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Notarvertrag Aufteilung Gebäude- und Grundstückspreis


23.07.2007 10:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Ich stehe unmittelbar vor dem Kauf eines Grundstücks bebaut mit einem Mehrfamilienhaus. Der Kaufpreis wurde schon vereinbart und beläuft sich aus 215 000 Euro. Das Grundstück hat einem Wert lt. Bodenrichtwert von mindestens 175 000. Das Haus hat einen Restwert von ca. 160 000 Euro.

Jetzt ist mein Bestreben natürlich einen möglichst hohen Gebäudewert anzusetzen um eine höhere Abschreibung zu realisieren.

Jetzt findet sich oft der Rat die Aufteilung von Grundstücks- und Gebäudewert in den Notarvertrag aufzunehmen. Meinem Laienverständnis nach, kann doch der Käufer frei festlegen, be welchem Teil er den "Rabat" ansetzt. Analog zu "Beim Kauf von 1 T-Shirt gibt es das zweite kostenlos" oder erfüllt das den Bestand der misbräuchlichen Steuergestalltung?

Meine Frage daher:

realer Restwert Gebäude: 160 tsd.
Grundstück: 55 tsd.

oder relativ Aufteilen: Kaufpreis = 65% des Werts Sachwert Gebäude + Grundstück lt. Bodenrichtwert

Gebäude: 103 tsd.
Grundstück: 112 tsd.

oder dreist ;->

Gebäude: 200 tsd.
Grundstück: 15 tsd.

Danke im Vorraus
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

Zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ist der Kaufpreis in Höhe von 215.000,00 € in einen Grundstücks- und Gebäudeanteil aufzuteilen.

Dabei ist zunächst ist der Bodenwert und der Gebäudewert gesondert zu ermitteln und sodann sind die Anschaffungskosten nach dem Verhältnis der beiden Wertanteile in Anschaffungskosten für den Grund- und Bodenanteil und den Gebäudeanteil aufzuteilen (BFH v. 10.10.2000, BStBl 2001 II S. 183).

Für den vorliegenden Fall bedeutet das:

Die Summe der beiden Bodenrichtwerte beträgt ca. 335.000,00 €. Von diesem Wert entfallen ca. 48 % auf das Gebäude (160.000,00 € : 335.000,00 €), sodass sich folgende Ansätze ergeben:

Gebäudeanteil: 48 % von 215.000,00 € = 103.200,00 €
Grund- und Bodenanteil: 52 % von 215.000,00 € = 111.800,00 €

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 23.07.2007 | 11:28

Danke für die wirklich schnelle Antwort. Leider ist diese (Situation) für mich nicht wirklich befriedigend. Das BStBl bezog sich (leider habe ich nur Zugriff auf die Überschrift) auf Eigentumswohnungen. In meinem Fall liegt ja ein reines Mietobjekt vor. Sehen Sie eine Möglichkeit das Verhältnis zu beinflussen?

z.B. Ertragswertverfahren, Argumentation Grundstücksgröße für Ertrag nicht entscheident / Zuschnitt / Gefälle

oder könnte man zwei unabhängige Kaufverträge abschließen.

Da muss doch was zu machen sein ;-<

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.07.2007 | 11:35

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen gerne wie folgt beantworten möchte:

Das zitierte Urteil bezog sich in der Tat auf Eigentumswohnungen, wird jedoch von der Finanzverwaltung auf alle bebauten Grundstücke angewandt (H 7.3 EStH).

Vielleicht verzichten Sie auf die Aufnahme der Aufteilung in den notariellen Vertrag, denn erfahrungsgemäß akzeptiert das Finanzamt einen Grund- und Bodenanteil von 20 % - 30 %.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

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