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Noch eine unglaubliche Forderung von Mumme & Partner

23.04.2012 12:15 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


13:41
Am 20.04.2012 erhielt ich von obigen Unternhmen eine Forderung über knapp € 4300,00.
Der Mandat ist die Aponatas GmbH & CoKG, vormals Deutsche Postbank AG.
Der Betrag setzt sich aus der Hauptforderung von € 1.829,00, Zinsen 5% ü. Basiszins ab dem 20.01.1994 von 2.235,00, festgesetzte Kosten incl. Kostenzinsen von € 233,00, bisherige Rechtsverfolgungskosten € 493 sowie eine auslagenpauschale Nr. 7001 VV/RVG von € 16,38 + Mwst. zusammen.
Gerichtskosten/GVZ-Kosten sind bisher keine angefallen.
Die Forderung stammt aus dem Jahr 1994 und wurde anscheinend am 10.06.1994 per VB geltend gemacht.
Dies ist jetzt 18 Jahre her. Ich kann mich weder darin erinnern jemals ein Konto bei der Deutschen Postbank AG geführt zu haben, noch einen MB oder VB zu dieser Sache erhalten zu haben.
Sollte die angelegenheit dennoch seine Richtigkeit haben, stellen sich foldende Fragen:
1. Sind die absurden Zinsen überhaupt gerechtfertigt?
2. Ist die Angelegenheit nich nach 15 Jahren verjährt wenn der VB nie betrieben wurde?
3. Dürfen die uralten Forderungen der Deutschen Postbank AG, welche ja privatisert wurde seit 1991
überhaupt noch eingetrieben werden?
Über eine antwort wäre ich sehr dankbar.

Mfg, Günnibär
23.04.2012 | 12:50

Antwort

von


(816)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Zu 1. Sind die absurden Zinsen überhaupt gerechtfertigt?

Hier müssen die Verzugszinsen auf einen Betrag von 1829.- € ausgerechnet werden.
Für einen Zeitraum vom 20.1.1994 bis heute betragen die Zinsen genau 1.960,7169 €
Der geforderte Betrag in Höhe von 2235 € wäre also überzogen.

Zu den (angeblich) festgesetzten Kosten inklusive Kostenzinsen von 233.- € läßtsich leider nicht viel sagen, da nicht angegeben ist, wie sich diese Kosten zusammensetzen beziehungsweise woraus sich diese Kosten ergeben.


Zu 2. Ist die Angelegenheit nicht nach 15 Jahren verjährt wenn der VB nie betrieben wurde?

Diese Antwort kann prägnant und präzise mit „ja" beantwortet werden.

Die Forderung unterliegt nämlich grundsätzlich der regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren gem. <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/195.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 195 BGB: Regelmäßige Verjährungsfrist">§ 195 BGB</a> und wäre daher normalerweise bereits längst verjährt.

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn die Verjährung vorliegend gem. <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/204.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 204 BGB: Hemmung der Verjährung durch Rechtsverfolgung">§ 204 BGB</a> vom Schuldner wirksam gehemmt worden wäre. Dieses kann ich nach Ihrer Schilderung nicht erkennen. Eine Verjährungshemmung tritt insbesondere durch Klageerhebung beziehungsweise Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens ein.

Die Klage oder der Mahnbescheid hätte Ihnen zugestellt werden müssen. Ich kann es zwar nicht abschließend sagen, da ich den ganzen Sachverhalt nicht kenne,dass Sie aber bislang weder eine Klage noch einen Mahnbescheid oder Vollstreckungsbescheid zugestellt bekommen haben spricht dafür, das weder eine Klage noch ein Mahnverfahren eingeleitet worden ist, so dass auch keine Verjährungshemmung eingetreten ist.

Sie sollten daher zunächst die Forderung zurückweisen und sich hilfsweise auf Verjährung berufen.

Gleichzeitig sollen Sie um Nachweis der Forderung sowie Übersendung einer Ablichtung einer Klage oder eines Mahnbescheides oder Vollstreckungsbescheides bitten. Sie sollten ausdrücklich mitteilen, dass Sie ohne Nachweis der Berechtigung der Forderung nicht zahlen werden. Dieses ist Ihr gutes Recht.

Zu 3. Dürfen die uralten Forderungen der Deutschen Postbank AG, welche ja privatisert wurde seit 1991 überhaupt noch eingetrieben werden?

Die Frage ist weniger, ob diese noch eingetrieben werden dürfen (grundsätzlich dürfen diese eingetrieben werden), sondern vielmehr ob diese überhaupt durchsetzbar sind.

Wie bereits angedeutet kann ich es zwar im Rahmen einer Erstberatung nicht abschließend sagen, offensichtlich scheint hier aber Verjährung eingetreten zu sein.


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!


<!--dejureok-->


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 23.04.2012 | 13:37

Ich hoffe nicht das wir uns falsch verstanden haben?
Sollte es tatsächlich doch einen VB geben, der aber seit 1994 nie betrieben wurde, ist er dann tatsächlich verjährt?

Recht herzlich dank nochmals für eine kurze antwort.

Mfg
günnibär

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.04.2012 | 13:41


Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Ein Vollstreckungsbescheid verjährt grundsätzlich erst in 30 Jahren.

Sofern also ein Vollstreckungsbescheid über die Forderung vorliegt,wäre die Forderung grundsätzlich noch nicht verjährt.

Dann wäre aber zumindest teilweise ( z.B. im Hinblick auf die überhöhten Zinsen)an eine Vollstreckungsgegenklage beziehungsweise einen Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung zu denken, sofern die Gegenseite aus diesem Vollstreckungsbescheid (= Vollstreckungstitel) die Zwangsvollstreckung betreiben sollte.

Um es also noch einmal zusammenzufassen: Ohne einen Vollstreckungsbescheid oder eine andere verjährunghemmende Maßnahmen (zum Beispiel Klage) wäre die Forderung bereits längst verjährt.

Sofern aber über die Forderung ein Vollstreckungsbescheid vorliegt, könnte dieser grundsätzlich innerhalb von 30 Jahren vollstreckt werden.

Daher hatte ich ihnen ja auch angeraten , die Forderung insgesamt zu bestreiten und den Nachweis eines Vollstreckungstitels (Vollstreckungsbescheides etc.) von der Gegenseite zu fordern.


Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und alles Gute!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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