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Nicht selbstverantworteter Glasschaden von Mietgegenstand

| 27.08.2018 09:06 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Folgender Fall liegt vor:

Ich bin Mieter einer vollmöblierten Wohnung in München. Vergangenen Monat hatte ich Urlaub und war den ganzen Tag unterwegs. Als ich abends nach Hause kam, lag mein Wohnzimmer voller Scherben. Die zwischen Holz eingelegte Glasplatte des Fernsehschranks ist in ihrer gesamten Länge gesprungen (tempered glass, vglb. mit Seitenscheiben eines Autos).
Da kein Einbruch vorliegt und auch ich nichts auf die Glasplatte mit hohem Gewicht gestellt habe - lediglich ein paar einzelne Blätter - bin ich mir mittlerweile sicher, dass die Glasplatte durch Wärmeausdehnung geplatzt ist. Es war eine der heißesten Wochen gewesen und die noch im Spalt hängenden Glasscherben stecken immer noch nahezu unbeweglich drin.

Vermietung läuft über die Mutter, Eigentümer, wie ich jetzt erfahren habe, ist wohl der Sohn, der aber nicht mehr in Deutschland wohnt und mit dem ich zuvor auch überhaupt keinen Kontakt hatte. Die Mutter hat meine Kontaktdaten ohne mein Einverständnis an ihren Sohn weitergeleitet, der mich unverhofft angerufen hat. Dieser glaubt mir freilich nicht und möchte den Schaden ersetzt haben. Vor Ort war noch niemand, er sowieso nicht. Eine Rechnung von dem Fernsehschrank liegt seitens des Vermieters nicht mehr vor.

Fragen:

Wie habe ich im besten Fall vorzugehen? Muss ich zahlen und wenn ja, wie viel?

In dem Fall war ich definitiv kein Verursacher, das Objekt ist Bestandteil des Mietvertrags, es muss mir eigentlich dementsprechend vorliegen, das tut es jetzt nicht mehr. Der Fehler liegt "offensichtlich" im Aufbau des Schrankes und/oder ist ein Materialfehler.

Wer ist in der Beweispflicht? Was ist, wenn ein Gutachter, den ich bestellt habe, 50:50 entscheidet?

Und: Wie viel können von meiner Kaution in Höhe von 2.500 € wegen eines einfachen TV-Schranks, bei dem keine Rechnung vorliegt, einbehalten werden? Der Auszug steht leider bevor.

Mit besten Grüßen und vielen Dank für Ihre Antwort



27.08.2018 | 11:04

Antwort

von


(390)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Tisch dürfte Gegenstand Ihres Mietvertrages sein, wenn Sie die Wohnung voll möbliert gemietet haben. Insofern sind sie zunächst für den Zustand des Tisches verantwortlich. Geht er kaputt, so spricht zunächst der erste Anschein dafür, dass Sie, da er sich in Ihrer Gewahrsamssphäre befunden hat, den Tisch zerstört haben.
Sie müssten also diesen Anscheinsbeweis entkräften, dass Sie dies nicht gewesen sind.
Dies dürften sie lediglich durch Zeugenaussagen, durch Ihre eigene Anhörung vor Gericht, dies ist natürlich immer problematisch, oder eben durch einen Sachverständigen funktionieren.
Daher sollten Sie soweit wie möglich, die Überreste des Tisches aufbewahren, damit hier gegebenenfalls im weiteren Streitfall ein Sachverständiger diesen begutachten kann.
In der Regel wird der Gutachter zu einem Ergebnis kommen und nicht fifty-fifty entscheiden. Dies könnte lediglich dann infrage kommen, wenn der Gutachter hier ebenfalls nicht weiter weiß und zum Beispiel einen anderweitigen Schadenverlauf nicht annehmen kann, wobei Sie dann natürlich immer noch in der Nachweispflicht sind
Falls eine Schadenersatzpflicht Ihrerseits bestehen sollte oder sich herausstellen sollte, dass Sie einen anderen Schadenverlauf nicht nachweisen können, ist der Zeitwert des Tisches zu ersetzen. Diesen kann ebenfalls der Gutachter bestimmen. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass hier auch das Eigentum zwar grundsätzlich nachzuweisen ist durch den Vermieter, hier allerdings ebenfalls ein Anschein dafür spricht, dass, da der Tisch Gegenstand des Mietvertrages ist, ein Eigentum entsprechend besteht. Dies ist allerdings nicht zwingend, der Vermieter kann auch fremdes Eigentum mit Einverständnis des Eigentümers vermieten, unterliegt dann allerdings aber selbst möglicherweise einen entsprechenden Schadensersatzanspruch.
Übrigens ist nicht der Eigentümer der Wohnung Ihr Vertragspartner, sondern derjenige, mit dem Sie den Mietvertrag geschlossen haben, hier, sofern Sie die Mutter als Vermieterin bezeichnen, gegebenenfalls die Mutter. Sie müssen sich mit dem Sohn sodann, wenn er nicht Ihr Vermieter ist, nicht unterhalten, es sei denn es liegt eine entsprechende Vollmacht vor.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Joachim

