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Nutzung einer verpachteten Fläche durch Dritte


08.04.2007 15:15 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

in meinem Fall geht es um einen Lagerplatz für Brennholz. Nachdem wir uns letztes Jahr einen Kachelofen einbauen haben lassen, habe ich im letzten Winter als Selbstwerber ca. 15-16 Raummeter/Ster Brennholz selbst gemacht.

Ein Nachbar, der Eigentümer einer Wiese ist, bot mir nun an, dieses Brennholz dort zum Trocknen aufzustapeln. Nachdem diese Wiese als Pferdekoppel genutzt wird, habe ich meinen Nachbarn mehrfach gefragt, ob das mit der Holzlagerung auch wirklich in Ordnung geht und ob er auch mit dem Pächter dies geklärt hat, nicht dass es eben am Ende deshalb Ärger gibt. Nachdem der Nachbar immer nur sagte, dass dies kein Problem ist und ich mit ihm auch abgesprochen hatte, wo ich denn das Brennholz hinstapeln kann, hatte ich mir jetzt Urlaub genommen und war eine ganze Woche damit beschäftigt, Holz zu spalten und dort aufzustapeln.

Gestern sprach mich nun der Pächter der Pferdekoppel an und fragte mich, warum ich denn einfach auf seiner gepachteten Koppel Holz aufgestapelt habe. Er setzte mir eine Frist von 2 Wochen, innerhalb derer ich das Holz von seiner Koppel schaffen soll. Da war ich doch ziemlich überrascht und habe mit dem Eigentümer gesprochen, der es mir erlaubt hat. Wie sich herausstellte, hatte dieser nicht mit dem Pächter deshalb geredet gehabt. Er ist einfach davon ausgegangen, dass so etwas den Pächter nicht stören wird.

Mein Holzstapel nimmt mit seiner Fläche nur etwa 1 Prozent der Pachtfläche ein. Ich habe ihn sehr stabil gebaut, auch wirkt er nicht störend, da er direkt an eine angrenzende Hecke gesetzt wurde und sich gut landschaftlich einfügt. Auch denke ich nicht, dass davon eine Gefährdung für die Pferde ausgeht. Nun wollte ich dem Pächter Geld dafür bieten, er sagt aber, es gibt keine andere Lösung als das Holz zu entfernen.

Nachdem mich der Bau des Holzstapels etwa 25-30 Stunden Arbeit gekostet hat und ich deshalb auch eine ganze Woche Urlaub dafür verwendet habe, kann ich jetzt nicht einsehen, diesen gleich wieder abbauen zu müssen. Spätestens im Herbst nächsten Jahres werde ich den Holzstapel sowieso entfernen, um das Holz zu verbrennen. Jedoch habe ich im eigenen Grundstück aktuell keine Lagermöglichkeit.

Was könnte man jetzt in diesem Fall machen? Den Holzstapel umzusetzen wäre ein sehr großer Aufwand. Es gibt für die Reitkoppel nur einen mündlichen Pachtvertrag laut Auskunft des Eigentümers.

Vielen Dank
Sehr geehrter Herr Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

Der Pächter kann die Entfernung des Holzstapels verlangen,er hat aufgrund der Pacht die alleinige Nutzungsbefugnis.

Auch mündlich abgeschlossene Pachtverträge sind wirksam.

Ein Beweisproblem insoweit(also dafür,dass der Pachtvertrag überhaupt
abgeschlossen wurde)sehe ich hier nicht,da der Verpächter/Eigentümer
den Abschluss der Pacht Ihnen gegenüber nicht bestritten hat.



Der Eigentümer(Verpächter) hatte Ihnen versprochen,dass der Holzstapel auf der Reitkoppel trotz Pacht in Ordnung gehe.

Damit hat sich der Eigentümer Ihnen gegenüber entsprechend verpflichtet.In dem nun drohenden Abbau des Stapels läge eine Verletzung dieser vorgenannten Verpflichtung des Eigentümers,welche zu Schadensersatzansprüchen Ihrerseits gegen den Eigentümer führt.

Der Eigentümer muss ,wenn es zum Abbau des Holzstapels kommt,folgenden Schaden in Euro ersetzen:


Stundenaufwand-jeweils Aufbau -und Abbau.


Ich rate an,den Eigentümer hiervon schriftlich in Kenntnis zu setzen.
Vielleicht bewirkt dies,dass sich der Eigentümer veranlasst sieht,auf den Pächter in Ihrem Sinne doch noch einzuwirken.

Gelingt dies nicht,muss der Stapel entfernt werden ,die Kosten für Aufbau und Abbau könnnen dann dem Eigentümer in Regress gestellt werden.

Sofern für den etwaigen Abbau weiterer Urlaub nötig ist,kommt als zusätzlicher (vom Eigentümer zu ersetzender )Schaden ein weiterer Betrag für entgangene Urlaubsfreude in Betracht,da der dann erforderliche weitere Urlaub(Arbeit statt Erholung) auf der Pflichtverletzung des Eigentümers beruht.

Sie können auch Dritte(=Firma,Privatperson) mit dem Abbau(falls nach dem oben Ausgeführten unvermeidbar)beauftragen und den dann an diesen Dritten zu zahlenden Betrag vom Eigentümer zurückverlangen.



Mit freundlichen Grüßen
und trot des Ärgers noch schöne Ostern


Dorothee Mertens

Rechtsanwältin


Mit freundlichen Grüßen

Dorothee Mertens

Rechtsanwältin




Ergänzung vom Anwalt 08.04.2007 | 20:30

Ergänzung:

Sollte der Eigentümer sein(wohl nur mündliches ) Versprechen Ihnen gegenüber(=Holzlagerung auf Pferdekoppel gehe in Ordnung)bestreiten ,so benötigen Sie zur Durchsetzung Ihrer Schadensersatzansprüche entsprechende Zeugen .

Sollte das Versprechen schriftlich formuliert worden sein,haben
Sie ja das entsprechende Dokument als juristischem Beweis.



M.f.G.

Dorothee Mertens

Rechtsanwältin
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