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Note Arbeitszeugnis

| 10.07.2020 20:37 |
Preis: 70,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich benötige eine Aussage welche Note mein Arbeitszeugnis im gesamten entspricht und eine Bewertung, sowie kurze Erläuterung der einzelnen Absätze.

Aufgrund der Anonymität lasse ich die Beschreibung zu meiner Person und dem Unternehmen weg.

Herr XX war in der Finanzbuchhaltung zuständig für die ordnungsgemäße Buchführung mehrerer Unternehmen der XX, XX und XX. Zu seinen Aufgaben gehörten:

- Stammdatenpflege in XX
- Durchführung der Fakturierung innerhalb der Gruppe
- Buchung aller anfallenden Belege
- Durchführung der Monatsabschlüsse
- Durchführung des Mahnwesens
- Abwicklung des Zahlungsverkehrs
- Abgabe der USt-Voranmeldung
- Abgabe der Zusammenfassenden Meldung

Herr XX füllte den ihm übertragenen Arbeitsbereich zufriedenstellend aus. Dank seiner Auffassungsgabe und seiner Flexibilität arbeitete er sich in neue Aufgabenstellungen schnell ein und fand praxisnahe Lösungen. Auch unter schwierigen Bedingungen und in Belastungsphasen leistete er gute Arbeit.

Bei der Ausführung seiner Tätigkeit agierte Herr XX konzentriert und gewissenhaft. Er war engagiert und verfügt über eine hohe Leistungsbereitschaft. Aufgrund seines dienstleistungsorientierten Verhaltens erzielte er gute Arbeitsergebnisse. Zusammenfassend verdienen seine Leistungen unsere volle Anerkennung.

Wegen seines freundlichen, höflichen und hilfsbereiten Auftretens war Herr XX ein geschätzter Ansprechpartner. Unseren Geschäftspartnern gegenüber trat er stets korrekt und zuvorkommend auf.

Mit dem heutigen Tage scheidet Herr XX auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus. Wir bedauern sein Ausscheiden, bedanken uns für seine konstruktive Mitarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Stadt, 30 Juni 2020

Unterschrieben von Geschäftsführung und Leitung/Prokurist

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Das Zeugnis ist teilweise widersprüchlich formuliert. Insgesamt entspricht das Zeugnis der Note "befriedigend", vielleicht mit der Tendenz zum "schwach befriedigend".


2.

Zunächst unterstelle ich, dass die Aufgabenbereiche zutreffend aufgeführt sind. Die Beschreibung "Abgabe der Zusammenfassenden Meldung" ist aber unglücklich gewählt, weil diese Tätigkeitsbezeichnung nichtssagend ist. Zudem sollte der Arbeitgeber auf korrekte Rechtschreibung achten, sofern die Widergabe dem Originalzeugnis entspricht.

Die Formulierung "Herr XX füllte den ihm übertragenen Arbeitsbereich zufriedenstellend aus" bedeutet, dass man Ihre Leistungen als befriedigend, also als durchschnittlich, bewertet. Für eine Bewerbung ist das natürlich von Nachteil, da Sie mit Mitbewerbern konkurrieren müssen, die bessere Bewertungen erhalten haben.

Der folgende Satz "Dank seiner Auffassungsgabe und seiner Flexibilität arbeitete er sich in neue Aufgabenstellungen schnell ein und fand praxisnahe Lösungen. Auch unter schwierigen Bedingungen und in Belastungsphasen leistete er gute Arbeit" scheint eine Tendenz zur Note "gut" aufzuweisen, kann aber auch eine versteckte Kritik an Ihrer Arbeit enthalten. So heißt es, Sie hätten "praxisnahe Lösungen" gefunden. Das klingt zunächst positiv, kann aber auch bedeuten, dass Ihre Tätigkeit meist brauchbar, aber eben nicht praxisgerecht gewesen sei.


3.

Der Satz "Zusammenfassend verdienen seine Leistungen unsere volle Anerkennung" ist die Benotung und entspricht einem "befriedigend".


4.

Auch den Satz "Unseren Geschäftspartnern gegenüber trat er stets korrekt und zuvorkommend auf", sehe ich kritisch. Man könnte daraus ablesen, dass Sie sich gegenüber Kollegen und Vorgesetzten weder korrekt noch zuvorkommend verhalten hätten.


5.

Die Schlußformel ist in Ordnung.

Insgesamt handelt es sich aber um ein weniger gutes Arbeitszeugnis, so dass es ggf. Sinn machen könnte, mit dem Arbeitgeber über eine Neuformulierung zu sprechen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2020 | 21:41

Sehr geehrter Herr Raab,

der Arbeitgeber wird kein neues Zeugnis ausstellen.
Meine ehemalige Kollegin (Austritt ein Monat früher) hat ebenfalls ein schlechtes und widersprüchliches Zeugnis erhalten.

Können Sie mir sagen ob sich hier eine Klage vor dem Arbeitsgericht, wegen den Formulierungen, als sinnvoll erscheint?

Vielen Dank schon mal für die ausführliche Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2020 | 21:51

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Zeugnis den Arbeitnehmer nicht in seinem beruflichen Fortkommen hindern soll, gleichzeitig aber wahrheitsgemäß sein muss.

Natürlich besteht ein nicht unerheblicher Formulierungsspielraum.


2.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie zu schlecht bewertet worden sind, kann sich eine Klage vor dem Arbeitsgericht durchaus lohnen. Meist wird in der vorgeschalteten Güteverhandlung ein Vergleich geschlossen, der zu Ihren Gunsten ausgehen dürfte.

Etwas Anderes würde nur gelten, wenn die Leistungen des Arbeitnehmers nachweisbar tatsächlich so schlecht gewesen sind, dass die Benotung noch als positiv anzusehen wäre.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.07.2020 | 21:54

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