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2018 | 17:50

Sehr geehrter Herr Joachim,

vielen Dank für die ausführliche und verständliche Antwort. Bei einer Sache möchte ich allerdings noch einmal nachfragen.

Sofern ich keinen Gutachter bestelle, auf was für einen Objektwert/eine Schadensersatzzahlung kann ich mich festlegen, da ja keine Rechnung mehr vorliegt? Oder bin ich dann verpflichtet, den Grundzustand - egal wie teuer es für mich wird - wiederherzustellen? Eine maßangefertigte Glasplatte oder eben ein vergleichbarer Schrank? Was wäre da möglich?

Und sollte der Gutachter für mich entscheiden, muss meine Vermieterin dann dafür aufkommen?

Ich bedanke mich noch mal recht herzlich und hoffe, dass die Nachfragen dem Umfang angemessen sind. Eine kurze Antwort reicht mir völlig aus dazu.

Mit besten Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2018 | 18:19

Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich ihre Nachfrage.
Ein Gutachter sollte eigentlich erst dann ins Spiel kommen, wenn der Streit um den Schrank richtig entbrannt ist. In der Regel bestellt nämlich auch ein Gericht einen entsprechenden Gutachter, wenn es zu entsprechenden Streitigkeiten vor Gericht kommt.
Außergerichtlich bleiben Sie in der Regel selbst auf den Gutachterkosten sitzen, wenn Sie hier speziell einen Gutachter beauftragen, die Vermieterin dann aber nicht damit einverstanden ist.

Schadenersatz bedeutet in nach § 249 BGB Naturalrestitution, also Wiederherstellung des vorherigen Zustandes. Im Prinzip müsste man hinterfragen, ob es den Schrank tatsächlich noch einmal so zu kaufen gibt oder ob tatsächlich auch eine Wiederherstellung des Schranks möglich wäre.
Schadenersatz kann auch in Geld verlangt werden, dann müsste man den Schaden entsprechend schätzen. Diese Schätzung kann dann gegebenenfalls gerichtlich überprüft werden, durch den besagten Gutachter.

Insofern kann ich hier auch nur eingeschränkte Aussagen treffen, da es immer dann darauf ankommt, wer tatsächlich den Schaden zu vertreten hat und welchen Zeitwert der Schrank letztlich hat. Gerade wenn er gebraucht ist, wird es mit einer Naturalrestitution also bei Neuerstellung des Schrankes sicherlich problematisch werden. Da dann der Vermieter hier auch einen gewissen Betrag hinzu geben müsste, wenn er einen neuwertigerem Schrank erhält, als ursprünglich vorhanden.

Möglicherweise doch eine Schraube oder ähnliches zu fest angezogen worden und es hat sich über die Zeit eine entsprechende Spannung entwickelt.

Sollten Sie hier eine gütliche Einigung anstreben, sollten Sie mit der Vermieterin das Gespräch suchen und auch auf die alternativen Möglichkeiten des Defekts zu sprechen kommen.

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung und verbleibe bis auf weiteres mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
Rechtsanwalt




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Bewertung des Fragestellers 27.08.2018 | 18:57

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