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Nicht selbst bestellten Gutachter bezahlen?

| 23.10.2015 13:17 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Tervooren


Bis September 2013 lebte ich mit meiner damaligen Frau in einem ehemaligen Bauernhof in einem kleinen Dorf in Nordhessen. Das Haus gehörte ausschließlich ihr, während ich seit Dezember 2010 auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage betrieb. Dazu hatten wir einen Pachtvertrag geschlossen und ich hatte eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit im Grundbuch der Gemeinde eintragen lassen. Im Falle einer Veräußerung des Hauses gehen sämtliche Rechte und Pflichten auf den neuen Eigentümer über, so der Pachtvertrag.

Dies geschah nun ein Jahr später: Meine nunmehr Ex-Frau verkaufte das Haus. Die damals für den Trennungsfall vereinbarte Pacht in Höhe von 100,-€ im Monat machte den Betrieb für mich unwirtschaftlich, weshalb ich den Pachtvertrag kündigte. Der neue Eigentümer widersprach, es ging hin und her – bis wir uns im März dieses Jahres auf einen Abbau der PV-Anlage bis zum 30.09.2015 einigten. Bis dahin zahlte ich die oben genannte Pacht und hatte Zeit, ein neues Dach zu finden.

Dies habe ich nicht geschafft, nicht zuletzt, da die Anlage mit 140m² recht groß ist, aber Ende September fand ich immerhin einen Käufer mit entsprechenden Kontakten. Zwar verkaufe ich die Anlage weit unter Wert, aber ich will einfach nur noch Ruhe haben.

Nun gab es aber im Sommer dieses Jahres bei einem starken Gewitterregen einen Wassereintritt im Bereich der PV-Anlage. Der neue Eigentümer schrieb mich daraufhin an und forderte mich auf, alle Kosten in bis dahin noch unbekannter Höhe zu übernehmen, weil der für den Wassereintritt verantwortliche Schaden am Dach unzweifelhaft auf die PV-Anlage zurückzuführen sei. Da ich mir dies zwar vorstellen konnte, aber es gerne von einem Fachmann bestätigt wissen wollte, beauftragte ich einen Dachdecker mit der Bewertung der Sachlage. Der Dachdecker bestätigte die Vermutung des neuen Eigentümers, sagte ihm wohl aber, dass er kein Gutachter sei und seine Aussage dementsprechend kein rechtliches Gewicht habe.

Daraufhin beauftragte der neue Eigentümer (!) einen Gutachter, aus dessen Bericht hervorging, dass bei der Installation der Anlage im Herbst 2010 seitens des ausführenden Unternehmens grobe Fehler gemacht wurden: Angesichts der Größe der Anlage wurden zu wenige Halterungen montiert, womit zu viel Druck auf zu wenigen Punkten lastete, was zur Folge hatte, dass an diesen Stellen die Ziegeln rissen und somit Wasser einsickern konnte. Zur Schadenssumme machte der Gutachter keine Angaben.

Ich meldete den Fall somit meiner Betriebshaftpflichtversicherung. Sie wies die Forderungen des neuen Eigentümers zurück. Zitat aus dem Schreiben an die Gegenseite: „Weder ist hier eine vertragliche noch eine deliktische Anspruchsgrundlage erkennbar. Wir müssen daher Ihre Forderungen als nicht begründet zurückweisen."

Dies verstand ich zwar nicht, da das Gutachten keinen Zweifel an der Verursachung des Schadens durch meine PV-Anlage ließ und ich laut Pachtvertrag in solchen Fällen für die Instandsetzung aufkommen muss, aber bitte – das soll hier nicht das Thema sein.

Als Nächstes kam ein Schreiben des Anwalts des neuen Eigentümers mit einer Aufforderung zur Übernahme sämtlicher Kosten einschließlich des Gutachters und der Rechtsanwaltskosten gemäß §286, 288 BGB. Angehängt war ein Kostenvoranschlag eines Dachdeckers über etwas weniger als 800,-€ zur Behebung des Schadens am Dach – von eventuellen Wasserschäden an der weiteren Bausubstanz war schon da keine Rede mehr, sehr wohl aber von weiteren rechtlichen Schritten.

Ich verwies meinerseits wiederum an meine Versicherung, da deren Haltung für mich zwar unverständlich, aber eindeutig war – zumal eine Instandsetzung des Daches im Rahmen der Demontage der PV-Anlage laut Pachtvertrag eh zu erfolgen hatte.

Das nächsten Schreiben des Anwalt der Gegenseite war deutlich schärfer. Zitat: „Darüber hinaus dürfen wir hiermit namens und in Vollmacht unseres Auftraggebers vorsorglich wegen der noch bestehenden Forderungen (Übernahme der Kosten für den Gutachter und den Rechtsanwalt der Gegenseite, Anmerkung des Verfassers) das gesetzliche Vermieter-/Verpächterpfandrecht gem. § 592 BGB geltend machen. Wir weisen darauf hin, dass die Anlage nach der Demontage von den Dächern entsprechend auf dem Grundstück des Auftraggebers zu verbleiben hat, die Anlage wird sodann dort eingelagert werden. Ohne Einwilligung unseres Auftraggebers darf die Anlage entsprechend nicht vom Grundstück entfernt werden. Sollte hiergegen verstoßen werden, würde dies den Straftatbestand der Pfandkehr gemäß § 289 StGB erfüllen."

