Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Oberflächenwasser eines Hangs

22.09.2010 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Liebes Anwaltsteam,

meine Frau und ich bauen gerade ein Haus im Bundesland Bayern in Hanglage in einem Neubaugebiet.

Kurz zur Lage der Grundstücke: Oberhalb des Neubaugebiets befindet sich ein Weinberg von dem laut Aussage der Nachbarn bei starkem Regen immer wieder Wasser herunterkommt. Zwischen dem Baugebiet und dem Weinberg wurde von der Gemeinde ein kleiner Wassergraben angelegt, der den Abfluss des Wassers gewährleisten soll. Direkt an diesen Graben grenzt unser Grundstück, das wir auf Anraten des Architekten mit einer 50cm hohen Betonmauer gegen Wasser vom Weinberg geschützt haben. Das Grundstück unter uns wird ebenfalls gerade neu bebaut. Die Geländeoberfläche des Nachbarn liegt nach dem Ausbaggern seines Hangs an unserer gemeinsamen Grenze ca. 3m unter uns.

Nun hat der Nachbar Angst, dass (Regen)-Wasser von unserem Grundstück auf sein Grundstück fliesen könnte. Insbesondere dass seine Bruchsteinmauer, die er als Hangstabilisierung zu uns errichtet hat, unterspült werden könnte. Hierzu muss man sagen, dass wir auf unserem Grundstück die Hanglage und somit die Geländeoberfläche nicht verändert haben. Der Nachbar hat sein Grundstück sozusagen eingeebnet und liegt deswegen wie erwähnt 3m tiefer.

Nun zu unseren Fragen:
- Inwieweit sind wir verpflichtet den Nachbarn vor (Regen-)Wasser zu schützen (z.B. durch eine Drainage, o.ä.)?
- Müssen wir einen Zaun o.ä. an der Grundstücksgrenze zu ihm anbringen, so dass kein Kind oder Besucher von uns seine 3m hohe Bruchsteinmauer hinunterstürzen kann?

Wenn möglich hätten wir auch gerne die Rechtsgrundlage zu Ihrer Antwort.

Besten Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

1. Sie sind nicht verpflichtet, den Nachbarn vor »wild abfließendem« Wasser zu schützen. Sie müssen nur folgendes beachten:

- Es darf kein Regenwasser auf das Nachbargrundstück von Ihren Gebäuden fließen (anders nur, wenn ein sog. Traufrecht besteht).

- Sie dürfen nicht »den außerhalb eines Bettes dem natürlichen Gefälle folgenden Abfluss von Wasser, das auf [Ihrem] Grundstück [...] sich dort natürlich ansammelt (wild abfließendes Wasser) [..] so verändern, dass belästigende Nachteile für die tiefer liegenden Grundstücke entstehen« (§ 63 Abs. 1 Ziff. 1 des Bayerischen Wassergesetzes).

Sie müssen also keine Drainage auf Ihrem Grundstück zugunsten des unteren Grundstücks des Nachbarn anlegen. Hierzu besteht weder aus dem privatrechtlichen Nachbar- noch aus dem Wasserrecht eine Verpflichtung.

Allerdings kann durch die 50 cm-Betonmauer eine Veränderung des natürlichen Abflusses entstanden sein, die möglicherweise einen Nachteil für das Nachbargrundstück verursacht. Diese Frage wäre genauer zu untersuchen. Schlimmstenfalls kann eine Haftung auf Schadensersatz drohen: Die zitierte wasserrechtliche Vorschrift ist ein sog. Schutzgesetz gemäß § 823 Abs. 2 BGB, die bei fahrlässigem Verstoß eine privatrechtliche Haftung auslösen kann. Nehmen Sie zunächst nochmals Rücksprache mit Ihrem Architekten.

Daneben empfiehlt es sich, dass Sie mit dem Nachbarn eine Vereinbarung über den Regenwasserablauf treffen: Es besteht z. B. die Möglichkeit, dass Sie dem Nachbarn - ggfs. gegen Entgelt - gestatten (und dies z. B. als Grunddienstbarkeit festschreiben), eine Drainage auf Ihrem Grundstück anzulegen. Die Einzelheiten einer solchen Vereinbarung richten sich nach den tatsächlichen Gegebenheiten der Grundstücke. Falls die Möglichkeit einer Einigung besteht, sollten Sie einen Anwalt aufsuchen, der eine solche Vereinbarung entwerfen kann. Dies kann Ihnen künftige Streitigkeiten ersparen.

2. Ja, Sie sollten unbedingt ein Zaun anbringen. Der Höhenunterschied stellt eine erhebliche Gefahrenquelle dar, für die Sie eine Verkehrssicherungspflicht tragen. Sollte ein Kind von Ihrem Grundstück aus abstürzen, würden Sie auf Schadensersatz haften, der gerade bei Personenschäden erheblich sein kann. Daher sollten Sie schnellstmöglich einen Zaun aufstellen lassen!


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69673 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, präzise, sachlich - perfekt. Ganz herzlichen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Frage ausführlich beantwortet keine weitere Nachfrage. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
vielen Dank für die rasche und gründliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER