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Nießbrauch: Kann Tochter Mieteinahmen bekommen?

19.03.2013 13:01 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Um meine Einkünfte zu reduzieren( wegen der EK - Steuer + resultierenden Krankenkassenbeiträge)würde ich trotz Übertrages ( mit Nießbrauchsrecht) mehrerer Wohnungen auf meine Tochter dieser die Mieteinnahmen zukommenlassen, es aber sonst bei dem Nießbrauchsrecht mit allen Konsequenzen für mich belassen.
Spricht etwas dagegen?Muss das notariell vereinbart werden?

MFG

19.03.2013 | 14:40

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

1. Spricht etwas dagegen?

Vorab: Ohne die Gesamtsituation insbesondere im Hinblick auf steuerrechtliche Fragen abschließend bewerten zu können, müsste der Sachverhalt in allen Einzelheiten bekannt sein.

Ein entsprechende abschließende Beratung würde daher eine intensive Einarbeitung in den Sachverhalt und voraussichtlich umfangreiche Rücksprache erfordern. Auch müsste zum Beispiel Ihre gesamte steuerrechtliche Situation bekannt sein. Bitte sehen Sie mir nach, dass dieses im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne leider nicht möglich ist.

Ich möchte aber dennoch versuchen Ihnen eine grobe erste rechtliche Einschätzung zukommen zu lassen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, möchten Sie Ihre Wohnungen auf Ihre Tochter übertragen, also umschreiben. Auch soll Ihre Tochter die Möglichkeit haben, die Mieteinnahmen zu erzielen.

In steuerrechtlicher Hinsicht käme die Frage nach der Schenkungssteuer auf. Um aber hier eine abschließende Antwort geben zu können, müsste der Wert der Wohnungen bekannt sein, auch war dieses nicht Gegenstand Ihrer Anfrage. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass hier gegebenenfalls die Schenkungssteuer für Ihre Tochter von Bedeutung werden könnte.

Sofern Ihre Tochter als (neue) Eigentümerin der Wohnungen die Mieteinnahmen erzielen würde, würde Ihre Tochter (und nicht Sie) im Hinblick auf diese Mieteinnahmen der Einkommensteuer unterliegen.

Die Mieteinnahmen würden dann also grundsätzlich Ihrer Tochter und nicht Ihnen zugerechnet werden, was für Sie in steuerrechtlicher Hinsicht grundsätzlich günstiger ist.

2. Muss das notariell vereinbart werden?

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, möchten Sie die Wohnungen auf Ihrer Tochter übertragen,also Ihrer Tochter das Eigentum an den Wohnungen verschaffen.

Allein ich hierfür ist bereits eine entsprechende notarielle Vereinbarung (sog. Auflassungserklärung) erforderlich. Vor diesem Hintergrund sollten Sie gegebenenfalls einen Notar Ihres Vertrauens vor Ort aufsuchen.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen alles Gute!

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag!



Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 19.03.2013 | 18:00

Es sollte für mich Nießbrauch eingetragen sei, meine Tochter trotzdem die Mieteinahmen bekommen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.03.2013 | 09:25

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für den Nachtrag.

Das hatte ich bei meiner Beantwortung bereits berücksichtigt.

Die Mieten fliessen also nun der Tochter zu, so dass diese auch die Mieten versteuern muß. Die Mieten stellen dann nunmehr nicht mehr Einkommen von Ihnen, sondern von Ihrer Tochter da.

Voraussetzung ist eine wirksame Vereinbarung hierüber wie bereits oben angedeutet.

Einen Nießbrauch- und Mietübernahmevertrag können Sie auch ohne Notar machen (in diesem Fall sollten Sie zur Formulierung des Vertragswerkes einen hierin erfahrenen Kollegen vor Ort zu Rate ziehen, damit keine Fehler bei der Formulierung geschehen.

Sofern aber das Eigentum an den Immobilien noch auf Ihre Tochter übertragen werden soll (so hatte ich Ihre Anfrage verstanden), wäre zwingend notarielle Form vorgeschrieben für die Übertragung (s.o.).

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(817)

Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
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