Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nichteheliche Lebensgemeinschaft - gemeinsame Immobilie - Trennung

| 22.05.2016 11:49 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Mein Partner und ich - wir sind nicht verheiratet - haben uns 2012 ein altes Haus auf dem Land gekauft und saniert. Im Grundbuch stehen wir als Eigentümergemeinschaft zu je 50 %. Kreditnehmer für das Haus ist er allein, zahlt monatlich 200 € dafür. Der Kredit beträgt 40.000 €, das Haus ist damit voll finanziert. Der Umbau wurde von uns gemeinsam erbracht (Arbeitskraft und finanziell). Ich stehe mit dem Kredit in Haftung bei der Bank, habe dafür unterschrieben.
Jetzt haben wir uns getrennt, weil er eine neue Beziehung hat.

Nun will er mich sofort aus dem Grundbuch haben. Auszahlen will er mich nicht, weil ich mich nicht an den Kreditraten beteiligt habe und angeblich auch nicht an den Baumaßnahmen im Haus. Einem Verkauf stimmt er nicht zu, weil seiner Ansicht nach Abzug des Hauskredits nicht mehr viel übrig bleibt, was durchaus der Fall sein könnte. Er will das Haus mit seiner Neuen nutzen und läßt sie bereits ein- und ausgehen.

Wir haben bis Ende 2015 in/aus einem Topf gewirtschaftet, bis er dann meine Kontovollmacht für das gemeinsam genutzte Konto gestrichen hat. Die Kreditraten sind bis dahin über das besagte Konto gelaufen. Ich war selbständig und habe nebenher noch unentgeltlich in seiner Firma mitgearbeitet, seine Tochter und den Haushalt betreut.

Nun zahlt er keine Rechnungen mehr, öffnet keine Briefe. Es können auch Rechnungen darunter sein, die das gemeinsame Haus betreffen. Ich werde in Unkenntnis über laufende Verpflichtungen gelassen, damit er behaupten kann, ich beteilige mich nicht. Wie er es mal angedeutet hat, ist es ihm egal, wenn er in die Privatinsolvenz geht. Das würde bedeuten, daß ich in die Haftung genommen werde.

In den Umbau habe ich genauso wie er Geld und meine Arbeitskraft gesteckt.

Er behauptet, ich hätte in den vergangen Jahren unserer Beziehung auf seine Kosten gelebt, will dieses an mich verrechnen, falls er mich auszahlen müsste. Er will anwaltlich gegen mich vorgehen, um das durchzusetzen.

Arbeitsmäßig muss ich mich neu orientieren, verbunden mit einem Ortswechsel. Wenn nicht verkauft wird, will ich meine Möbel und alle Sachen im Haus belassen und nur an den Wochenenden zu Hause sein.

Er selbst will unter keinen Umständen aus dem Haus raus.

Meine Fragen:

1.Kann er mich zwingen, auszuziehen? Was kann ich gegen das offensichtliche "rausmobben" tun?

2.Wenn nicht verkauft wird, möchte ich das Haus wenigstens an den Wochenenden nutzen. Auch möchte meine Tochter (studiert) an den Wochenenden dort ihre Wäsche waschen und sich erholen. Selbstverständlich zahle ich die fixen Abgaben weiter hälftig und die Verbrauchskosten. Darf er die Schlösser austauschen, damit ich keinen Zugang mehr habe?

3. Muss ich den Einzug seiner Neuen dulden? Momentan ist keine klare Abgrenzung der Wohnbereiche vorhanden, obwohl er sich meistenteils in der oberen Etage aufhält und ich in der unteren. Küche und Bad, Garten und Hof werden gemeinsam genutzt.

4. Kann man eine offzielle Nutzungsaufteilung des Hauses erwirken und dieses notariell festhalten? Muss ich in diesem Falle den Einzug seiner Neuen dulden?

5. Muss ich dulden, dass die Neue sich im Garten aufhält, z.B. relaxt oder Grillabende veranstaltet?

6. Wie kann ich mich gegen seine drohende Privatinsolvenz absichern, einer eventuellen Zwangsvollstreckung? (Schutz meiner Sachen im Haus) und vor in Inhaftungnahme durch die Bank bei seinem Zahlungsausfall (den er anscheinend mutwillig herbeiführen will).

Oder wäre ein Verkauf letztendlich doch die bessere Variante und sollte ich diesen gegen seinen Willen durchsetzen?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihre Antwort im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.Kann er mich zwingen, auszuziehen?

Eindeutig nein, da Sie Eigentümerin sind

Was kann ich gegen das offensichtliche "rausmobben" tun?

Alle seine Drohungen haben überhaupt keine rechtliche Bedeutung. Einfach ignorieren. Sie sind (Mit)Eigentümerin des Hauses und er wird Sie nicht rauswerfen können. Zu der sinnvollen Lösung des Falles, s. Ziff. 7. Sie können ihm leider nicht verbieten, seine Neu zu Besuch zu empfangen, s. Ziff. 3.Wenn er sie einziehen lässt, können Sie eine einstweilige Verfügung beim Gericht beantragen, dass sie raus muss.


2.Wenn nicht verkauft wird, möchte ich das Haus wenigstens an den Wochenenden nutzen. Auch möchte meine Tochter (studiert) an den Wochenenden dort ihre Wäsche waschen und sich erholen. Selbstverständlich zahle ich die fixen Abgaben weiter hälftig und die Verbrauchskosten. Darf er die Schlösser austauschen, damit ich keinen Zugang mehr habe?

Eindeutig nein.


3. Muss ich den Einzug seiner Neuen dulden? Momentan ist keine klare Abgrenzung der Wohnbereiche vorhanden, obwohl er sich meistenteils in der oberen Etage aufhält und ich in der unteren. Küche und Bad, Garten und Hof werden gemeinsam genutzt.

Eindeutig nein. Gelegentliche Besuche allerdings schon (1-2 mal pro Woche) . Genau so hat er die Besuche Ihrer Tochter zu dulden.

4. Kann man eine offzielle Nutzungsaufteilung des Hauses erwirken und dieses notariell festhalten? Muss ich in diesem Falle den Einzug seiner Neuen dulden?

5. Muss ich dulden, dass die Neue sich im Garten aufhält, z.B. relaxt oder Grillabende veranstaltet?

Wie oben gesagt, nur gelegentlich.


6. Wie kann ich mich gegen seine drohende Privatinsolvenz absichern, einer eventuellen Zwangsvollstreckung? (Schutz meiner Sachen im Haus) und vor in Inhaftungnahme durch die Bank bei seinem Zahlungsausfall (den er anscheinend mutwillig herbeiführen will).
Sie sollen auf jeden Fall die Bank kontaktieren und den Kontostand klären. Kommt die Mitteilung, dass die Schuld nicht getilgt wird, müssen Sie mit der baldigen Zwangsversteigerung rechnen. Sie haften mit ihm zusammen. Absichern können Sie sich gegen die Zwangsversteigerung nur in der Weise, dass Sie selbst zahlen. Andere Möglichkeiten bestehen leider nicht.

Ihre Sachen können Sie praktisch nicht schützen, solange sie im Haus stehen. Er wird sich im Falle einer Beschädigung ausreden, dass es bereits so war, bzw. er hat damit nichts zu tun.


7. Oder wäre ein Verkauf letztendlich doch die bessere Variante und sollte ich diesen gegen seinen Willen durchsetzen?
Die Teilungsversteigerung oder ein Freikauf wäre die beste Alternative. Fordern Sie ihn zunächst schriftlich mit Fristsetzung 19 Tage auf, das Haus frei zu verkaufen. Falls nichts passiert, stellen Sie einen Antrag auf Teilungsversteigerung. Selbst wenn es dann aus dem Erlös nichts mehr bleibt (nachdem die Schulden an die Bank gezahlt werden), kommen Sie schuldenfrei raus.
Alles andere ist angesichts seines von Ihnen beschriebenen rücksichtslosen Verhaltens eine absolute Zeitverschwendung.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 22.05.2016 | 12:50

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle Antwort. Es hilft sehr. MfG"
FRAGESTELLER 22.05.2016 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70760 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Auf den Punkt kommend deutlich erklärt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
bin zufrieden ...
FRAGESTELLER