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Nichtversetzung

| 13. August 2019 03:29 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Eine schulische Leistungsbewertung setzt eine hinreichend tragfähige Tatsachenbasis voraus. Die Schulgesetze sehen z.T. Nachprüfungen vor, um eine abschließende Leistungsbewertung zu ermöglichen.

Hallo,

meine Tochter wurde nicht in die Qualifikationsphase 1 versetzt.
Allerdings wurde sie erst am letzten Tag vor der Zeugnisausgabe darüber informiert. Zuvor hat sie auch noch Kurse etc. normal gewählt.
Sie ist noch minderjährig, hätten in diesem Fall nicht die Erziehungsberechtigten informiert werden müssen? Gibt es da eine gesetzliche Regelung?

Grund für die Nichtversetzung sind nicht bewertbare Leistungen auf Grund von Krankheit. Es lag aber stets ein ärztliches Attest vor, welches der Schule fristgemäß per Fax übermittelt wurde. Außerdem sind in allen Fächern gute Leistungsnachweise vorhanden( Klausuren, Zusatzarbeiten,...) Gibt es eine Regelung, die besagt, ob und wann ein Fach bewertet werden muss?
Darf eine Schülerin nicht versetzt werden, obwohl die schriftlichen Nachweise darlegen, dass der Leistungsstand vorhanden ist?

Abschließend würde ich gerne wissen, was bei einem Eilantrag für die vorläufige Teilnahme am Unterricht der Q1 zu beachten ist, damit dieser Erfolg hat?

Vielen Dank!

13. August 2019 | 09:24

Antwort

von


(1285)
Bertha-von-Suttner-Straße 9
37085 Göttingen
Tel: 0551 707280
Web: http://rkm-goettingen.de/gero-geisslreiter-verwaltungsrecht
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach § 50 Abs. 1 Satz 1 des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW - SchulG) wird eine Schülerin nach Maßgabe der Ausbildungs- und Prüfungsordnung in der Regel am Ende des Schuljahres in die nächsthöhere Klasse oder Jahrgangsstufe versetzt, wenn die Leistungsanforderungen der bisherigen Klasse oder Jahrgangsstufe erfüllt sind. Diese ergeben sich aus § 9 Abs. 4 der Verordnung über den Bildungsgang und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe (APO-GOSt) - insoweit wurden Leistungen nach Ihren Worten erbracht.

Bei schlechten Leistungen hat die Schule das Verfahren nach § 50 Abs. 4 SchulG, § 9 Abs. 7 APO-GOSt einzuhalten. Die Eltern (vgl. § 123 SchulG) sind in der Regel 10 Wochen vor der Zeugnisausgabe über die drohende Nichtversetzung zu informieren.

Die Versetzung setzt eine Leistungsbewertung am Ende des Schuljahres voraus. Grundlage der Versetzungsentscheidung sind die Leistungen in den neun Kursen des Pflichtbereichs und in einem Kurs des Wahlbereichs, die im zweiten Halbjahr der Einführungsphase seit der letzten Zeugniserteilung erbracht wurden (§ 9 Abs. 3 APO-GOSt). Dazu müssen die vorhandenen Leistungsnachweise eine entsprechende Aussage zulassen. Hierfür gibt es keine allgemeine Regelung; es ist auf den Einzelfall abzustellen. Eine Leistung kann jedenfalls auch dann nicht bewertet werden, wenn die Schülerin am Unterricht - entschuldigt oder unentschuldigt - nicht teilgenommen hat. Offensichtlich hält die Lehrkraft die erbrachten Leistungsnachweise, welche von ihrer Qualität die Versetzung rechtfertigen würden, quantitativ für nicht ausreichend. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, bei der Schule Widerspruch gegen die Nichtversetzung einzulegen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch § 13 Abs. 5 APO-GOSt:

Zitat:
Schülerinnen und Schülern, die aus von ihnen nicht zu vertretenden Gründen die erforderlichen Leistungsnachweise nicht erbracht haben, ist Gelegenheit zu geben, die vorgesehenen Leistungsnachweise nachträglich zu erbringen. Im Einvernehmen mit der Schulleiterin oder dem Schulleiter kann die Fachlehrkraft den Leistungsstand auch durch eine Prüfung feststellen (§ 48 Abs. 4 SchulG).


Sie können für Ihre Tochter einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht stellen, damit diese vorläufig am Unterricht der nächsthöheren Klasse teilnehmen kann. Sie sollten mindestens gleichzeitig Widerspruch einlegen. Widerspruch und Eilantrag stellen beide Sorgeberechtigte zusammen oder der Alleinsorgeberechtigte allein namens der Schülerin. Im Schwerpunkt wird es für die Entscheidung von Gericht und Widerspruchsbehörde darauf ankommen, ob die erbrachten Leistungen eine abschließende Leistungsbewertung zulassen oder nicht und ob ggf. ein Anspruch auf Nachprüfung besteht. Tragen Sie daher vor, welche Leistungen in welchen Fächern wann mit welchen Ergebnissen erbracht wurden und welche Ausfallzeiten (entschuldigtes Fehlen) es wann gab. Verlangen Sie außerdem von der Schule eine Nachprüfung i.S.d. § 13 Abs. 5 APO-GOSt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 13. August 2019 | 22:00

Hallo,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich hätte noch eine Verständnisfrage zu dem Zitat.
Wie sieht es aus, wenn eine Klausur kurz vor der Zeugniskonferenz geschrieben wurde? Muss der Schülerin trotzdem nach der Konferenz oder auch in den Ferien eine Gelegenheit gegeben werden die Klausur nachzuschreiben oder in anderer Form einen Leistungsnachweis zu erbringen?

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13. August 2019 | 22:05

Sehr geehrter Fragesteller,

§ 13 Abs. 5 APO-GOSt gilt auch dann, wenn eine Klausur kurz vor Schuljahresende verpasst wurde. Darauf hat Ihre Tochter einen Anspruch. Nach Ermessen der Schule kann stattdessen eine Prüfung gemäß § 48 Abs. 4 SchulG durchgeführt werden.

Organisatorische Zwänge haben zurückzutreten (v.a. die Nachholung der Zeugniskonferenz und ein Prüfungstermin in den Schulferien).

Beste Grüße von Gero Geißlreiter, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14. August 2019 | 01:27

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 14. August 2019
5/5,0

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