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Niederlassungserlaubnis mit längeren Heimataufenthalt

10.03.2020 11:39 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich wohne seit 2003 in Deutschland und seit März 2019 habe ich die Niederlassungserlaubnis (§ 18b) bekommen, aber aus familiären Gründen musste ich nach meinem Heimatland zurück kehren, wo ich dann jetzt schon etwa 4 Monate lang bin.

Erlischt die Niederlassungserlaubnis nach 6 Monaten auch wenn ich – meiner Verständnis nach -- mehr als 15 Jahre rechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten habe und mein Lebensunterhalt gesichert ist (§ 51)? Falls ja, wie sollte ich jetzt am besten vorgehen, um dies zu vermeiden?

Ein bisschen mehr Infos dazu:
- Brasilianische Staatsangehörigkeit
- Abgeschlossenes Masterstudium in Deutschland
- Vor der Niederlassungserlaubnis wurde mir befristete Aufenthaltstitel nach §16 und § 18 AufenthG: Grundsatz der Fachkräfteeinwanderung; allgemeine Bestimmungen erteilt, welche dann zu einer Gesamtdauer von ca. 16 Jahre zusammenrechnen.
- Meine Wohnung und Wohnsitz in Deutschland habe ich noch behalten, da der Heimataufenthalt vorübergehend ist.
- Die Arbeitsstelle in Deutschland musste ich leider aufgeben, aber meinen Lebensunterhalt kann ich gut finanzieren.

Vielen Dank im Voraus!

10.03.2020 | 15:57

Antwort

von


(8)
Mainzer Str. 21
10247 Berlin
Tel: 03081475758
Web: https://www.anwalt.de/anja-heinrich
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Basis der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt:

Grundsätzlich erlischt ein Aufenthaltstitel gem. § 51 AufenthG: Beendigung der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts; Fortgeltung von Beschränkungen , wenn man aus Deutschland ausreist und nicht innerhalb von 6 Monaten wieder einreist, sofern die Ausländerbehörde für die Wiedereinreise keine längere Frist bestimmt hat.

Wie Sie richtig herausgefunden haben, gilt von dem gerade genannten Grundsatz eine Ausnahme, die in § 51 AufenthG: Beendigung der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts; Fortgeltung von Beschränkungen geregelt ist.

Nach der Ausnahme des § 51 AufenthG: Beendigung der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts; Fortgeltung von Beschränkungen erlischt der Aufenthaltstitel einerPersonen nämlich dann nicht, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

1) Sie sind im Besitz einer Niederlassungserlaubnis.
2) Sie haben sich seit 15 Jahren durchweg rechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten.
3) Ihr Lebensunterhalt ist gesichert.
4) Es besteht kein Ausweisungsinteresse nach § 54 AufenthG: Ausweisungsinteresse

Zu Nr. 1)
Diese Voraussetzung erfüllen Sie.

Zu Nr. 2)
In jedem Fall halten Sie sich seit über 15 Jahren im Bundesgebiet auf. Da Sie vor dem Erhalt Ihrer Niederlassungserlaubnis im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis nach § 16 AufenthG: Grundsatz des Aufenthalts zum Zweck der Ausbildung und § 18 AufenthG: Grundsatz der Fachkräfteeinwanderung; allgemeine Bestimmungen gewesen sind, scheint Ihr Aufenthalt auch rechtmäßig gewesen zu sein. Wichtig ist, dass es hier zwischendrin keine Zeiten gab, in denen Sie ohne Aufenthaltstitel waren.

Zu Nr. 3)
Um zu prüfen, ob sie diese Voraussetzung erfüllen, fehlen mir die notwendigen Informationen.

Jedenfalls gilt hier, dass der Lebensunterhalt zum Zeitpunkt der Ausreise gesichert gewesen sein muss und dies auch nach Wiedereinreise der Fall sein wird.

Ob Ihr Lebensunterhalt gesichert ist, berechnet sich hierbei nicht nach subjektiven Kriterien (also nicht anhand Ihrer persönlichen Einschätzung). Sondern entscheidend ist, dass Ihr Einkommen so hoch ist, dass Sie Ihren Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten können. Insbesondere darf Ihr Einkommen nicht so niedrig sein, dass Sie einen Anspruch auf Sozialhilfe besitzen.

Ob jemand bei Wiedereinreise in der Lage sein wird seinen Lebensunterhalt zu sichern, bemisst sich daran, ob die Person aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation und ihres bisherigen beruflichen Werdegangs unmittelbar eine entsprechende Erwerbstätigkeit aufnehmen könnte. Hiervon wird in der Regel ausgegangen, wenn die Person über einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss oder
aber über einen sonstigen in Deutschland anerkannten beruflichen Bildungsabschluss verfügt, und aktuell eine ihrer Qualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit ausübt.

Zu Nr. 4)
Ein Ausweisungsinteresse besteht insbesondere, wenn Sie in Deutschland vorbestraft sind und es sich bei der Straftat nicht nur um eine Bagatellstraftat handelt.


Ich rate Ihnen, in Ihrer Situation wie folgt vorzugehen:
Stellen Sie am besten zeitnah einen Antrag auf Fortgeltungsbescheinigung bei der Ausländerbehörde. Erteilt Ihnen die Ausländerbehörde die Bescheinigung, dann können Sie sicher gehen, dass die Ausländerbehörde Ihre Niederlassungserlaubnis nicht als erloschen ansehen wird, wenn Sie erst nach über sechs Monaten wieder einreisen. Zudem stellen Sie damit sicher, dass Sie bei Ihrer Wiedereinreise keine Probleme mit der Grenzbehörde bekommen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Sollten Sie bei dem Antrag Unterstützung benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Anja Heinrich
Rechtsanwältin.






ANTWORT VON

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