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Nicht steuerbare Leistungen...


10.01.2006 21:10 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Guten Abend,

ich verkaufe Internet Dienstleistungen (sonstige Leistungen) z.B. in die USA. Gemäß §3a UStG liegt der Leistungsort im Ausland, wenn sich der Kunde (Privatkunden) außerhalb der EU befindet. Es handelt sich um eine reine Internet-Dienstleistung. Es wird also nichts verschickt usw.

Nun frage ich mich ob ich dies ggü. dem Finanzamt irgendwie belegen muss (dass die Kunden sich im Ausland befinden). Die Kunden bezahlen per Paypal und geben ihre Kontaktdaten auf meiner Internetseite ein. Diese übernehme ich dann in meine Aufzeichnungen/Buchhaltung. Im Grunde wüsste ich nicht, wie ich das noch weiter belegen könnte. Bedarf es irgend eines weitergehenden Belegs? Muss man die Kontaktdaten irgendwie verifizieren (das würde recht hohe Kosten verursachen) ?

Außerdem würde mich noch interessieren, ob ein hoher Anteil an nicht steuerbaren Leistungen den Vorsteuerabzug schmälert. Es handelt sich bei meinen Umsätzen um solche, die im Inland steuerbar wären.

Danke !
Eingrenzung vom Fragesteller
11.01.2006 | 10:58
Sehr geehrer Fragesteller,

Ihre Anfrage darf ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Grds. unterliegen Sie als Kleinunternehmer auch einer gewissen Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht. In Ihrem Fall dürfte es aber ausreichen, zu jedem Geschäftsvorgang, den Geschäftspartner, die dazugehörigen Aufträge (evtl. Ausdrucke der online-Beauftragung) sowie die Abrechnungen über paypal aufzubewahren, bzw. zu erstellen. Es muß nachvollziehbar sein, was an wen und wann gelifert worden ist. Gleiches gilt für die Abrechnungen. Eine Verifizierung dürfte nicht notwendig sein, da sie auch nicht 100%-ig sicher sein können, dass es sich bei Online-Vertägen auch tatsächlich um den Auftraggber handelt, sofern keine rechtswirksame Signatur das Geschäft begeleitet hat.

Ihre letzte Frage ist etwas ungenau. Ich bitte sie daher, diese zu konkretisieren. Sofern nicht steuerbare Leistungen vorliegen, beeinflussen diese grds. auch nicht den Vorsteuerabzug, da ja eben keine Steuer fällig wird. Es käme wohl daher lediglich auf die tatsächliche Steuerpflicht im Inland an, als auf die (Nicht-)Steuerbarkeit im Ausland. Wenn die Leistungen für sie steuerpflichtig sind (unabhängig vom Ort der Leistung) dann besteht auch ein Einfluß auf den Vorsteuerabzug.

Ich hoffe, Ihnen vorerst weitergeholfen zu haben.

Mt freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 11.01.2006 | 16:44

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Zur ersten Frage wollte ich noch sagen, dass ich kein Kleinunternehmer bin (verzichtet), jedoch nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet bin. Ich nehme an das Ergebnis bleibt gleich ?

Zur zweiten Frage: Ich habe einen hohen Anteil an Einnahmen (ca. 90%), die prinzipiell der Mehrwertsteuer unterlägen, wenn sie im Inland ausgeführt worden wären. Da ich diese Einnahmen jedoch durch sonstige Leistungen an Privatkunden außerhalb der EU erziele, sind sie in Deutschland nicht steuerbar im Sinne des UStG, da der Leistungsort im Drittland liegt (siehe oben).
Angenommen ein anderer deutscher Unternehmer der für mein Unternehmen eine Leistung erbracht hat berechnet mir Mehrwertsteuer (mit entspr. Rechnung): Darf ich diese dann voll als Vorsteuer geltend machen, obwohl die Einnahmen die ich durch die Verwertung dieser Leistung erziele nicht steuerbar im Sinne des UStG sind ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.01.2006 | 21:39

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte entschuldigen Sie die aus dienstlichen Gründen nicht sofortige Antwort auf Ihre Nachfrage.

In Bezug auf ihre erste Nachfrage ändert sich, wie sie bereits richtig angemerkt haben, an der Antwort nichts.

Zu Ihrer zweiten Nachfrage: Wenn Sie inländische Leistungen in Anspruch nehmen, dann können Sie diese, sofern die übrigen formalen Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug, insbesondere die Berechtigung des Liefernden Umsatzsteuer zu berechnen, ihre Vorsteuerabzugsberechtigung und ein der Umsatzsteuerpflicht unterliegendes Geschäft. In ihrem Fall erhalten Sie eine solche Leistung von einem Unternehmen. Dabei spielt es keine Rolle, für was sie dann diese Leistung einsetzen. Ein Vorsteuerabzug ist dann grds. gegeben.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit der Antwort helfen konnte und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

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