Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Niederlassungserlaubnis vor Ablauf von 5 Jahren


07.07.2005 00:10 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Russin und lebe seit Oktober 1999 in Deutschland.
Die ersten 2 Jahre mit Aufenthaltsbewilligung zu Studienzwecken (Stipendium des DAAD).
Bereits als Studentin habe ich ein mehrmonatiges Praktikum absolviert und wurde schliesslich von der Firma übernommen.

Seit Oktober 2001 in Festansellung mit Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit. Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis sind an den derzetigen Arbeitgebenr gebunden. Tätigkeit: Manager Logistik (von Gehaltsvorgaben im AufenthGes her noch kein Hochqualifizierter Spezialist).

Aktuelle Aufenthaltserlaubnis läuft im September 05 ab. Voraussetzungen für weitere Verlängerung gegeben.

FRAGEN:

- sind die Aufenthaltsgenehmigungen (inkl. Arbeitsgenehmigungen) nach neuem Gesetz arbeitgebergebunden?
- im Falle einer Verlängerung, mit welcher Frist kann ich rechnen (Arbeitsvertrag unbefristet)?
- Kann ich im Sept 05 (also nach 6 Jahren rechsmäßigem Aufenthalt und davon 4 Jahren Erwerbstätigkeit) eine Niederlassungserlaubnis beantragen? Wie gehe ich am besten vor?

HINTERGRUND: In ca. einem Jahr (ab Aug - Sept 2006) plane ich ein Studiumaufenthalt in USA (MBA) für vorr. 2 Jahre. Meinen Job werde ich höchstwahrscheinlich dafür kündigen müssen. Ich möchte aber trotz 2 Jahre USA deutsche Aufenthaltsgenehmigung nicht verlieren.

Sehen Sie weitere Möglichkeiten?

Vielen Dank für Ihre Tips im voraus
Mit freundlichen Grüßen
Guten Morgen,

Voraussetzung für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis ist nach § 9 des Aufenthaltsgesetzes, daß Sie zum einen seit mindestens fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis haben, Ihr Lebensunterhalt gesichert ist UND Sie seit mindestens fünf Jahren Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

Letztere Voraussetzung liegt bei Ihnen noch nicht vor, da Sie erst seit dem Oktober 2001 eine Erwerbstätigkeit ausüben und damit Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Die Voraussetzung für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis liegen damit erst ab dem Oktober 2006 vor.

Daneben sind weitere Voraussetzungen gegeben, die ich als erfüllt unterstelle. Diese entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Gesetzestext:

§ 9 Niederlassungserlaubnis
(1) Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthaltstitel. Sie berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit, ist zeitlich und räumlich unbeschränkt und darf nicht mit einer Nebenbestimmung versehen werden. § 47 bleibt unberührt.

(2) Einem Ausländer ist die Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn

er seit fünf Jahren die Aufenthaltserlaubnis besitzt,
sein Lebensunterhalt gesichert ist,
er mindestens 60 Monate Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet hat oder Aufwendungen für einen Anspruch auf vergleichbare Leistungen einer Versicherungsoder Versorgungseinrichtung oder eines Versicherungsunternehmens nachweist; berufliche Ausfallzeiten auf Grund von Kinderbetreuung oder häuslicher Pflege werden entsprechend angerechnet,
er in den letzten drei Jahren nicht wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Jugend- oder Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt worden ist,
ihm die Beschäftigung erlaubt ist, sofern er Arbeitnehmer ist,
er im Besitz der sonstigen für eine dauernde Ausübung seiner Erwerbstätigkeit erforderlichen Erlaubnisse ist,
er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
er über Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet verfügt und
er über ausreichenden Wohnraum für sich und seine mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden Familienangehörigen verfügt.
Die Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 7 und 8 sind nachgewiesen, wenn ein Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen wurde. Von diesen Voraussetzungen wird abgesehen, wenn der Ausländer sie wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht erfüllen kann. Im Übrigen kann zur Vermeidung einer Härte von den Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 7 und 8 abgesehen werden. Ferner wird davon abgesehen, wenn der Ausländer sich auf einfache Art in deutscher Sprache mündlich verständigen kann und er nach § 44 Abs. 3 Nr. 2 keinen Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs hatte oder er nach § 44a Absatz 2 Nr. 3 nicht zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichtet war. Darüber hinaus wird von den Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 2 und 3 abgesehen, wenn der Ausländer diese aus den in Satz 3 genannten Gründen nicht erfüllen kann.

(3) Bei Ehegatten, die in ehelicher Lebensgemeinschaft leben, genügt es, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3, 5 und 6 durch einen Ehegatten erfüllt werden. Von der Voraussetzung nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3 wird abgesehen, wenn sich der Ausländer in einer Ausbildung befindet, die zu einem anerkannten schulischen oder beruflichen Bildungsabschluss führt. Satz 1 gilt in den Fällen des § 26 Abs. 4 entsprechend.


Erst die Niederlassungserlaubnis ist unbeschränkt, ist also nicht auf einen bestimmten Arbeitgeber begrenzt. Sie sollten deshalb jetzt noch einmal die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis um ein Jahr beantragen. Diese dürfte unproblematisch sein. Die Aufenthaltserlaubnis ist dann -wie bisher ja auch- an das Arbeitsverhältnis geknüpft. Einige Monate vor dem September 2006 können Sie dann die Niederlassungserlaubnis beantragen.
Raten möchte ich Ihnen, den optimalen Antragszeitpunkt mit dem Ausländeramt abzustimmen. Die Beibringung aller Unterlagen erfordert Zeit, die bei zu später Antragstellung nutzlos verstreicht.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER