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Notebook defekt Rückgabe / Geld zurück?

10.06.2008 15:07 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Eltern haben mir für mein Studium vor knapp 2 Jahren ein Targa Notebook bei Lidl gekauft (ca 1000Euro).
Das erste Jahr funktionierte das Notebook einwandfrei. Aus Heiterem Himmel
startete es einfach nicht mehr - der Bildschirm blieb schwarz.
Ich habe einen Bekannten, der sich mit PCs auskennt zu dem Problem gefragt und er meinte, das wohl ein Hardware-Defekt vorliege.

Zu dem Gerät liegt eine Garantiekarte (3Jahre) von Targa bei. Ich rief zusammen mit meinem Bekannten bei der Service Hotline an. Dort gab der Mitarbeiter einige Anweisungen in Bezug auf mögliche Anwender-Fehler (ich sollte das Gerät mit/ohne Akku starten, usw). Nachdem wir ihn überzeugten, dass der Bildschirm einfach schwarz bleibt und keinerlei Aktivitäten (normalerweise gut hörbarer lauter Lüfter) zu bemerken waren, wurde ein Termin zur Abholung (durch DHL) vereinbart.

Nach knapp 3 Wochen kam das Notebook wieder zurück und funktionierte. Im beiligenden Fehlerbericht stand, dass das Motherboard ausgetauscht wurde, der PC einem Komplett-Test unterzogen wurde und nun wieder funktioniere.

Nach einem Monat trat der gleiche Fehler auf, die gleiche Prozedur wurde wiederholt, der gleiche Fehler festgestellt.

Wiederum nach einem Monat komplett das gleiche noch einmal.

Nachdem also der PC insgesamt drei mal zur Reparatur eingeschickt wurde und immer der gleiche (ausgebesserte) Fehler festgestellt wurde, trat zum 4. Mal der Fehler auf.
Bei der Service Hotline habe ich nach einem Austauschmodell oder nach "Geld-zurück" gefragt, man würde sich in wenigen Tagen bei mir melden.


Nun meine Fragen:

Ich habe gelesen, dass ich nach 3 Reparaturen keine 4. mehr akzeptieren muss, also mein Geld zurückverlangen kann?!?
Das nennt sich Rücktritt o.ä.
Wieviel kann ich da Verlangen (Alles oder Restwert)?
Wie errechnet sich so ein Restwert?
Oder habe ich Anspruch auf ein Ersatzgerät (mit gleicher Leistung)?

Lohnt es, sich mit Hilfe eines Anwalts direkt an Targa zu wenden?
Oder ist Lidl der eigentliche Ansprechpartner?

Welche Zeiträume haben die Firmen eigentlich bei den ganzen Verfahren?

Ich hoffe auf baldige Antwort,
mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst müssen Sie streng zwischen den Ihnen gegenüber dem Verkäufer (LIDL) zustehenden Gewährleistungsrechten und eventuellen Garantiezusagen des Herstellers (TARGA) unterscheiden.

Die gesetzliche Gewährleistung bezieht sich auf die Mangelfreiheit des Kaufgegenstandes zum Zeitpunkt der Übergabe an den Käufer. Sie beträgt nach § 438 BGB grundsätzlich 24 Monate und kann bei Gebrauchtwaren per AGB oder einzelvertraglich auf 12 Monate verkürzt werden. Der Kunde kann daher seine Rechte bei Lieferung eines mangelbehafteten Gegenstandes 2 Jahre lang (bzw. 1 Jahr bei gebrauchten Waren, sofern kaufvertraglich vereinbart) gegenüber dem Verkäufer geltend machen, sofern ein Mangel bei Übergabe der Kaufsache vorliegt. Zu Gunsten des privaten Käufers gegenüber dem gewerblichen Verkäufer wird beim Verbrauchsgüterkauf in den ersten 6 Monaten nach Übergabe vermutet, dass die Ware schon zum Lieferzeitpunkt defekt war, es sei denn, der Verkäufer kann nachweisen, dass der Mangel zum Zeitpunkt der Lieferung noch nicht bestand. Reklamiert der Kunde später als 6 Monate nach dem Kauf, so kehrt sich die Beweislast um, d.h. er muss beweisen, dass der Gegenstand schon bei der Übergabe einen Mangel aufwies. Um überhaupt Gewährleistungsansprüche gegenüber der Firma LIDL zu begründen, müssten Sie deshalb vorliegend auch den Beweis führen können, dass das Notebook bereits bei Übergabe bzw. dem Kauf mangelbehaftet war. Leider lässt sich dies in der Praxis nur durch teure Sachverständigengutachten beweisen und ist vorliegend ohnehin unmöglich geworden, da das Notebook bereits seitens des Herstellers repariert worden ist und die ursprüngliche Hauptplatine für ein Sachverständigengutachten nicht mehr zur Verfügung steht. Gewährleistungsansprüche gegenüber der Firma LIDL dürften vorliegend also kaum gerichtlich durchsetzbar sein, so dass weder ein Rücktritt vom Kaufvertrag, noch ein damit verbundener Wertersatz seitens LIDL in Betracht kommt.

Mit dem Verweis auf 3 erfolglose Reparaturversuche beim Hersteller können Sie allerdings versuchen, LIDL zu einer Kulanzrücknahme des Laptops zu bewegen. Hierbei können und sollten Sie selbstverständlich anbieten, dass Ihnen der aktuelle Zeitwert des Notebooks ersetzt wird, den Sie ohnehin nur bei einem Rücktritt im Rahmen von Gewährleistungsrechten erhalten hätten.

Leider vermag ich ohne Kenntnis der Garantiebestimmungen des Herstellers diesem gegenüber aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung auch keine Ansprüche auf Wertersatz erkennen.

Eine Garantie ist eine zusätzliche, freiwillige Leistung des Händlers und/oder des Herstellers. Die Garantiezusage bezieht sich immer auf die Funktionsfähigkeit bestimmter Teile (oder des gesamten Geräts) über einen bestimmten Zeitraum. Bei einer Garantie spielt der Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden keine Rolle, da ja die Funktionsfähigkeit für den Zeitraum „garantiert“ wird.
Da die Garantie keine Gewährleistung ist, können Sie nach zwei fehlgeschlagenen Nachbesserungsversuchen des Herstellers nicht vom Kaufvertrag zurücktreten. Es gelten in diesem Fall nämlich nicht die gesetzlichen Bestimmungen über die Gewährleistung, sondern die Garantiebestimmungen des Herstellers, die im Falle einer erfolglosen Garantie idR keinen Wertersatz vorsehen. Vielmehr besteht üblicherweise im Rahmen der Garantiezeit nur ein Anspruch auf kostenlose Reparatur oder Austausch des defekten Gerätes.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Auskunft erteilen zu können, hoffe aber Ihnen dennoch eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt


_____________
Rechtsanwalt Michael Euler
Roßmarkt 21
60311 Frankfurt/Main
Tel: 069 36605388 – Fax: 069 92005959
Internet: www.RA-Euler.de

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