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Nötigung, Beleidigendes Verhalten eines Anwaltes

12.10.2012 09:36 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
zur Vorgeschichte:
Vor vier Monaten wurde mir bei Trennungswunsch meiner Frau und Vorschlag einer Mediatorin mir vier Wochen Zeit zum Suchen und Finden einer Wohnung zu geben (meine Frau wollte mich zunächst sofort herausklagen) der Zugang zu unserem gemeinsamen Haus durch Schloßaustausch verwehrt. Da ich ohnehin in den kommenden Wochen ausziehen wollte/mußte, erschien meiner daraufhin engagierten Anwältin ein Einklagen sinnlos und wir entschieden - Dumm im Nachhinein - eine außergerichtliche Klärung. Seit nun vier Monaten habe ich mein Eigentum/persönliche Sache nicht erhalten, wohne in einem schlecht möblierten Ferienhaus. Meine Frau beansprucht beide Fahrzeuge, verweigert Gespräche beim Jugendamt.
Meine neue Anwältin - ich habe vor 2 Wochen gewechselt - beschäftigt sich jetzt mit der Klage bzgl. der persönlichen Gegenstände, Kindesumgang, Unterhalt, einer Unterlassungsklage, etc. - ist demnach nicht an Nebenkriegsschauplätzen interessiert, was ich nachvollziehen kann.
Vor einer Wochen hatte ich - nach zweijähriger Erkrankung wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nach Afghanistaneinsatz 2006 - ein Vorstellungsgespräch, um dort meine Assistenzarztzeit in einer hausärztlichen Praxis zu absolvieren. Die Praxisinhaber sind sehr interessiert, ich sollte Anfang dieser Woche erforderliche Unterlagen einreichen, am 10.10. sollte dann das zweite Gespräch mit Vertragserstellung/Unterschrift erfolgen.
Trotz mehrfacher mündlicher Aufforderung in der vergangenen Woche durch mich an meine Frau, einmaliger schriftlicher Aufforderung, mündlicher Aufforderung durch meine Anwältin, sowie einem forderndem Brief meiner Anwältin mit Fristsetzung zur Herausgabe am Haus zum 09.10. 18:00Uhr verstrich dieser Termin. Es war klar, dass ich ggfs. den Job nach langer Erkrankung nicht bekommen könnte. Die Herausgabe meiner Approbationsurkunde wurde davon abhängig gemacht, ob ich einen Order mit Werkstattrechnungen und einem Kaufvertrag beider Fahrzeuge, die unser gemeinsames Eigentum sind und den ich per Zufall hatte, im Gegenzug herausgebe. Ich entschied mich gegen diese Nötigung/Erpressung, da ich seit Monaten keinerlei Entgegenkommen merke und mir ständig unverschämte Briefe des Anwaltes durchlesen darf, der Hausbesuche macht, mit meiner Noch-Frau und unseren Kinder Essen geht, Sohnemann darf bei ihm Rasentraktor fahren, etc. Der Anwalt scheint in jedem Fall sehr persönlich engagiert zu sein, was er natürlich auch darf.
Um 18:15Uhr des 09.10. erhielt ich eine AB-Nachricht von meiner Anwältin mit folgendem Inhalt:„Hallo Herr K.(ICH), hier ist C(ANWÄLTIN). Sie können die Approbationsurkunde morgen ab 09:30 Uhr im Büro von Herrn RA W. (ANWALT GEGENSEITE) abholen. Schönen Abend, tschüß. Auch so, noch was Herr K. Herr W. bittet, wenn es möglich wäre, die Unterlagen für den Volvo mitzubringen. So wie ich ihn verstanden haben, hatten Sie das auch schon ´mal angekündigt, dass das für Sie kein Problem wäre. Ich denke, dass wäre auch, wenn man jetzt von der Erpressungsgeschichte ´mal ablässt, vielleicht ein Weg das zu machen. Also, der Volvo ist ja wohl jetzt auseinandergesetzt für Ihre Frau und ich halte das einfach für eine gute Idee. Jedenfalls können Sie das morgen ab 09:30 Uhr bei Herrn W. abholen. Danke."
Als einzigen Einwand muss ich erwähnen, dass meiner Anwältin noch nicht klar ist, dass die Eigentumsverhältnisse der Fahrzeuge in keinem Fall geklärt sind, aber das konnte sie noch nicht wissen.
Am nächsten Morgen organisierte ich mir eine Zeugin, da ich den Anwalt schon kannte und vermutete, dass er sich daneben benehmen würde und erschien mit ihr um 10:08 Uhr in seiner Kanzlei. Dann passierte Folgendes:

