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Nutzung eigener Bilder

10.10.2006 20:47 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte(r) Frau/Herr Anwalt,

ich arbeite u.a. als Fotograf. Vor einem Jahr bin ich von einer Bekannten gebeten worden, ihre künstlerischen Blumengestecke ("Ikebana", mit Lebend- und Verwelkendpflanzen, Stichwort "vergängliche Kunstwerke") zu fotografieren, damit die Person damit Werbung und eine Künstler-Mappe für sich machen kann (Sie bietet Ikebana als Dienstleistung an).
Aus freundschaftlichen Gründen und weil ich die Person unterstützen möchte, entfiel eine Bezahlung meiner fotografischen Arbeit vorerst ("Ich bezahle deine Foto-Arbeit, wenn ich mal zu Geld komme" :-).

Inzwischen sind 8 Fotosessions mit Blumengestecken vergangen (alle vorerst ohne Bezahlung) und es liegen ca. 30 Fotos vor (fotografiert, gescannt, auf-/nachbearbeitet von mir), die richtig gut sind.

Das Nutzungsrecht für Werbung, Flyer, Mappe habe ich der Person mündlich erteilt und ihr dafür Scans zur Verfügung gestellt.

Dass die Person, wenn sie jetzt diese Bilder kommerziell vermarkten möchte (für limitierte Drucke, Kalender), für diese kommerzielle Nutzung ein Nutzungsrecht von mir braucht, ist glaube ich klar, weil sie sonst gegen mein Urheberrecht verstieße.

Wie sieht es aber aus, wenn nun i c h diese Fotos, auf die ich ja das Urheberrecht habe, kommerziell nutzen möchte?

Darf ich das ohne Einwilligung der Person, die die Gestecke hergestellt hat, tun?
Muß ich sie am Erlös beteiligen?
Wenn ja, wie sähe eine angemessene Gewinnaufteilung aus (Arbeitsaufwand "Gestecke herstellen" und Arbeitsaufwand "Fotografieren, Scannen, Nachbearbeiten" etwa 1:2)?

Vielen Dank für Ihre Antwort (es liegt hier übrigens kein Streitfall vor, ich möchte nur gerne den rechtlichen Background wissen).

Nette Grüße!
11.10.2006 | 09:55

Antwort

von


(13)
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10961 Berlin
Tel: 030-24048391
Web: http://www.internet-rechtsberater.com
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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

auf Grund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich die Frage wie folgt:

Sofern es sich bei den von Ihnen gemachten Bildern um Lichtbildwerke im Sinne de § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG handelt, haben Sie ein Urheberecht an den Fotografien.

Als Lichtbildwerke sind solche Fotografien anzusehen, in denen die künstlerische Auffassung und Gestaltungskraft des Fotografen einen Ausdruck findet. Dies kann durch die Wahl des Motivs, durch Herausarbeitung von Licht und Schatten oder durch die Verwendung anderer künstlerischer Gestaltungsmittel geschehen.

Ich gehe davon aus, dass die oben beschriebenen Bilder diese Voraussetzungen erfüllen. Damit sind Sie Schöpfer von urheberechtlich geschützten Werken.

Ich erachte den Ikebanaersteller nicht als Urheber Ihrer Fotografien, da Sie als Fotograf alleine Werke mit einer gewissen Schöpfungshöhe erschaffen haben.

Ferner lag vom Ikebanaersteller auch die Genehmigung zur Fotografie vor.

Als Urheber stehen Ihnen die Verwertungsrechte der §§ 15 ff. UrhG zu.

Nach der Schilderung des Sachverhalts ist kein Miturheberrecht eines anderen an den Bilder ersichtlich.

Sie können die Bilder alleine verwerten. Sie sollten jedoch bei der Verwertung beachten, dass Sie den Ersteller der Blumenarrangements in räumlicher Nähe zum Bild nennen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Beantwortung der Frage weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

Email: a.wincierz@internet-kanzlei.de


ANTWORT VON

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