Wie bereits erwähnt, hatte ich zwischenzeitlich einen Käufer gefunden. Er nannte mir ein Unternehmen, das die Demontage vornehmen sollte, woraufhin ich den Auftrag gab. Da dieser Auftrag nicht bis Ende September erfüllt werden konnte, überwies ich der Gegenseite eine weitere Monatspacht in Höhe von 100,-€ und wies zugleich darauf hin, dass ihre Pfändungsdrohung in keinem Verhältnis zum Streitwert (1300,-€ Gutachter + 400,-€ Rechtsanwalt + 800,-€ Schaden am Dach – jeweils gerundet) stünde und sie meinetwegen bis zur Klärung der Rechtslage einen Wechselrichter im Wert von rund 3000,-€ einbehalten dürften.

Die Anlage wurde mittlerweile demontiert und das Dach vollständig (!) instandgesetzt, und dies etwa eine Woche vor Ablauf der letzten Fristverlängerung, welche die Gegenseite gewährte. Zum völligen Unverständnis des die Demontage durchgeführt habenden Unternehmens, des Käufers der Anlage und mir selbst durfte tatsächlich nicht ein einziges Teil der Anlage mitgenommen werden. Der neue Eigentümer des Hauses droht hingegen nunmehr mit Folgendem: „Im Übrigen teilen wir zur Kenntnisnahme mit, dass wir Ihre Haftpflichtversicherung noch einmal schriftlich kontaktiert haben. Weiterhin haben wir darauf hingewiesen, dass nicht der Versicherer, sondern Sie der Ansprechpartner und Forderungsschuldner in der Angelegenheit sind. Rechtliche Schritte werden somit allein Ihnen gegenüber und nicht gegenüber Ihrem Versicherer erfolgen. Im Hinblick auf Ihre Haftung sei auf das vorliegende Sachverständigengutachten hingewiesen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung und insbesondere die Verpfändung und Versteigerung der Anlage wird weitere erhebliche Kosten mit sich ziehen, die Sie zu tragen haben werden."

Meine Versicherung zeichnete sich weiterhin durch Untätigkeit aus, die Gegenseite hingegen nicht. Zuletzt wurde die Zwangsversteigerung angedroht. Bis zum 30.10.2015 soll ich nun die Kosten für den Gutachter und den Rechtsbeistand der Gegenseite in Höhe von 1684,96€ übernehmen, andernfalls würde die PV-Anlage zwangsversteigert.

Nun stellt sich mir die Frage: Ich habe weder den Gutachter noch den Rechtsbeistand für die Gegenseite bestellt. Zudem wurde das Dach im Rahmen der Demontage instandgesetzt, so dass mir von der Gegenseite mittlerweile die schriftliche Bestätigung vorliegt, dass mit einer Begleichung der oben genannten Forderungen „die Kuh vom Eis" wäre – einen Wasserschaden an der Bausubstanz des Hauses gab es demnach nicht, aber davon war ja schon im Gutachten keine Rede.

Muss ich das nun bezahlen, obwohl ich weder den Gutachter noch den Rechtsbeistand bestellt habe?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Beantwortung der Frage hängt zunächst davon ab, ob Sie dem Eigentümer nach der Einschätzung des Dachdeckers zugesagt hatten, für den Schaden aufzukommen. Falls ja, hätte es überhaupt keinen Grund mehr gegeben, einen Sachverständigen zu beauftragen.

Im Übrigen kommt es darauf an, was der Eigentümer von Ihnen gefordert hat bzw. ob er überhaupt mit einer konkreten Forderung auf Sie zugekommen ist.

Die Anwaltsgebühren müssten Sie dann tragen, wenn der Eigentümer von Ihnen etwas konkretes verlangt hat (also entweder Beseitigung des Mangels oder Schadensersatz) und Sie mit dieser Verpflichtung in Verzug waren. Dies wäre nur dann der Fall, wenn ein konkreter Zeitpunkt für die Mängelbeseitigung bzw. die Zahlung vereinbart war oder der Eigentümer die Erfüllung Ihrer Verpflichtung bereits angemahnt hatte.

War jedoch kein fester Zeitpunkt vereinbart und das Anwaltsschreiben die erste Mahnung, waren Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Verzug und müssen die Anwaltskosten deshalb auch nicht tragen.

Die Gutachterkosten müssen Sie auch nur dann tragen, wenn zum Zeitpunkt der Auftragserteilung noch ungewiss war, ob der Schaden am Dach durch die PV-Anlage verursacht worden ist. Wenn Sie dem Eigentümer nach der Inaugenscheinnahme durch den Dachdecker aber signalisiert haben, dass auch Sie davon ausgehen und den Schaden beheben werden, ist auch diese Forderung unbegründet.