Wir betraten die Kanzlei, wie oben erwähnt. Im Empfangsbereich saßen 4 weitere Personen. Der Dame im Empfangsbereich sagte ich meinen Namen und dass ich Unterlagen in Empfang nehmen wolle. Sie verstand ihn nicht, so dass ich ihn laut wiederholte, was alle anderen Wartenden mitbekamen. Sie ging in ein Büro, verschloß die Tür. Nach kurzem kam RA W. mit leeren Händen aus dem Büro, begrüßte per Handschlag die Wartenden, danach meine Bekannte, dann mich und sagte sofort an Ort und Stelle, im Beisein der anderen Wartenden, in einem forderndem Ton: "Wo ist der Ordner?". Ich sagte ihm, dass dies nicht vereinbart gewesen wäre, woraufhin er mich sofort unterbrach und sagte: „Es war vereinbart.". Ich erklärte daraufhin, dass ich mich nicht erpressen lassen würde und jetzt gerne meine Approbationsurkunde abholen wollen würde.
Er erzählte, dass er am Vortag mit der Kollegin vereinbart hatte, dass der Ordner mitkommt. Ich sagte ihm, dass ich gebeten wurde zu überlegen, ob ich die Unterlagen unseres Fahrzeuges abgeben wolle. Ich sagte ihm, dass ich mir das überlegt habe und mich nicht erpressen lassen würde.
Ich erklärte erneut unmissverständlich: „Ich verlange jetzt die Herausgabe meiner Approbationsurkunde."
Meine Bekannte schaltete sich daraufhin ein und fragte, ob das so üblich sei. Er unterbrach Ihre Worte und sagte dann, dass er nicht wüsste, was sie damit zu tun haben würde.
Meine Bekannte erklärte kurz, dass sie eine Bekannte sei und gerade mit mir auf dem Weg in ein Möbelgeschäft sei um sich eine Sitzgarnitur anzuschauen und dass sie sich wundert, was jetzt hier gerade passieren würde. Er unterbrach sie dann erneut und sagte zu mir: „Sie geben mir jetzt den Ordner, dann gibt es die Urkunde." Ich sagte ihm, dass ich dies für Erpressung halten würde, was er da macht. Ich sagte ihm auch, dass mir zugesagt wurde, woraufhin er mich wieder unterbrach und sagte: „Zugesagt worden ist ihnen gar nichts.".
Ich erklärte daraufhin erneut, was mir meine Anwältin am Vortag auf meinen Anrufbeantworter gesprochen hatte und forderte von ihm zum letzten Mal unmissverständlich die Herausgabe meiner Approbationsurkunde, fragte ihn dann noch, ob ich sie jetzt bekommen würde oder nicht. Er sagte daraufhin in lauten, scharfem Ton: „Es gibt die Approbationsurkunde nur, damit ich es noch einmal klar wiederhole -" woraufhin ich ihn unterbracht und sagte, dass jetzt ja auch ganz viele Leute mithören würden und er vervollständigte seinen Satz: „ - wenn ich auch den Ordner kriege." Er sagte dann noch, dass dies sein Auftrag sei, den er auch ausführen würde. Wenn dies nicht klappen würde, so sagte er „dann mußt´e zu Gericht gehen und dann können wir das ja mal ausdiskutieren, wie das funktioniert".
Ich wünschte ihm dann noch einen schönen Tag und sagte im Herausgehen scherzend zu den Wartenden, dass ich mir vielleicht noch deren Adressen aufschreiben solle, da sie ja gerade unfreiwillig Zeuge geworden sind.

Meine Bekannte war im Vorfeld darüber von mir informiert, dass ich die Werkstatt- und Versicherungsunterlagen im Fahrzeug hatte und ihm diese zur Verfügung stellen würde, sollte ich meine Approbationsurkunde ohne Gegenforderungen in Empfang nehmen können.

Ich halte die Art und Weise dieses Anwaltes, uns im Wartebereich seiner Kanzlei, wo es mehrere unfreiwillige Zuhörer des oben geschilderten gab, so derart zu behandeln für nicht hinnehmbar. Wir wurden nicht in ein Büro gebeten, er hatte die von mir benötigten Unterlagen auch nicht dabei und verlangte forsch den o.g. Ordner.

Vorgestern gegen Mittag erfolgte ein erneutes Gespräch in der Arztpraxis, wo ich meinen Arbeitsvertrag unterschreiben sollte und dafür die Vorlage der Approbationsurkunde Vorraussetzung war.

