dass Sie krankenversicherungspflichtig waren aber keine Beiträge abgeführt haben.

Sollte festgestellt werden, dass Sie keine Beiträge bezahlt haben, wird die Krankenkasse die Akten an die Staatsanwaltschaft weiterleiten, diese wird dann ermitteln.

Ein Datenaustausch zwischen dem Finanzamt und der Krankenkasse kann ebenfalls stattfinden, bspw. nach § 10 Abs. 2 Satz 3 oder § 52 Abs. 24 EStG.
Darüber hinaus kann die Krankenkasse ggf. den Jahressteuerbescheid verlangen.

Auf Grund der vielen Unwägbarkeiten, insbesondere auch wegen des Honorartätigkeit, kann ich wiederholt nur davor warnen eine Nebentätigkeit der Krankenkasse zu verschweigen. Gemäß § 25 Abs. 1 SGB IV verjährt der Anspruch der Krankenkasse bei einem vorsätzlichen Vorenthalten von Beiträgen erst nach 30 ! Jahren.

Bewertung des Fragestellers 02.08.2016 | 22:21

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"Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! Ich habe alle Antworten bekommen, die ich gebraucht habe, daher überall 5 Sterne. "
FRAGESTELLER 02.08.2016 5/5,0