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Notarieller Kaufvertrag.Eigentumswohnung


| 11.07.2005 16:49 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Notarieller Kaufvertrag am 18.6.04 über 196.000,00 EUR geschlossen. Kein Expose erhalten aber andere Objekte des Bauträgers angeschaut.
Bezugsfertigkeit im Vertrag: 1.3.05 - Wohnung wurde am 18. April mit vielen Mängeln und Fehlern übergeben. im Juli 05 sind immernoch Mängel vorhanden.Gleiche Probleme bei allen anderen Eigentümern. Architekt hat Sonderwünsche nicht oder falsch berücksichtigt.
Meine andere Wohnung konnte ich wegen der 3 monatigen Verspätung nicht renovieren+vermieten.
1. Soll ich allein gg. den Bauträger klagen oder mit den anderen Eigentümern zusammen?
2. Ein Preisnachlass von ca. 5 % meiner Gesamtsumme möglich?
3. Durch die Nichteinhaltung des Termins entgingen mir ca. 700,00 EUR Miete p.M.Schadensersatz möglich?
4. Welcher Rechtsanwalt übernimmt das Mandat? Der Bauträger baut wieder weitere Objekte und andere Menschen erleben den gleichen Ärger nochmals.Monate Verspätung und auch jetzt noch im Dreck + Staub.
P.S. Ein Nachlass von ca. 950,00 EUR wurde mir angeboten.

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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:

Zunächst ist bei zeitlichem Verzug des Bauunternehmers/Bauträgers bzgl. der Fertigstellung eines Bauwerkes Folgendes zu beachten:

Die in Verträgen vereinbarten Fertigstellungstermine können in der Praxis oft nicht eingehalten werden. Kommt es dann z. B. zu Mietausfällen, stellt sich oft die Frage, wer für den Schaden haftet, besonders wenn den Bauunternehmer kein eigenes Verschulden trifft. Der BGH hat daher entschieden (Az. VII ZR 469/01): Hat ein Unternehmer keine Schuld an der Verzögerung der Fertigstellung eines Werkes, ist nach Ablauf des vertraglich vereinbarten Fertigstellungstermins grundsätzlich erst eine Mahnung erforderlich, um den Verzug des Unternehmers zu begründen.

In Ihrem Fall gehe ich davon aus, dass ein Verschulden des Bauträgers bzw. ein diesem zurechenbares Verschulden vorliegt und auch eine Mahnung Ihrerseits erfolgte.

1)
Es bestünde die Möglichkeit sich mit den anderen Eigentümern zusammenzuschließen um so besser agieren zu können. Letztlich wird aber jeder Eigentümer seine Ansprüche gesondert durchsetzen müssen. Eine Sammelklage ist in Deutschland nicht zulässig. Es besteht lediglich die Möglichkeit, dass alle Eigentümer Ihre Ansprüche gegen den Bauträger an einen Eigentümer abtreten und dieser dann klagt. Dies hätte evt. noch den Vorteil, dass die anderen Eigentümer als Zeugen in Betracht kommen (Kläger und Beklagte selbst, kommen als zeugen nicht in Betracht).

2)
Sie haben im Falle der verspäteten Fertigstellung die Möglichkeit den sog. Verzugsschaden ersetzt zu verlangen.

Weiter können Sie als Besteller des Werkes im Falle der Verzögerung auch Schadensersatz statt der Leistung vom Werkunternehmer verlangen.

In Ihrem Fall ist die Wohnung nun aber fertiggestellt, sodass allenfalls der Ersatz des Verzugsschadens verbleibt.

Sollten immer noch Mängel vorhanden sein, könnte Ihnen darüber hinaus ein Recht zur Minderung des Kaufpreises zustehen. Über die Höhe kann ich Ihnen hier leider keine Angaben machen, da ich die vorhandenen Mängel nicht kenne.
Ich rate Ihnen hier ohnehin einen Bausachverständigen einzuschalten und die Mängel dokumentieren und begutachten zu lassen.
Sie könnten so auch im Wege eines Beweissicherungsverfahrens vorgehen.

Grundsätzlich jedenfalls ist eine minderung um 5 % möglich, soweit die Mängel den Wert der Wohnung um diese 5% mindern.

3)
Die entgangene Miete können Sie als Schadenersatz geltend machen. Ich verweise auf meine Ausführungen oben.

4)
Da ich jetzt bei der Beantwortung der Frage noch nicht sehe, aus welcher Region Sie kommen, fällt es mir schwer einen Kollegen/eine Kollegin zu empfehlen. Evt, wenden Sie sich an den örtlichen Verein "Haus und Grund" oder die zuständige Rechtsanwaltskammer. Dort wird man Ihnen mit Sicherheit einen Baurechtsexperten empfehlen können.

Die Minderung um 950 € erscheint mir aufgrund Ihrer Schilderung übrigens zu gering.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.07.2005 | 17:55

Soll ich dem Bauträger jetzt schriftlich mitteilen, dass ich den Nachlass von 950,00 EUR als wesentlich zu niedrig empfinde und die Restsumme z.B. in Höhe von 15.000,00 EUR (2x Rate plus Sonderwünsche) von mir nicht bezahlt wird.
Einigung untereinander oder vor Gericht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.07.2005 | 17:59

Die 950 € sollten Sie nicht akzeptieren. Teilen Sie dem Bauträger mit, dass Sie die Restsumme erst zahlen, wenn sämtliche Mängel abgestellt sind und setzen Sie dafür eine Frist.

Wichtig ist noch, dass Sie sämtliche Mängel dokumentieren, um diese später beweisen zu können.

Bewertung des Fragestellers |


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