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Nötigung und Mobbing unter Nachbarn

| 20.07.2015 23:51 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


01:18

Zusammenfassung: Mobbing durch Nachbarn kann zahlreiche Straftaten darstellen. Falls das Opfer ein Mobbingtagebuch führt, liegt ein sehr wertvolles Beweismittel vor. Neben der Möglichkeit einer Strafanzeige können sich Opfer auch zivilrechtlich wehren. Möglich ist vor allem eine Unterlassungsklage gegen die Täter.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit geraumer Zeit werden Bekannte von ihren Nachbarn gemobbt und genötigt. Ein Mobbingtagebuch wurde geführt, Vorkommnisse bildlich dokumentiert. Der Vermieter der mobbenden Partei hat mehrfach erfolglos schriftlich versucht dem Treiben Einhalt zu gebieten.
Das Mobbing gipfelte in einem Blumenkübel, der direkt vor der Wohnungseingangstüre meiner Bekannten deponiert wurde.
Der Mann ist schwer krank und gehbehindert, er hätte über den Kübel stürzen und sich schwer verletzen können.
Dass er krank ist, wissen die mobbenden Nachbarn genau.

Die ehemaligen Vermieter wissen auch ein leidvolles Lied über diese Leute und ihr Verhalten zu klagen.

Meine Bekannten wollen nun Strafanzeige stellen und zusetzlich durch einen Anwalt Klage führen auf Unterlassung.

Was müssen sie noch beachten und hat das Ganze überhaupt Aussicht auf Erfolg?

Mit vielen Grüßen.
21.07.2015 | 00:50

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


Mobbing durch Nachbarn hat sich in den letzten Jahren leider zu einem recht großen gesellschaftlichen Problem entwickelt. Die Handlungsmöglichkeiten der Opfer sind bedauerlicherweise sehr begrenzt.

Das Mobbing der Täter kann zahlreiche Straftaten verwirklichen. Besonders häufig geht es um Beleidigungen, üble Nachreden, Verleumdungen, Sachbeschädigungen und Diebstahl. Auch Körperverletzungen sind keine Seltenheit. Der Vorfall mit dem Blumenkübel vor der Wohnungseingangstür begründet beispielsweise den Verdacht einer versuchten Körperverletzung.

Wie die Erfahrung zeigt, werden viele Strafverfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Daher war es von Ihren Bekannten sehr klug, ein Mobbingtagebuch zu führen und Beweise bildlich festzuhalten.

Rechtlich müssen Ihre Bekannten unbedingt beachten, dass viele Mobbing-Taten sog. "Antragsdelikte" darstellen. Die Taten werden also nur dann strafrechtlich verfolgt, wenn das Opfer einen Strafantrag gestellt hat oder die Staatsanwaltschaft ausnahmsweise das öffentliche Interesse bejaht. Für den Strafantrag ist eine Frist von 3 Monaten zu beachten. Die Frist beginnt, sobald das Opfer von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangt.

Bei zukünftigen Taten sollte daher jeder Vorfall zeitnah zur Anzeige gebracht werden. Es ist also unbedingt davon abzuraten, die einzelnen Vorfälle über Monate hinweg zu sammeln, um sodann "auf einen Schlag" Strafanzeige zu erstatten. Auf diese Weise besteht nämlich die ernsthafte Gefahr, dass die Strafantragsfrist bei einigen Taten bereits abgelaufen ist.

Die Erfolgsaussichten können aus der Ferne leider nicht wirklich zuverlässig eingeschätzt werden. Falls unbeteiligte Nachbarn die ständigen Schikanen mitbekommen haben, so besteht natürlich eine sehr vorteilhafte Beweislage. Unter diesen Umständen kann ein strafrechtliches und zivilrechtliches Vorgehen durchaus gelingen.

Wichtig ist aus Opfersicht aber vor allem, dass überhaupt Gegenwehr geleistet wird. Sobald die Täter erkennen, dass sich Opfer wehren und zu rechtlichen Schritten greifen, wird das Mobbing oftmals abrupt eingestellt.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 21.07.2015 | 01:07

Sehr geehrter Herr Franz,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Verstehe ich diese recht, dass das Anführen der ehemaligen Vermieter der Mobbingpartei zur Verdeutlichung des Verhaltens dieser Leute (beim ehemaligen Vermieter gab es sogar Handgreiflichkeiten) wenig Sinn macht da das dortige Geschehen mehr als 3 Monate her ist?

Direkte Nachbarn als Zeugen benennen wird schwierig, da es sich um ein 2 Parteienhaus handelt und die meisten Vorfälle sich innerhalb des Hauses ereignen oder aber ganz bewusst bei Nacht in der Dunkelheit getätigt werden wie z.B. das bewusste regelmäßige Verbringen des Hundes auf den Balkon nach 1 Uhr nachts, der dann die halbe Nachbarschaft zusammenkläfft. An eine Nachtruhe meiner Bekannten ist dann jedenfalls nicht mehr zu denken.
Gehe ich da recht in der Annahme, dass permanente Nachtruhenstörung dieser Art an Körperverletzung grenzt?

Viele Grüße.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.07.2015 | 01:18

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

1.

Sie können ohne Probleme sämtliche Taten anführen. Bei Vorfällen, die länger als 3 Monate zurückliegen, hängt eine strafrechtliche Verfolgung sodann jedoch davon ab, dass die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse bejaht. Dies ist stets eine Ermessensfrage des zuständigen Sachbearbeiters.

2.

Eine permanente Ruhestörung begründet für sich allein noch keine Körperverletzung. Für eine Körperverletzung wäre es erforderlich, dass eine Einwirkung auf den Körper oder die Gesundheit erfolgt. Dies kann beispielsweise bei außergewöhnlichen Stressreaktionen der Fall sein (Herzrasen, Übelkeit, Schwindel, usw.).


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.07.2015 | 01:29

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"Meine Fragen wurden präzise und sehr freundlich beantwortet, so dass meine Bekannten nun endlich wieder Hoffnumg schöpfen können, dass dieses Verhalten seitens ihrer Nachbarn ein Ende haben wird.
Vielen Dank dafür."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21.07.2015
5/5,0

Meine Fragen wurden präzise und sehr freundlich beantwortet, so dass meine Bekannten nun endlich wieder Hoffnumg schöpfen können, dass dieses Verhalten seitens ihrer Nachbarn ein Ende haben wird.
Vielen Dank dafür.


ANTWORT VON

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