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Niederlassungserlaubnis - wird Aufenthalt von früher angerechnet?

| 01.09.2019 17:01 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Malek Shaladi


Guten Tag!

Seit 2017 lebe ich nun mit einer Aufenthaltserlaubnis mit Auflage wieder in Deutschland. Wieder heißt, dass ich bereits zwischen 1966-1992 in Deutschland gelebt, studiert und gearbeitet habe, dann aber zwischen 1992-2017 in der Türkei war.
Meine Frau ist in Deutschland geboren und hat zwischen 1973-1991 hier gelebt. Auch sie war danach bis 2018 in der Türkei.

Im Regelfall sollten wir erst nach 5 Jahren Aufenthalt eine Niederlassungserlaubnis erhalten; das wäre dann im Jahr 2022. Unser eigentliches Streben ist die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, die wir seinerzeit leider versäumt haben.

Meine Frage ist nun, ob die Jahre, die meine Frau und ich bereits in Deutschland gelebt haben, hierbei angerechnet werden können, bzw. was angerechnet werden kann. Vorausgesetzt für diesen Titel werden u.a. auch Leistung von mind. 60 Monate Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung - diese wären mit dem früheren Aufenthalt auch erfüllt.

Integrationsnachweise durch beispielsweise sehr gute Deutschkenntnisse sind vorhanden.
Nachweise bezüglich der Sicherstellung des Lebensunterhaltes, über einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz und ausreichenden Wohnraum können auch vorgelegt werden.

Gibt es in unserem Fall eine Sonderregelung, bzw. welche zeitlichen Etappen zur Staatsbürgerschaft stehen uns bevor?

Vielen Dank und herzliche Grüße,

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Für die Erteilung der Niederlassungserlaubnis gilt hinsichtlich des Aufenthalts § 85 AufenthG:

"Unterbrechungen der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts bis zu einem Jahr können außer Betracht bleiben."

In ihrem ist keine Unterbrechung des Aufenthalts aufgrund der Ausreise, sondern ein Erlöschen des Aufenthalts und damit eine Unterbrechung der Rechtmäßigkeit. Sie müssten damit quasi von vorn anfangen. Frühestens 2022 könnten Sie damit die Niederlassungserlaubnis beantragen.

Was die Einbürgerung betrifft sieht die Sache etwas anders aus. Hier regelt § 12b StAG:

"Hat der Ausländer sich aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grund länger als sechs Monate im Ausland aufgehalten, kann die frühere Aufenthaltszeit im Inland bis zu fünf Jahren auf die für die Einbürgerung erforderliche Aufenthaltsdauer angerechnet werden."

Bis zu fünf Jahre können angerechnet werden. Hier kommt es entscheidend darauf an, was in diesen Jahren in Deutschland gemacht wurde. Soweit es integrationsfördernde Maßnahmen (wie z.B. Besuch eines Integrationskurses, Schulbesuch etc.) in dieser Zeit nachgewiesen werden können, kann diese Zeit angerechnet werden. Sie sollten also noch einmal ihre Unterlagen heraussuchen und belegen können, was sie während ihrer früheren Zeit in Deutschland hier gemacht haben.

Bitte beachten Sie, dass die Behörde hier ein Ermessen hat. Je mehr Unterlagen und Nachweise sie vorlegen können, desto höher dürfte die Chance sein. Maximal können fünf Jahre angerechnet werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 01.09.2019 | 19:57

Ich ergänze noch folgendes zur Klarstellung. Wenn Sie seit 2017 hier leben und im Idealfall fünf Jahre angerechnet werden, kann der Antrag auf Einbürgerung bereits jetzt gestellt werden, sofern Sie die Teilnahme an einem Integrationskurs nachweisen (2 Jahre Aufenthalt jetzt plus angerechnete fünf Jahre). Liegt dieser Nachweis nicht vor, müssen acht Jahre Aufenthalt vorliegen (das würde bedeuten Antrag 2020 möglich, sofern im Idealfall fünf Jahre Aufenthalt vorher angerechnet werden würden).

Ob der Aufenthalt angerechnet wird, kann nur geklärt werden, wenn der Antrag auf Einbürgerung gestellt wird. Im Rahmen des Antrags wird dann inzident geprüft, ob vorherige Aufenthaltszeiten angerechnet werden können.

Bewertung des Fragestellers 07.09.2019 | 09:51

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Bei weiteren Fragen wenden wir uns sicherlich wieder an Herrn Malek Shaladi. Vielen Dank!"