Diese konnte ich nicht vorlegen.
Ich war gezwungen, die Hintergründe für das Nichtvorlegen darzustellen.
Letztlich konnte ich den Arbeitsvertrag nicht unterschreiben.
Ich war gestern beim Amtsgericht, da meine Anwältin dies erst ein paar Tage später hätte einreichen können und mich bat, dies selbst zu tun, und stellte einen Antrag auf sofortige Herausgabe. Drei Stunden später wurde ich von meiner Anwältin informiert, dass meine Urkunde eben per Gerichtsboten bei ihr eingetroffen sei und ich diese abholen könne. Ich zog den Antrag zurück, erfuhr von der Rechtspflegerin, dass der Richter ein informelles Treffen bei Gericht mit dem Anwalt der Gegenseite - wohl per Zufall hatte- und dieser den Anwalt auf die Einstweilige ansprach, worauf der Anwalt wohl sagte, dass die Unterlagen schon lange in der Post sein und sich demnach die Einstweilige ja erübrigt hätte.
Nun meine Frage:
Kann und sollte ich meine Frau wegen Nötigung/Erpressung anzeigen? Sie hat mich auch schon bei Versuch der Herausgabe eines Fahrzeuges in ähnlicher Weise versucht zu nötigen, worauf ich nicht einging, deshalb seit 4 Monaten auf das Fahrzeug warte.
Kann ich irgendetwas gegen diesen, in meinen Augen hochaggressiven Anwalt unternehmen? Welche Straftatbestände sind erfüllt? Ob ich mich bei der Kammer über ihn beschwere schwebt mir auch im Sinn.
Hat mich der Anwalt genötigt?
Letztlich wurde ich von meiner Anwältin im Glauben gelassen, ich könnte einfach so dahin gehen und würde meine Urkunde erhalten. Aber nein, ich wurde von dem Anwalt unfreiwillig in eine Situation gebracht, die auch meinen Ruf hier auf dem Lande schaden könnte. Ich fühle mich auch durch sein Duzen in meiner Würde herabgesetzt. Ich tat gut daran, eine Zeugin mitzunehmen. Auch kann ich den genauen Gesprächsinhalt in der Kanzlei, aufgrund nicht näher zu bezeichnendem SUPER Gedächtnis von mir und der Zeugin sehr gut nachvollziehen. Mir war schon vorher klar, dass hier einiges schief laufen würde und habe mich demnach abgesichert. Ich will keine weitere Eskalation, habe aber das Gefühl, dass man genau jetzt, wo es für mich unbestritten ist, einmal richtig reingrätschen sollte, damit der Schwachsinn einmal aufhört. Am 31.10. ist Gerichtsverhandlung wg. des Umgangsrechts. Hier werde ich seit Wochen so dargestellt, als sei ich ungeeignet meine Kinder zu betreuen, was bis vor dem Schlossaustausch komischerweise nie ein Problem war, da ich ja seit 2 Jahren Zuhause bin und meine NochFrau 70% arbeitet - auch als Ärztin. "Du bist dafür verantwortlich, dass Du mir mein Glück seit Jahren genommen hast." darf ich mir von meiner NochFrau anhören.
Ich bedanke mich für Ihre Mühen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ich sehe hier keinen Straftatbestand bezüglich Ihrer Frau erfüllt. Dass sie die Herausgabe der Urkunde von anderen Unterlagen abhängig macht, ist kein Straftatbestand. Sie müssen dies gerichtlich ggfs. im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes die Herausgabe der Urkunde klären lassen.
Auch bezüglich des Anwaltes sehe ich keinen Straftatbestand erfüllt. Der Anwalt hat in seiner Kanzlei sein Hausrecht. Er vertritt (allein) die Interessen seiner Mandantin, Ihrer Ehefrau. Auch kann er die Herausgabe der Approbationsurkunde von anderen Unterlagen abhängig machen. Ob ein Zurückbehaltungsrecht an der Urkunde rechtmäßig ist, hat das Gericht zu klären. Das Problem ist vielmehr, wie Sie richtig erkannt haben, dass nicht klar war, was Ihre Anwältin mit dem Anwalt Ihrer Frau vereinbart hat. Eventuell wurden etwaigen Vereinbarungen auch nur mündlich zwischen den Anwälten geschlossen, so dass ein Beweisproblem bleibt.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 12.10.2012 | 10:43

Moin,
der Anwalt mag ein Hausrecht haben.
Meine Frage war aber, ob er mich vor Wartenden derart behandeln darf, zumal mein Name und der ganze Inhalt des Gesprächs von allen gehört wurde.
Ich kann als Arzt auch nicht medizinische Inhalte im Flur vor vielen Weiteren Personen besprechen und sollte doch die Würde meines Gesprächspartners erhalten, oder liege ich da falsch?
Zum anderen halte ich das Vorgehen meiner Frau/Anwalt für Nötigung.
Wieso liegt Ihrer Meinung nach hier kein Straftatbestand vor? Man darf mir die Herausgabe meines Eigentums doch nicht derart verwehren, so dass ich ggfs. diesen Job nicht erhalte, und dies mit der Herausgabe von Dingen verknüpfen, die unser beider Eigentum sind?

Ich bitte um ein detailliertes Eingehen auf meine Fragen.

Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.10.2012 | 11:35

Falls Sie von einer Nötigung Ihrer Frau ausgehen, können Sie eine Strafanzeige stellen. Mit strafrechtlichen Vorwürfen sollten Sie immer vorsichtig sein, da Sie sich ggfs. einer Verleumdung aussetzen.
Nicht jede Weigerung der Herausgabe Ihres rechtmäßigen Eigentums stellt eine Nötigung dar, auch wenn die Herausgabe von anderen Dingen abhängig gemacht wird. Der einfachste und sicherste Weg wäre, wie bereits mitgeteilt, die Beantragung einer einstweiligen Verfügung gegen Ihre Ehefrau.
Hinsichtlich des Verhaltens des Anwaltes sehe ich keine strafrechtliche Relevanz, auch nicht hinsichtlich der Verletzung Ihrer Würde. Ich sehe auch nicht, inwieweit wartende Klienten soweit informiert wurden, dass eine Schweigepflichtverletzung vorliegt.

FRAGESTELLER 12.10.2012 3/5,0
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