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Notar erstellt trotz kompletter Bezahlung das Nachlassverzeichnis nicht

| 19.11.2018 11:10 |
Preis: 76,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


14:17
Der beauftragte Notar zur Erstellung eines Nachlaßverzeichnisses forderte die komplette Bezahlung in Höhe von ca 8000,00 Euro vor Beginn seiner Tätigkeit.Diese Summe wurde von mir überwiesen.Trotzdem beginnt der Notar seit ca 6 Monaten nicht mit der Erstellung des Verzeichnisses. trotz mehrfacher Nachfrage und der Bitte um eine Erläuterung zum Stand erhalte ich keine Antwort. Jetzt hat der Notar mir angeboten 3/4 des Betrages zurückzu erstatten und das Mandat niederzulegen.Damit bin ich nicht einverstanden und finde daß höchst unseriös.
Da die Erstellung des NV von Pflichtteilsbeteiligten gefordert wurde befürchte ich ein Fristversäumnis.Welche Konsequenzen hat das für mich und wie kann ich die zügige Erstellung des NV durch den Notar erwirken und kann ich Beschwerde gegen den Notar einlegen.
19.11.2018 | 12:02

Antwort

von


(1044)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie sind mit Erbe geworden und werden nun von einem oder mehreren Pflichtteilsberechtigten bezüglich des Pflichtteils in Anspruch genommen.

Die Pflichtteilsberechtigten haben von Ihnen verlangt, ein Nachlassverzeichnisses vorzulegen.


2.

Dass der Notar ihnen 75 % des gezahlten Honorarvorschusses mit der Maßgabe erstatten will, dass er das Mandat niederlegt, ist zumindest ungewöhnlich, meiner Meinung nach aber schlicht inakzeptabel.

Der Vorschlag des Notars liefe im Ergebnis darauf hinaus, dass er rund 2.000 € eingenommen hätte, ohne dass Sie auch nur ansatzweise eine Gegenleistung erhalten haben.


3.

Für mich ist nicht recht nachvollziehbar, woran die Erstellung des Nachlassverzeichnisses scheitert.

Die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses kann, was vom Nachlass abhängt, umfangreich sein, was indes nicht erklärt, dass der Notar vorschlägt, das Mandat niederzulegen.

Wenn man einem Notar oder einem Rechtsanwalt den Auftrag erteilt, ein Nachlassverzeichnisses zu erstellen, ist der Notar oder der Rechtsanwalt auf die Mitarbeit des Erben angewiesen. Man muss akribisch zusammenstellen, welcher Aktivnachlass und welcher Passivnachlass vorhanden ist. Wirkt der Auftraggeber dabei nicht mit, kann der Notar oder der Rechtsanwalt, der das Nachlassverzeichnisses erstellen soll, natürlich nicht ordnungsgemäß arbeiten.

Woran die Erstellung des Nachlassverzeichnisses in Ihrem Fall zu scheitern scheint, ergibt sich aus dem Sachverhalt nicht.


4.

Die Pflichtteilsberechtigten werden zur Vorlage des Nachlassverzeichnisses eine Frist gesetzt haben. Das ist allgemein üblich. Oftmals können diese Fristen aber nicht eingehalten werden, zum Beispiel dann, wenn Grundstücke zum Nachlass hören, deren Verkehrswert erst durch Sachverständigengutachten ermittelt werden muss. In diesen Fällen kann man auf diese Problematik hinweisen und um Fristverlängerung bitten.

Würde eine Frist, die seitens der Pflichtteilsberechtigten gesetzt worden ist, versäumt, und würde nicht um Fristverlängerung nachgesucht, bestünde die Gefahr, dass Klage auf Vorlage eines Nachlassverzeichnisses erhoben wird. Da Sie verpflichtet sind, den Pflichtteilsberechtigten ein Nachlassverzeichnisses vorzulegen, würden Sie in einem solchen Rechtsstreit unterliegen mit der Folge, dass Sie die Kosten eines Gerichtsverfahrens zu tragen hätten.


5.

Sie können den Notar auffordern, das Nachlassverzeichnisses zu erstellen und dem Notar hierfür eine Frist setzen. Natürlich muss diese Frist im Hinblick auf den Aufwand, den die Erstellung des Nachlassverzeichnisses bereitet, angemessen sein. Allerdings wurde der Auftrag vor rund sechs Monaten erteilt, so dass der Notar hinreichend Zeit hatte, das Nachlassverzeichnisses zu fertigen. Deshalb sollte eine Frist von 2-3 Wochen zur Fertigstellung des Nachlassverzeichnisses ausreichen.

Wenn eine Frist seitens des Pflichtteilsberechtigten gesetzt worden ist, dürfte es sich empfehlen, dem Notar mit auf den Weg zu geben, um Fristverlängerung zu bitten. Selbstverständlich können das Sie auch erledigen, um keine Nachteile zu erleiden.

Den Vorschlag des Notars bezüglich der Teilrückzahlung des Vorschusses würde ich zurückweisen.

Entweder der Notar zahlt den gesamten Vorschuss zurück und Sie suchen einen anderen Notar oder auch einen Rechtsanwalt, der das Nachlassverzeichnisses erstellt oder der Notar, den Sie beauftragt haben, nimmt die Tätigkeit auf.


6.

Beschwerde einlegen können Sie bei der Notarkammer.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 19.11.2018 | 12:38

Sehr geehrter Herr Raab,
vielen Dank für Ihre Antwort.Da ich als Alleinerbe bestimmt bin,habe ich schon ein selbsterstelltes NV den PTberechtigten zur Verfügung gestellt,welche jetzt ,für mich nachvollziehbar,ein notarielles NV einfordern.
Sollte der für mich als mindestens unseriös ,wenn nicht noch schlimmer,wirkende Notar,trotz einer Beschwerde bei der Notarkammer,nicht fristgerecht liefern und die PT berechtigten klagen auf Herausgabe des NV würde ich den Proßes also trotzdem verlieren,weil das NV nicht vorliegt,obwohl ich daran nichts ändern kann,da der Notar nicht liefert?

Vielen Dank nochmals für Ihre ausführliche Erklärung

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2018 | 14:17

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Den Rechtsstreit würden Sie in der Tat verlieren, weil der Pflichtteilsberechtige einen Rechtsanspruch auf Vorlage eines Nachlassverzeichnisses mit Belegen hat. Ggf. könnten Sie aber Schadenersatz vom Notar verlangen in Bezug auf die Kosten eines diesbezüglichen Gerichtsverfahrens.


2.

Allerdings empfehle ich, ein Prozeß zu vermeiden.

D. h., um Fristverlängerung bitten und dem Notar "auf die Füsse treten", so wie in meiner Antwort ausgeführt.

Nach Fristablauf das Nachlassverzeichnis anderweitig erstellen lassen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.11.2018 | 14:41

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