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Nötigung, Korperveletzung, Kreditbetrug


30.01.2007 01:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



hatte eine beziehung über fast zwei jahren, er hat bei mir gewohnt, da ich ihn eingeladen hatte mit mir zu leben.

dieser ex-partner (wir waren verlobt) hat mich oft geschlagen (einmal bei der polizei ihn angezeigt, leider gleich danach wieder die anzeige zurückgenommen), mich sexuell gekränkt, er hat auch schaden in meiner wohnung verursacht (türen, objekten gebrochen, etc). öfters drohte er mich umzubringen falls ich aus dem haus gehe, er hat mich sogar länger als zwei wochen in meiner wohnung gehalten, da ich stark verletzt war und er wollte nicht dass jemand es sieht.

ich habe bankkrediten (über 30.000 EUR) wg. ihn aufgenommen (er wollte eine firma gründen, die jetzt bereits in london läuft(brokerhaus und investment management), habe teil seines lebensunterhalts hier und in london finanziert.

er versprach mir es zurückzuzahlen sobald die firma laufen würde, aber will mir das geld nicht zurückzahlen. drohte juristisch gegen mich vorzugehen falls ich ihn weiter "belästige".

Tatsache ist dass ich jetzt finanziell stark geschädigt, fast ruiniert bin.

im moment gibt es hier ein haftbefehl gegen ihm (nicht gezahlte geldstrafe-40 Tagesätze).

welche möglichkeiten habe ich gegen ihn vorzugehen (straf- und zivilrechtlich), da er jetzt in London lebt und britische staatsbürger ist?

welche kosten würden auf mich zukommen?

welche chancen habe ich?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

1. Da alle Handlungen nach Ihren Schilderungen in Deutschland stattgefunden haben, ist zunächst einmal auch deutsches Recht anwendbar.

2. Strafrechtlicher Teil

a) Ihren Schilderungen zufolge kämen Nötigung, Bedrohung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung in Betracht. Des weiteren kämen abhängig von den konkreten Umständen Betrug, Unterschlagung und Sachbeschädigung in Betracht.

Diese Delikte ergeben sich aus Ihren Schilderungen. Inwieweit die Delikte im Einzelnen zutreffen, kann nur eine genaue Prüfung aller Umstände klären.

b) Ihnen muss klar sein, dass Sie vor zwei Problemen stehen. Das erste Problem wird sein, dass Sie alle Vorfälle beweisen müssen. Ohne konkrete Anhaltspunkte wird keine Behörde in Deutschland tätig werden.

Das zweite Problem wird die Tatsache sein, dass der Betreffende im Ausland lebt, zum jetzigen Zeitpunkt auch ausländischer Staatsbürger ist. Strafrechtlich könnten Sie in Deutschland zwar ein Urteil gegen ihn erwirken. Solange sich der Betreffende im Ausland aufhält, wird es aber von der Vollstreckung her ein Problem geben. Eine Auslieferung kommt hier nicht in Betracht. Erst wenn der Betreffende sich wieder in Deutschland aufhalten würde, könnten die deutschen Behörden gegen ihn vorgehen. Inwieweit dann eine Vollstreckung der Strafe in Deutschland oder England stattfinden würde, hängt unter anderem vom Urteil ab und kann naturgemäß an dieser Stelle nicht beantwortet werden.

3. Zivilrechtlicher Teil

Auch zivilrechtlich können Sie gegen Ihren damaligen Verlobten vorgehen. Da auch diese Handlungen in Deutschland stattgefunden haben, können Sie zunächst deutsche Gerichte anrufen. Diese nehmen unproblematisch auch eine Zustellung der Ladung im Ausland vor (per Post).

Auch hier haben Sie wie beim strafrechtlichen Teil das Problem der Beweislast.

Sollten Sie jedoch einen Titel auf Rückgewährung des Darlehens erwirken (und auf Schadensersatz und möglicherweise Schmerzensgeld), könnten Sie diesen Titel von einem englischen Gericht anerkennen und dort vollstrecken lassen.

4. Die Kosten können an dieser Stelle nicht bemessen werden.

Hinsichtlich der strafrechtlichen Thematik könnten Sie selbst Anzeige erstatten. Das verursacht erst einmal keine Kosten. Der Hilfe eines Anwaltes müssten Sie sich erst dann bedienen, wenn zB die Behörden nicht mit der gebotenen Sorgfalt den behaupteten Straftaten nachgehen würden.

Hinsichtlich der zivilrechtlichen Thematik wären die Kosten eines Anwaltes schon aufgrund der Darlehenshöhe sicher in einem vierstelligen Bereich anzusiedeln. Hinzu kommt die Auslandsproblematik, welche die Kosten noch einmal erhöhen dürfte.

Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, würde diese eventuell die Kosten des Anwaltes im Zivilverfahreen übernehmen.

5. Die Erfolgsaussichten können unmöglich ohne eine genaue Prüfung abgeschätzt werden. Hierzu bedarf es einer Analyse aller Fakten und der vorliegenden Beweise. Hinzu kommen Verjährungsfragen, sowohl straf- als auch zivilrechtlich.

Ich würde Ihnen daher vorschlagen, eine Erstberatung bei einem strafrechtlich orientierten Kollegen in Anspruch zu nehmen. Hierzu sollten Sie alle verfügbaren Unterlagen mitnehmen und Zeugen benennen können. Sie würden dann eine genaue Einschätzung der Erfolgsaussichten und der Kosten erhalten und könnten daran anschließend Ihre weiteres Vorgehen entscheiden. Gerne kann ich Ihnen einen strafrechtlich orientierten Kollegen in Ihrer Nähe vermitteln, wenn Sie dies wünschen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit, gerade im Hinblick auf die schmerzvollen Erfahrungen, die Sie mit Ihrem damaligen Verlobten machen mussten.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt
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