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Oberstufenzulassung gefährdet (Schleswig-Holstein)

10.06.2018 17:56 |
Preis: 49,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt


Hallo,

unsere Tochter besucht die 10. Klasse einer Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein. Gemäß der uns bekannten Verordnung für die Zulassung zur Oberstufe, darf im Abschlusszeugnis nur eine Note 5 (Gymnasiale 5 / Ü5) enthalten sein. Unsere Tochter hatte in der letzten Woche (KW23) bereits die Vornoten erhalten. D.H. eine mündliche Bekanntgabe der kommenden Zeugnisnoten durch den Klassenlehrer. Dabei stellte sich heraus, es gibt eine 5 In Mathe für unsere Tochter. Zu bemerken ist noch, dass diese Vornoten bekannt gegeben werden, um gegebenenfalls eine mündliche Prüfung durchzuführen. Mit dem Ziel die Note zu verbessern.
Zusammenfassend wurde vom Klassenlehrer mitgeteilt, das die Oberstufenzulassung gegeben sei, da es nur eine 5 (Mathe) gibt.
Nach der Bekanntgabe der Noten entstanden in der Schülerschaft Gerüchte, dass auch Noten aus der Klasse 7 und 8 für die Versetzung in die Oberstufe ausschlaggebend sein können. Im Falle meiner Tochter sind das die Fächer Informatik (Klasse 7) und Verbraucherbildung (Klasse 8). Nach Prüfung der alten Zeugnisse aus Klasse 7 und 8, stellt sich heraus, das es in Informatik eine 5 gibt. Nach Rücksprache mit dem Stufenleiter bestätigt sich, das auch die Informatiknote aus der 7. Klasse für die Zulassung zur Oberstufe genutzt wird. Aktuell haben wir also die Situation, dass unsere Tochter aufgrund der beiden fünfen keine Zulassung für die Oberstufe bekommen kann. Dabei ist zu bemerken, das ansonsten die Noten nicht schlecht sind. Bei einem Notendurchschnitt von 2,1 kann man durchaus die Meinung vertreten, dass unsere Tochter das Abitur schaffen könnte. Dabei ist zu sagen, das unsere Tochter eben genau das will.

Unsere Tochter hat im Vorfeld den Wunsch geäußert die Schule nach Hamburg zu wechseln um dort das Abitur zu machen. Hier wurde bereits eine Schule gefunden. Diese Schule verlangt jedoch im Zeugnis einen Passus für die Versetzung in die Oberstufe. Nach jetzigem Wissen kann dieser Passus nicht im Zeugnis erscheinen.

Welche Möglichkeiten bestehen für unsere Tochter, die Oberstufenzulassung zu erhalten.
Würde sich die Situation verändern bei einem wechseln von Schleswig-Holstein nach Hamburg.

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Fragen gerne wie folgt:

Gemäß § 7 VI der Landesverordnung über Gemeinschaftsschulen Schleswig Holstein gilt folgendes: Eine Schülerin ist in die Oberstufe versetzt, wenn die Leistungen in der Abschlussarbeit der Klasse 10 nicht in mehr als einem Fach schlechter als befriedigend sind und kein Fach 5 oder 6 ist. Aus Ihrer Frage geht nicht hervor, welche Noten Ihre Tochter in diesen Abschlussprüfungen hat.

Auch versetzt ist man, wenn die Leistungen im Ganzjahreszeugnis der Jgst. 10 in nicht mehr als einem Fach schlechter als ausreichend ist und kein Fach mit ungenügend ist. Nun teilen Sie mit, dass Ihre Tochter in Mathe eine fünf hat. Das ist lediglich ein Fach, so dass sie versetzt wäre.

