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Nießbrauch Eigentumswohnung


| 06.04.2007 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo

Eine mit uns nicht verwandte Person gibt seine Eigentumswohnung im Nießbrauch ab.

Folgende Konditionen sollen gelten:

Wert der Wohnung 90000 €
Nießbrauch je Monat 350 € plus Inflation plus nicht umlagefähigen Kosten
Alter des Nießbrauchers 74 Jahre keine kinder

Wie viel Steuer müssen wir bezahlen, ist dies eine Nießbrauchsschenkung ?
Wie hoch wäre die Steuer wenn der gute Mann in fünf Jahren stirbt.

Mit freundlichen Grüßen.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Das Nießbrauchrecht ist bei der Schenkung (kapitalisiert) entsprechend zu berücksichtigen. Die aktuell zu entrichtende Schenkungssteuer wird ausgehend vom Immobilienwert um das kapitalisierte Nießbrauchrecht vermindert. Allerdings wird die Schenkungssteuer dann "nur" gestundet bis das Nießbrauchsrecht erlischt. Insoweit ist dies ein Zinsvorteil, weniger ein Steuervorteil. Denn mit Ablauf des Nießbrauchrechtes wird dann die Schenkungssteuer fällig.

Möglich ist auch, daß die Schenkungssteuer abgezinst sofort zu bezahlen. Umso höher der Altersfaktor ist, umso höher ist die Abzinsung und dementsprechend geringer die abgezinste Schenkungssteuer, die dann sofort fällig wird.

Die Bewertung des Nießbrauchrechtes bestimmt sich nach dem Alter des Nießbrauchberechtigten und damit nach dem Altersfaktor mit dem der Nießbrauch dann kapitalisiert wird.

Der Nießbrauch beträgt hier € 300,- im Monat, jährlich € 3.600,-. Der Altersfaktor für einen 74 jährigen Mann beträgt ca. 6,3182, so dass das Nießbrauchsrecht kapitalisiert € 22.745,52 beträgt. Insoweit wird Ihnen die Schenkungssteuer von 23 % bezogen auf € 22.745,52 auf Antrag gestundet.

Der Steuersatz bei einer Schenkung der Steuerklasse III beträgt 23 %. Sie können einen Freibetrag von € 5.200,- geltend machen.

Die Schenkungssteuer beträgt unter Berücksichtigung des Freibetrages ohne Nießbrauch € 19.366,-.

Unter Berücksichtigung des Nießbrauchs beträgt der aktuell der Schenkungssteuer unterliegende Betrag € 61.454,- was eine Steuerbelastung von € 14.135,- zur Folge hat. Die Differenz von 5.221,- wird Ihnen auf Antrag gestundet bis der Schenkende verstirbt. Sie können allerdings den gestundeten Betrag sofort Begleichen, wobei der Betrag von € 5.221,- noch abzuzinsen ist.

Die Schenkungssteuer ist grundsätzlich mit Fälligkeit in einem Betrag zu zahlen. Entsprechende Stundungen der Steuer müssen beantragt werden, worüber dann das zuständige Finanzamt entscheidet.

Ich hoffe Ihnen einen Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 06.04.2007 | 13:12

Hallo,

die nicht Umlagen fähigen Unkosten betragen 100€ im Monat.
Kann ich kosten zum Nießbrauch dazu rechnen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.04.2007 | 20:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn der Eigentümer das Eigentum an seiner Wohnung Ihnen überträgt und sich den Nießbrauch vorbehält handelt es sich um einen Vorbehaltsnießbrauch. Soweit Sie als künftiger Eigentümer alle Bewirtschaftungs-, bzw. nicht umlagefähige Nebenkosten übernehmen, handelt es sich um einen Bruttonießbrauch. Dies wäre im Vorfeld zu vereinbaren und dann bei der Schenkung und der zu entrichteten Schenkungssteuer entsprechend zu berücksichtigen.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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