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Nichtzulassung zum beruflichen Gymnasium in Hessen

05.07.2016 14:17 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


16:15

Zusammenfassung: Möglichkeiten bei Anfechtung einer schulischen Teilleistung im Abschlusszeugnis.

Hallo,
folgendes Problem:
Unsere Tochter (17 Jahre), hatte die vorläufige Zusage für einen Platz am beruflichen Gymnasium. Die Bewerbung geschah mit dem Zeugnis des 1, HJ Klasse 10. Die Noten entsprachen den Vorgaben des § 2 OAVO. Sie besucht die 10. Klasse der Realschule.
Nun liegt das Abschlusszeugnis vor. Die Noten entsprechen nicht mehr den Vorraussetzungen.

1. HJ
Deutsch 3
Mathe 3
Englisch 3
Chemie 2

2. HJ
Deutsch 3
Mathe 3
Englisch 3
Chemie 3

Alle anderen Naturwissenschaften sind auch auf 3, sodaß hier kein anderes Fach gewählt werden kann.

Alle anderen Noten sind gleich und im Schnitt besser als 3,0

Das berufliche Gymnasium lehnt die Zulassung nun mehr ab.

Aufgrund dieser Ablehung, wurde durch uns (die Eltern) bei der Schule nachgefragt, worauf der Leistungsabfall in Chemie beruht. Ich bekam die Auskunft, dass in einer Arbeit eine 5 geschrieben wurde. Diese Arbeit wurde uns nicht zur Unterschrift vorgelegt, wir hatten davon keine Kenntnis. Desweiteren wurden wir auch nicht darüber informiert, das die Note von 2 auf 3 fällt. Aufgrund der Wichtigkeit dieser Note, wäre doch wohl von der Schule zu erwarten gewesen, dass hier eine Information der Eltern erfolgen muss, zumindest dass der Lehrer auf die Vorlage der unterschriebenen Klassenarbeit besteht und dies auch überprüft.

Wie sollen wir weiter vorgehen ?

Mfg



05.07.2016 | 15:12

Antwort

von


(28)
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Tel: +49 40 - 317 669 00
Web: http://www.pruefung-anfechten.de
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Sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Frage kann ich anhand der mir vorliegenden Sachverhaltsinformationen wie folgt beantworten:

1. Informationspflicht der Schule
Soweit Sie eine Informationspflicht der Schule anführen, ist diese im vorliegenden Fall zwar gegeben, allerdings ergibt sich daraus kein automatischer Anspruch auf Neubewertung der Prüfungsleistung.

§ 72 Abs. 1 des Hessischen Schulgesetzes in der Fassung vom 14. Juni 2005 (GVBl. I S. 441) (HSchG), zuletzt geändert durch Gesetz vom 24. März 2015 (GVBl. S. 118) besagt Folgendes:

(1) Die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern sind in allen wichtigen Schulangelegenheiten zu informieren und zu beraten. Dazu gehören insbesondere

1. Aufbau und Gliederung der Schule und der Bildungsgänge,
2. die Übergänge zwischen den Bildungsgängen,
3. die Abschlüsse und Berechtigungen einschließlich der Zugänge zu den Berufen,
4. Grundzüge der Planung und Gestaltung des Unterrichts, Grundzüge der Unterrichtsinhalte und Unterrichtsziele sowie der Leistungsbewertung einschließlich Versetzung und Kurseinstufung

In ihrem Fall dürfte u.a. § 72 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 HessSG einschlägig sein. Die Noten sind im Regelfall zunächst den Schülerinnen und Schülern darzulegen und zu erläutern. Dabei ergibt sich eine Informationspflicht der Schule gegenüber den Eltern im Regelfall insbesondere dann, wenn der Abschluss oder die Nichtversetzung akut gefährdet ist. Im vorliegenden Fall geht es um die Aufnahme an die gymnasiale Oberstufe, d.h. einem Übergang zu einem anderen Bildungsgang. Die diesbezügliche Informationspflicht, d.h. bei Nichtbestehen der Voraussetzungen für die Aufnahme an die gymnasiale Oberstufe, dürfte zwar verletzt sein, allerdings ist zu beachten, dass nur die wirklich erbrachten Leistungen Gegenstand der Bewertung sein können und nicht etwa diejenigen Leistungen, die der Schüler angeblich erbracht hätte, wenn die Prüfung in jeder Weise korrekt verlaufen wäre. Insoweit wäre der Verfahrensfehler alleine gesehen nicht zielführend.

2. Widerspruch gegen die Leistungsbewertungen
Sie als gesetzlicher Vertretungsberechtigter Ihrer Tochter haben jedoch die Möglichkeit Widerspruch gegen das Abschlusszeugnis und den zugrunde liegenden Leistungsbewertung(en) einzulegen und Akteneinsicht in die Prüfungsarbeit nebst Sachverhalt und den Prüfervoten zu beantragen.

Dabei ist dann - ggf. mit anwaltlicher Hilfe - zu prüfen, ob in der Bewertung der hier gegenständlichen Prüfungsleistung erhebliche Verfahrens- und/oder Beurteilungsfehler vorliegen, die zu einer Neubewertung der Klausur und damit ggf. zu einer Anhebung der Gesamtnote in dem Fach Chemie führen. Aus meinen Erfahrungswerten läuft der Antrag auf Akteneinsicht durch einen Rechtsanwalt einfacher und unproblematischer ab. Die Schulen übersenden in der Regel die jeweiligen Teil der Prüfungsakte als einfache Ablichtungen. Die Originalakte wird in der Regel nicht versandt.

Soweit Sie mich mit dem möglichen Widerspruchs- und/oder Klageverfahren beauftragen möchten, wird die hier angefallene Beratungsgebühr auf die weiteren Gebühren angerechnet.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Reckling
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verwaltungsrecht


Nachfrage vom Fragesteller 05.07.2016 | 15:23

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Was wäre wenn, die gegenständliche Arbeit nicht an den Lehrer zurückgegeben worden wäre ? Dann kann die Schule auch keine Akteneinsicht gewähren. Hätte ich von der 5 gewusst, hätten wir sofort Nachhilfemaßnahmen eingeleitet, um durch die mündliche Leistung einen Notenabfall zu verhindern.

Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2016 | 16:15

Sehr geehrter Fragensteller,

dann wäre in diesem Fall zu prüfen, ob es aufgrund der konkreten Umstände nicht vollständig ausgeschlossen erscheint, dass die betroffene Schülerin mit einer entsprechenden Hilfestellung den Anschluss finden wird und mit Erfolg am Unterricht weiter teilnehmen kann. Das Recht auf Akteneinsicht hindert aber im Übrigen den betroffenen Schüler oder Schülerin nicht daran, konkrete Einwendungen gegen die Bewertung vorzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Reckling
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

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