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Nichtlieferung - versuchte Vertragsaufhebung

27.11.2006 16:44 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Hatte da bei einer Internt-Auktion einige Kleinigkeiten günstig ersteigert, darunter ca 8 Positionen angeblich Neuware von einem bestimmten Händler.
Er würde, so sein schriftliches Angebot, bei Mehrfachersteigerung von Waren seiner Firma, diese zu einer Lieferung zusammen legen und nur die tatsächlich anfallenden Kosten in Rechnung stellen.
Obwohl die Ware in ein kleines Päckchen passen würde oder als ein Paket allenfalls zwischen 5,-- -bis rund 7,-- EURO Versand kosten würde, verlangte man dort plötzlich fast das Doppelte.

Woraufhin ich um Erklärung und Aufschlüsselung ersuchte – da man doch zugesagt habe nur die wirklichen Kosten in Rechnung zu stellen.
Ich vermute, dass man hier versucht über Versand-Kosten die niedrigen Ersteigerungserlöse etwas aufzubessern.
Ich habe den geforderten Preis sodann aber erst mal überwiesen - also inkl. der geforderten Versandkosten.

Zwischenzeitlich erhielt ich die Nachricht, dass man vom Vertrag zurücktrete und ihn sozusagen cancle, da man Ärger vermeiden wolle.
Ist das zulässig und einseitig so einfach möglich, da ich ja die Zuschläge für die Ware erhalten habe und m. E. somit ein rechtsgültiger Kaufvertrag zustande kam?
Eine einfache Nachfrage bzgl. der Höhe der Versandkosten ist wohl kein Grund zur Vertragslösung?

Kann ich ggf. nach Fristsetzung (die bereits erfolgte) bei weiterer Auslieferungsverweigerung anderweitig gleichwertige Ware (sozusagen) als Ersatz bestellen (die natürlich weit teurer sein dürfte) und sämtlich damit verbundenen Kosten - notfalls auch für Inserate, um gleichwertige Ware überhaupt aufzutreiben - dem Nichtlieferer in Rechnung stellen ?

z. B. war ein Art. darunter, der anderweitig für rund 25,-- EURO angebten wird – ich aber für 1,--EURO ersteigerte.

Mir geht es schon um den Erhalt der sehr günstig „ersteigerten“ Ware - um die ich mich betrogen fühle, selbst wenn man mir das Geld zurück überweisen sollte, zumal ich anderweitig eine Menge mehr dafür bezahlen müsste.

Wie muss ich mich verhalten um an die Ware zu gelangen?
Kann der Händler so einfach - nur weil ich um Aufschlüsselung der Versandkosten ersuchte - vom geschlossenen Kaufvertrag zurücktreten und inwieweit ist er ggf. darüber hinaus zur vollen Schadenserstattung verpflichtet wegen Vertragsbruch?

Kann man ggf. die Anwaltskosten - falls einer beauftragt wird, oder bereits für diese Auskunft hier - dem Nichtliefernwoller mit in Rechnung stellen, denn er ist ja der Verursacher?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

der Verkäufer kann nicht einseitig vom Kaufvertrag zurücktreten. Wenn Sie bereits gezahlt haben, haben Sie einen Anspruch auf Übersendung der gekauften Waren.

Nach einer erfolglosen Fristsetzung zur Lieferung haben Sie die Möglichkeit, Schadensersatz gem. §§ 280, 281 BGB zu verlangen. Sie können dann dem Verkäufer die Kosten eines (angemessenen) Ersatzkaufes in Rechnung stellen.

Alternativ können Sie auf Herausgabe der gekauften Gegenstände klagen, wenn eine Ersatzbeschaffung nicht möglich ist.

Die Kosten für die Rechtsverfolgung können Sie dann erstattet verlangen, wenn sich der Verkäufer bereits in Verzug befindet oder die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert.

Bzgl. der Versandkosten gebe ich zu bedenken, dass nicht allein das Porto zu rechnen ist, sondern auch die Verpackung und der weitere Aufwand für den Versand zu rechnen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Kaussen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.11.2006 | 19:06

Danke für Ihre schnelle Antwort.

Jedoch folgende Satz in Ihrer Ausführung macht mich stutzig:


>>„Wenn Sie bereits gezahlt haben, haben Sie einen Anspruch auf Übersendung der gekauften Waren.“.<<


Immerhin war zu dem Zeitpunkt die Überweisung erst zum Verkäufer unterwegs - kann aber noch nicht dort gewesen sein. Alles wohlgemerkt zwischen Wochenfrist.
Wäre denn ohne erfolgter Überweisung der geschlossene Kaufvertrag - der gemäss Auktions- Zuschlag ja wohl zustande gekommen - vom Verkäufer einfach cancelbar?

Gerade wegen der Unübersichtlichkeit der Versandkosten bat ich ja um eine kurze Aufschlüsselung wozu der Lieferant scheinbar nicht in der Lage oder gewillt.
Muss ich da also jede Luftnummer akzeptieren und darf darüber keine Aufschlüsselung verlangen?
Bzw. kann deshalb der Kauf vom Verkäufer rückgängig gemacht werden (weil er angeblich Ärger vermutet)?
Reicht eine Woche Fristsetzung und was mache ich wenn er die Überweisung einfach Rücküberweist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.11.2006 | 22:16

Bei Onlineauktionskäufen ist der Käufer in der Regel vorleistungspflichtig. Der Verkäufer kann sich -wie gesagt- aber nicht einseitig lösen.

Eine Frist von einer Woche ist recht knapp; beachten Sie die Postlaufzeiten. Zwei bis drei Wochen sind aber ausreichend.

Wenn der Verkäufer den Kaufpreis zurücküberweist, können Sie dennoch Lieferung Zug-um-Zug gegen erneute Zahlung verlangen.

Mit freundlichen Grüßen


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