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Nötigung der Bank 7,7% für Hausfinanzierung


02.12.2013 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Unsere Hausfinanzierung läuft im April aus . Die Nord LB hat mir nun ein Angebot geschickt das ich als Nötigung empfinde . 7.7 % zinsen und 7 % Tilgung . Wenn ich das nicht annehme wollen sie den Vertrag kündigen . Angeblich hätte ich meine Unterlagen nicht zugeschickt. Jedoch schlammpt die Bank schon länger. Ich hatte vor einem Jahr nach der Vorfälligkeit gefragt , worauf sie mir gleich einen Auflösungsvertrag schickten . ( 5 Monate keine Abbuchungen getätigt , musste sie 2 mal erinnen dieses doch endlich abzubuchen )Seit 20Jahren zahle ich regelmäßig und pünktlich meinen Abtrag . Bei einem derzeitigen Zinzsatz von rund 3 % kann das ja wohl nicht rechtens sein .Sicherlich wollen die Ausnutzen das ich vor einem Jahr keine Umschuldung bekommen habe , es war vor 20 Jahren um ein wesentliches leichter ein Darlehen zu bekommen . Auch bei der neuen Festschreibung vor 10 Jahren musste ich auf das Ursprungskapital weiterhin Zinsen zahlen und nicht nur auf die Restschuld .
7.7 +7 % kann ich mir nicht leisen , dann gehe ich pleite .

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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

In der Tat kann ich aus der täglichen Praxis bestätigen, dass Banken ihren Bestandskunden oftmals deutlich schlechtere Zinsen anbieten als Neukunden.

Juristisch ist dies aber grundsätzlich nicht als Nötigung einzustufen, denn insoweit gilt die Vertragsfreiheit. Die Bank kann Sie ja nicht dazu zwingen, dieses Angebot anzunehmen. Selbst wenn in Ihrer Darlehenskonstruktion z.B. Kurz- und Langläufer kombiniert wurden und so ein Wechsel aufgrund der Rangverschiebungen erschwert wäre, so bliebe es Ihnen dennoch unbenommen, eine Anschlussfinanzierung bzw. ein Forward-Darlehen bei einem anderen Kreditinstitut aufzunehmen.

Man könnte hier an zwar auch an Kreditwucher gemäß § 138 BGB denken, wenn der vertraglich vereinbarte Zins den marktüblichen Zinssatz relativ um 100% übersteigt (also mindestens doppelt so hoch liegt), oder wenn der Vertragszins den Marktzins absolut um 12% und mehr übersteigt (BGH, 24.03.1988 - III ZR 30/87). Allerdings würde auch dies regelmäßig voraussetzen, dass Sie praktisch gezwungen waren, den Vertrag mit dem Kreditinstitut abzuschließen.

Sie sollten daher zunächst versuchen, mit Ihrer Bank einen niedrigeren Zins für die Prolongation auszuhandeln, parallel dazu aber auch Angebote für eine Anschlussfinanzierung über ein anderes Kreditinstitut einholen.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen
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