Hier noch der genaue Wortlaut der o.g. Verordnung zur Vervollständigung:

" (6) Die Schülerinnen und Schüler nehmen in der Jahrgangsstufe 10 an einer Prüfung zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses teil. Eine Schülerin oder ein Schüler ist in die Oberstufe versetzt, wenn die Leistungen im Abschluss, bezogen auf die Anforderungsebene zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses, in nicht mehr als einem Fach schlechter als befriedigend sind und kein Fach mit mangelhaft oder ungenügend benotet wurde, oder wenn die Leistungen im Ganzjahreszeugnis der Jahrgangsstufe 10, bezogen auf die Anforderungsebene zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife, in nicht mehr als einem Fach schlechter als ausreichend sind und kein Fach mit ungenügend benotet wurde. Sofern an Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe diese Bedingungen nicht erfüllt sind, kann die Klassenkonferenz im Einzelfall die Versetzung beschließen, wenn sie zu der Auffassung gelangt, dass die Schülerin oder der Schüler in der Oberstufe erfolgreich mitarbeiten kann. In diesem Fall trifft die Klassenkonferenz Maßgaben, wie der Lernerfolg nachgewiesen werden muss, und begründet diese schriftlich. "

Auch zu beachten ist noch folgender Passus : " Sofern an Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe diese Bedingungen nicht erfüllt sind, kann die Klassenkonferenz im Einzelfall die Versetzung beschließen, wenn sie zu der Auffassung gelangt, dass die Schülerin oder der Schüler in der Oberstufe erfolgreich mitarbeiten kann. In diesem Fall trifft die Klassenkonferenz Maßgaben, wie der Lernerfolg nachgewiesen werden muss, und begründet diese schriftlich. "

Demnach kann sogar noch nach Auffassung der Klassenkonferenz eine Versetzung stattfinden, wenn die genannten Einzelfallvoraussetzungen vorliegen, sogar also jemand mehr als eine fünf hat. Leider ist mir nun nicht bekannt, ob es sich um eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe handelt. Sie teilen aber mit, dass der Notendurchschnitt Ihrer Tochter bei 2,1 liegt, so dass über diese Möglichkeit allemal nachzudenken wäre.

Nun teilen Sie aber noch mit, dass in der Schülerschaft die Meinung sei, dass noch Noten aus den Klassen 7 und 8 für die Versetzung herangezogen werden würden. Einen derartigen Passus konnte ich allerdings nicht finden. Lediglich könnte es sich auf folgendes beziehen: Gemäß § 17 VI der o.g. Verordnung gilt noch folgendes:

"(7) Bei der Entscheidung über die Zuerkennung des Abschlusses werden die am Ende der letzten Jahrgangsstufe erteilten Noten aller Fächer und Wahlpflichtkurse sowie die Note für die Projektarbeit berücksichtigt. Zudem werden die zuletzt erteilten Noten in den Fächern und Wahlpflichtkursen berücksichtigt, die in der vorletzten Jahrgangsstufe oder im ersten Halbjahr der letzten Jahrgangsstufe letztmalig unterrichtet wurden. Der Schülerin oder dem Schüler wird der Abschluss zuerkannt, wenn nicht mehr als eine Endnote schlechter als ausreichend ist und keine Endnote ungenügend erteilt wird. Dabei wird die Note für die Projektarbeit der Endnote eines Faches gleichgesetzt."

Bei der Entscheidung, ob die Schülerin den Abschluss bekommt, werden die Noten in den Fächern und Wahlpflichtfachkursen der vorletzten Jgst oder 1. HJ. der letzten Jahrgangsstufe letztmalig unterrichtet worden sind.
Das wäre ja aber die Jgst. 8 oder 9. Nicht jedoch die Informatik- Note aus Klasse 7.

Ich kann Ihnen daher derzeit nur empfehlen, dringend in der Schule oder beim Schulamt oder beiden nachzufragen, wie sich diese Meinung der Schülerschaft (und offenbar der Lehrerschaft) auch begründet. Möglicherweise gibt es noch schulinterne Versetzungsregeln ? Auch sollte die Möglichkeit in Erwägung gezogen werden, ob es - vorausgesetzt das wäre so- die Möglichkeit der Versetzung durch die Klassenkonferenz gibt. Ich empfehle Ihnen, schnell zu handeln, ehe die Zeugnisse geschrieben sind und die Konferenzen alle vorbei sind. Offenbar gibt es ja im Kollegium auch unterschiedliche Auffassungen.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

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