Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Offener Transportschaden mit Abstellerlaubnis

20.01.2013 23:08 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Rat in in der folgenden Angelegenheit:

Von privat habe ich via E-Mail von einer Privatperson eine gebrauchte Espressomaschine gekauft und per Überweisung bezahlt. Der Versand erfolgte versichert per GLS.

Da ich am Zustellungstag das Paket nicht persönlich entgegennehmen konnte, habe ich eine Abstellerlaubnis ausgestellt und an meine Wohnungstür geklebt. Als Abstellort habe ich "Vor der Wohnungstür [...]" erlaubt und die Erlaubnis mit Vor- und Zunamen unterschrieben (ggf. relevant). Mit dem Hauswart sowie der GLS-Zentrale vereinbarte ich, dass der Zusteller beim Hauswart klingelt, um ins Treppenhaus zu gelangen.

Die Zustellung erfolgte wie geplant in meiner Abwesenheit. Die Tracking-Information für die Paketnummer auf der GLS-Website führt jedoch - abweichend von meiner tatsächlich gegebenen Unterschrift - lediglich meinen Nachnamen auf. Zudem ist die Schreibweise im Online-System abweichend ("...ss") von meiner tatsächlichen Schreibweise ("...ß").

Bei meiner Heimkehr stand das Paket ordnungsgemäß vor der Wohnungstür. Zu meiner Überraschung klebte der Abstellerlaubnis-Zettel noch an der Wohnungstür. Der Zusteller hatte ihn nicht mitgenommen. Also befindet sich der Zettel noch (bzw. wieder) in meinem Besitz.

Das Paket selbst wies jedoch einen offenen Transportschaden auf. Das Paket hat an mindestens zwei Stellen Löcher mit einem Durchmesser von mehreren Zentimetern. Aus diesen Löchern fielen Plastiksplitter heraus.

Nach Öffnen des Pakets stellte ich fest, dass die Espressomaschine (La Spaziale Vivaldi S1) nicht sehr dick verpackt war. Links und rechts befanden sich große Styroporteile, vermutlich von der Originalverpackung. Ansonsten gab es keine weiteren Polsterungen.

Die Maschine wies starke Beschädigungen auf. Alle Plastikteile sind beschädigt (zum Teil sind Gewinde herausgebrochen) und auch diverse Metallteile haben Schaden genommen (Maschinenfüße sind abgebrochen und teilweise verschwunden, vermutlich aus dem aufgerissenen Karton herausgefallen).

Die Schäden an Karton und Maschine wurden fotografisch festgehalten. Innerhalb von 24 Stunden habe ich eine Reklamation mit Schadensmeldung an GLS gemailt.

Aufgrund mangelnder Erfahrung und Kenntnis mit Transportschäden habe ich jedoch nicht den Auspackvorgang abgebrochen, sondern die Maschine aufgestellt, um die Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

Den Verkäufer habe ich ca. 48 Stunden nach Erhalt des Pakets per E-Mail inkl. Fotos über die Situation informiert. Er beteuert, dass er eine einwandfreie Maschine versandt hatte und betont, dass er dies mit Fotos und Videos belegen könne. Außerdem betont er, dass er eine Transportversicherung abgeschlossen hätte, und meint, dass er am Folgetag den Vorgang bei GLS reklamieren werde.

Meine Fragen an Sie:
1. Wer haftet in dieser Konstellation für den Transportschaden?
2. Gilt die Abstellerlaubnis als erteilt, obwohl der Zusteller den Zettel hängen ließ und die im Online-System eingepflegte Unterschrift von meiner tatsächlichen Unterschrift abweicht (Vor-/Zuname und Schreibweise)?
3. Wie sollte ich vorgehen, um mich schadfrei zu halten?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Auskunft und verbleibe mit freundlichen Grüßen.
21.01.2013 | 00:46

Antwort

von


(524)
Throner Str. 3
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069-4691701
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes beantworte ich die Frage gerne wie folgt:

In Ihrem Fall handelt es sich um einen sogenannten Versendungskauf im Sinne des § 447 BGB :

„§ 447 Gefahrübergang beim Versendungskauf
(1) Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat.
(2) Hat der Käufer eine besondere Anweisung über die Art der Versendung erteilt und weicht der Verkäufer ohne dringenden Grund von der Anweisung ab, so ist der Verkäufer dem Käufer für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich."

Dieser kommt zur Anwendung bei einem Verkauf von einer Privatperson, im Gegensatz zum Verbrauchsgüterkauf, wenn ein Unternehmer an einen Verbraucher verkauft.

Beim Verbrauchsgüterkauf trägt der Verkäufer die Gefahr des Transports. In Ihrem Fall – Versendungskauf – geht die Gefahr der Beschädigung wie in der Regelung erwähnt auf den Käufer über, wenn die Sache an den Spediteur übergeben wird.

Voraussetzung ist, daß der Verkäufer die Übergabe der Maschine an das Transportunternehmen nachweisen kann. Dies ist dem Verkäufer nach Ihrer Darstellung möglich, daher gilt grundsätzlich der o.g. Gefahrübergang, d.h. der Verkäufer haftet mit der Übergabe an GLS nicht mehr.

In diesem Fall kommt nur eine Haftung von GLS in Betracht. Der Verkäufer hat den Transport versichert, daher haben Sie Anspruch auf diese Versicherungsleistung.

GLS müßte natürlich im Streitfalle nachweisen, daß GLS – entweder durch die erwähnte Anweisung oder ihre Vertragsbedingungen – die Erlaubnis hatte das Paket dort abzustellen, sonst könnte man bereits daraus ein Verschulden ableiten. Nach Ihrer Darstellung gehe ich davon aus, daß dies GLS möglich ist (etwa durch den Anruf in der Zentrale, Foto der Erlaubnis o.ä.).

Nach alledem sehe ich nur die Möglichkeit den Schaden bei GLS geltend zu machen.

Sie sollten sich daher am Besten die schriftliche Bestätigung des Verkäufers über die Schadensmeldung übermitteln lassen und ggf. abklären, ob eine Abtretung des Anspruchs vom Verkäufer an Sie nach den Vertragsbedingungen möglich ist.

Dann können Sie direkt gegen GLS vorgehen, falls es Schwierigkeiten bei der Schadensabwicklung gibt.

Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann.
Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung bieten und stehe Ihnen für eine persönliche Rechtsberatung auch über die angegebene E-mail Adresse gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de



ANTWORT VON

(524)

Throner Str. 3
60385 Frankfurt am Main
Tel: 069-4691701
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Vertragsrecht, Kaufrecht, Wirtschaftsrecht, Urheberrecht, Internationales Recht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Baurecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79781 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Dr. Hoffmeyer hat meine Frage und auch die inhaltlich erweiterte Nachfrage klar und eindeutig beantwortet. Da dies nicht meine erste Frage war, die Herr Dr.Hoffmeyer zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet hat, möchte ich ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnell und kompetent geholfen ! Gerne wieder ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die schnelle Hilfe. ...
FRAGESTELLER