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Nichteinhaltung Mietvertrag Ferienwohnung

| 15.07.2016 13:56 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Unsere im Juni für eine Woche gemietete Ferienwohnung entsprach in einigen Punkten nicht dem Vertrag:
1. Die Terrasse war schmutzig und nicht benutzbar. Auf Reklamation wurde die Reinigung zugesagt. Es wurde jedoch lediglich der Tisch abgewischt. Um die Stühle benutzen zu können und keinen Sand in die Wohnung zu tragen, musste ich selbst zu Wischlappen und Handfeger greifen. Alles belegt durch Fotos.
2. Für die Terrasse (Südlage) stand kein Sonnenschutz, wie z.B. ein Sonnenschirm, zur Verfügung (nicht Vertragsgegenstand). So war sie etwa den halben Tag nicht nutzbar.
3. Die beiden Türen waren nicht mit Fliegengittern ausgestattet. Bei jedem Lüften von Wohn- und Schlafraum drangen Fliegen herein.
4. Es war kein WLAN vorhanden. Bei Reklamation wurde auf die öffentlich zugängigen Anschlüsse im Ort verwiesen. Als Freiberuflerin bin ich auf eine ständige Internetverbindung in ruhiger Umgebung angewiesen. So war der WLAN-Anschluss in der Wohnung für mich eine der grundlegenden Voraussetzungen für deren Miete. Weder vor der Anreise noch bei der Schlüsselübergabe wurde auf diesen für mich gravierenden Mangel hingewiesen. Die Schuld schob man auf die Telekom, die ihre Zusage nicht eingehalten habe.
Für die entgangenen Leistungen, die Telefonkosten und die aufgewendete Zeit erachtete ich eine Entschädigung von 100 Euro als angemessen. Zuerst bot man mir einen Gutschein für dieselbe Wohnung i.H.v. 65 Euro (gültig bei einem Mindestaufenthalt von 5 Tagen!) an, da ich diesen ablehnte eine Entschädigung i.H.v. 40 Euro – entsprechend „5% für fehlende Medien" nach der Frankfurter Liste. Alles andere wurde schlichtweg ignoriert. Genau wie mein letztes Schreiben, das meine Nicht-Akzeptanz dieser Entschädigung ausdrückt.
Meine beiden Fragen: Ist es aussichtsreich, hier für mein Recht zu kämpfen? Könnte ich ggfs. auch den Verdienstausfall einfordern (bisher nur dargelegt, nicht Gegenstand meiner Forderung)? Dazu gibt es keinen direkten Nachweis, aber definitive Vergleichswerte, die einen Ausfall in der kommunizierten Höhe plausibel machen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Generell müssen Sie Mängel bei einer Ferienwohnung vor Ort rügen und dem Vermieter die Möglichkeit der Abhilfe geben, handelt dieser trotz Fristsetzung nicht, so können Sie selbst Abhilfe schaffen oder gegebenenfalls den Vertrag fristlos kündigen.

Entscheidend ist, was vorab zugesichert wurde, bzw. wie die Wohnung ausgeschrieben war.

Zu 1) Selbstverständlich haben Sie ein Anrecht auf eine gereinigte Wohnung und eine benutzbare gereinigte Terrasse. Da Sie den Vermieter aufgefordert haben zu reinigen und er dies nur teilweise gemacht hat, liegt ein Mangel vor. Die Frage ist, ob dieser Mangel auch berechtigt den Reisepreis zu mindern. Bei einer stark verschmutzten Ferienwohnung (im Wohnbereich) gehen die Gerichte von einer Reisepreisminderung von 10-20% aus. In Ihrem Fall dürfte, da der Mangel im Außenbereich gelegen hat und die Nutzbarkeit der Wohnung nur minimal eingeschränkt wurde, die Minderung zwischen 0-5% betragen.

Zu 2) Wenn kein Sonnenschutz in der Beschreibung oder sonst zugesagt wurde, stellt der fehlende Sonnenschutz keinen Mangel dar.

Zu 3) Insekten werden von den Gerichten, sofern Sie landestypisch sind nur bei starkem Auftreten als Mangel angesehen. Wenn die Fliegengitter zugesichert waren und das Eindringen von Mücken deutlich über dem Normalmaß lag, könnte man trotzdem wohl nur ein Minderung von höchstens 5 % vornehmen.

Zu 4) Wenn das WLAN zugesichert war, stellt das fehlende WLAN einen Mangel dar.
Konnte trotz Fristsetzung der WLAN-Zugang durch den Vermieter nicht geschaffen werden, so haben Sie einen Anspruch auf Reisepreisminderung in Höhe von 0-10%.
Sollte das WLAN bspw. mündlich oder durch E-Mail vorab besonders zugesichert worden sein, können Sie unter Umständen die Kosten für die Internetnutzung über Handy geltend machen. Hierbei haben Sie aber eine Schadensminderungspflicht. Wäre ein frei zugängliches WLAN ohne große Mühe zu erreichen gewesen, so kann dies den Schadensersatzanspruch mindern.

Einen Anspruch auf Verdienstausfall haben Sie leider nicht.

Insgesamt würde ich auf Grund der aufgetretenen Mängel den Anspruch auf Reisepreisminderung mit rund 100 € beziffern.

Würden Sie einen Anwalt beauftragen eine Forderung in Höhe von 200 € durchzusetzen, so hätten Sie außergerichtlich Kosten in Höhe von ca. 90 € und bei einer Klage ein Prozesskostenrisiko von ca. 500 €.

Hat der Vermieter trotz Fristsetzung einen genau bezifferte Rückforderung nicht geleistet, können ihm die Kosten für die Rechtsverfolgung durch den Anwalt in Rechnung gestellt werden. Es bleibt aber trotz allem ein erhebliches Risiko auf den Kosten sitzenzubleiben.

Möchten Sie den Vermieter anwaltlich anschreiben lassen, so können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 15.07.2016 | 16:25

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Wow – eine Stunde nur, und schon hatte ich eine kompetente Antwort von Rechtsanwalt Florian Brödel! Darin beziffert er meinen Anspruch exakt so wie ich es auch getan habe. Soeben habe ich noch einmal an die Vermietungsstelle geschrieben, eine neue Frist gesetzt und bei Nichteinhaltung die anwaltliche Rechtsverfolgung angekündigt. Falls es dazu kommt, werde ich auf jeden Fall Herrn Brödel damit beauftragen.

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