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Nutzungsrecht am Starfoto

29.08.2012 21:19 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin verantwortlicher Bearbeiter eines Facebookacounts für eine freiwillige BOS Organisation. Diese Organisation wird öfter zur Absicherung verschiedener Veranstaltungen (Konzerte ect) eingesetzt. Desöfteren haben wir auch die internationalen und nationalen Stars zu einem Erinnerungsfoto gebeten. Wie sieht die rechtliche Situation aus, wenn wir diese nun veröffentlichen möchten? Riskieren wir Abmahnungen? Schriftliche Nutzungserlaubnisse sind nicht vorhanden, kann ich von stillschweigendem Einverständniss ausgehen, da ja eine Gruppe abgelichtet wurde (da es sich ausschließlich um Mitglieder der BOS handelt liegt eine schriftliche Einverständniserklärung vor) und die Stars sich deutlich sichtbar von der Gruppe abheben.

Wie muss zukünftiger Weise eine schriftliche Einverständnisserklärung aussehen? Können Sie mir eine erstellen?

29.08.2012 | 22:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


vielen Dank für Ihre interessante Frage, die ich Ihnen gerne auf der Grundlage Ihrer Angaben und der gesetzlichen Vorgaben, sowie dem gewählten Einsatz beantworte.

Gemäß § 22 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KunstUrhG) hat jeder das Recht, die Verbreitung oder öffentliche Darstellung von Abbildungen der eigenen Person zu entscheiden. Es muss also eine ausdrückliche oder konkludente (also stillschweigenden) Einwilligung des abgebildeten Stars bestehen.

Nur die Aufnahme jeglicher Bilder von Jedermann für den Privatgebrauch ist also generell frei.

Die Einwilligung kann sich aus den Umständen ergeben, bei denen die Aufnahme erstellt wird.
Nach den von Ihnen geschilderten Umständen entsteht der Eindruck, dass private Erinnerungsbilder fotografiert werden, die gegebenenfalls auch im Rahmen der Organisation intern verbreitet werden. Davon muss der Abgebildete ausgehen.

Dass eine Nutzung im Internet erfolgt, die wohl auch eine gewisse Werbewirkung für die Organisation beinhaltet, ist dagegen so ohne weiteres wohl nicht erkennbar.
Eine Nutzung als geschäftliche Werbung liegt auch dann vor, wenn die Organisation keinen Gewinn erzielt oder gemeinnützig ist.

Auf eine Einwilligung mit der öffentlichen Nutzung im Internet lässt sich daher allein aus den Umständen nicht schließen.

Gemäß § 23 Abs. 1 Satz 1 Ziff. 1 KunstUrhG müssen es sich Prominente (Personen der Zeitgeschichte) aber auch gefallen lassen, wenn bei einer Berichterstattung in der Presse jedenfalls Bilder gezeigt werden, die bei ihrer beruflichen oder künstlerischen Tätigkeit aufgenommen wurden. Eine Einwilligung ist hier nicht erforderlich.

Nach Ihrer Darstellung werden die Bilder aber auch nicht im Rahmen von Presseveröffentlichungen, sondern im Rahmen der Darstellung der Organisation verwendet.

Auch die Ausnahme nach Ziff 3 der Vorschrift greift nicht, weil hier nur Bilder von Personen, die im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und Umzügen fotografiert werden (z.B. Zuschauer), gezeigt werden dürfen. Hier handelt es sich aber um Portraitbilder, die nur bei Gelegenheit einer solchen Veranstaltung gezielt hergestellt wurden.

Da Stars in der Regel auch Verwertungsverträge mit Agenturen unterhalten, die eine Nutzung von Abbildungen überwachen, empfehle ich Ihnen unter Vorlage des Bildes vorsorglich eine schriftliche Genehmigung einzuholen, auch wenn der Abgebildete scheinbar mit der Nutzung einverstanden war.

Dafür genügt eine formlose Anfrage (zumindest via Email) bei der Pressestelle (Agentur), die bekannte Künstler in der Regel unterhalten, oder bei der Person selbst, in der klargestellt wird, dass eine Veröffentlichung in Facebook geplant ist und um Genehmigung gebeten wird.

Natürlich kann der Abgebildete auch direkt bei der Aufnahme gefragt werden. Dabei sollte das Bild in der Kamera gezeigt werden. Eine mündliche Genehmigung würde auch ausreichen. Jedoch empfehle ich Ihnen zum Nachweis eine schriftliche Bestätigung. Dort sollte eingewilligt werden, dass die aufgenommenen Bilder im Internet öffentlich von der Organisation gezeigt werden dürfen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Musiol, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Stefan Musiol
Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz

ANTWORT VON

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