In diesem Fall stünde dem Eigentümer auch kein Vermieterpfandrecht zu und Sie könnten die Herausgabe der PV-Anlage verlangen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.10.2015 | 12:36

Sehr geehrter Herr Tervooren,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Zu Ihren Nachfragen: Der neue Eigentümer meldete den Schaden seinerzeit via email und forderte eine Behebung des Schadens in unbekannter Höhe, gewissermaßen also einen Blanko-Scheck. Ein Auszug:

"[Anrede],

beim letzten Gewitterregen haben wir teils starken Wassereintritt am Dach im Bereich
der Halterungen der PV-Anlage festgestellt. Das Wasser dringt ein an gebrochenen
Dachziegeln direkt an den Halterungen, die an den Ziegeln nach aussen gehen.
Offensichtlich wurde hier nicht ordnungsgemäß gearbeitet, denn das Gewicht der Anlage
drückt nach und nach die darunter liegenden Ziegel kaputt.
Das eindringende Wasser zerstört die Geschossdämmung Thermo-floc und ebenfalls
die Geschossdecke, die mit Lehm ausgefüllt ist. Das Ausmass des bereits angerichteten
Schadens kann noch nicht ermittelt werden, aber man kann davon ausgehen, dass der
Wassereintritt nicht erst seit heute stattfindet sondern schon schleichend über einen
längeren Zeitraum.

Es besteht akuter Handlungsbedarf!

Ich fordere Sie auf, mir bis Montag, 06. Juli 2015 einen definitiven Termin für die Besichtigung
mit Handwerker und Abbau der Anlage für Dachreparaturen in dem betroffenen Bereich zu nennen.

Wir sprechen hier nicht von einer Lapalie oder irgendwelchen Nichtigkeiten. Gerne können Sie sich
zusammen mit einem Gutachter alles anschauen. Kosten gehen zu Ihren Lasten, ausser es lässt
sich eine andere Ursache ermitteln.

Hierzu wäre es sinnvoll, wenn Sie sich den § 10 des Pachtvertrages PV-Anlage durchlesen, hier
ist genau beschrieben, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist."

Der besagte §10 liest sich wie folgt:

"Im Falle von kleinen Dachreparaturen hat der Nutzer die Photovoltaik-Anlage auf seine Kosten zu entfernen. Die Dachreparatur ist schnellstmöglich auszuführen. Nach Beendigung der Dacharbeiten ist der Nutzer unmittelbar zu informieren, der Grundstückseigentümer verpflichtet sich, der Neuinstallation der Photovoltaik-Anlage zuzustimmen."

Ich widersprach und sah den neuen Eigentümer in der Pflicht, mir zunächst nachzuweisen, dass der Schaden durch die PV-Anlage hervorgerufen wurde. Er antwortete:

"Bezüglich der sog. Nachweispflicht kann ich Ihnen Folgendes anbieten: Ich bestelle einen Gutachter, der sich das Problem anschaut. Wegen mir kann es auch ein Zimmerer oder Dachdecker tun, falls Ihnen die Qualifikation desselben ausreicht. Kostenmässig dürfte dies die günstigere Alternative sein, zumal er dann die Reparatur ausführen kann.

Davon ausgehend, dass der Wassereintritt wegen der PV-Anlage auftritt, werden die Kosten für Begutachtung
und Reparatur vom Nutzer, also von Ihnen getragen."

Damit war ich nicht einverstanden, zumal ich eine Einflussnahme des neuen Eigentümers auf den bestellten Sachverständigen befürchtete. Aus diesem Grund beauftragte ich das Unternehmen, das seinerzeit die Anlage installiert hatte – die Firma LET aus Dörnhagen -, mit einer Inaugenscheinnahme des Falles. Leider gab es dort intern irgendwelche Abstimmungsprobleme mit einem Subunternehmer, wobei bei meiner Nachfrage nach einigen Tagen die eine Seite auf die jeweils andere Seite verwies. Ein Auszug aus meiner email an den neuen Eigentümer:

"Nachdem ich bis Montag immer noch vergebens auf einen Rückruf des Dachdeckers gewartet habe - er sagte seinerzeit ja, dass es derzeit wegen etlicher Sturmschäden mit Terminen eher schwierig sei -, habe ich meinerseits bei dem Unternehmen angerufen. Angeblich habe nach unserem Telefonat ein Mitarbeiter der LET dort angerufen und gesagt, er kümmere sich um einen näher an Morschen gelegenen Dachdecker. Der Mitarbeiter der LET wusste davon aber dem Anschein nach nichts und war darüber sehr verwundert. Wie dem auch sei, er verwies mich jedenfalls umgehend an einen Dachdecker aus Malsfeld, der sich heute im Laufe des Tages bei Ihnen wegen einer Terminabsprache melden wollte. Bis dahin müssen Sie sich also gedulden, und ob Sie danach Ihren Wunsch erfüllt bekommen und irgendwelche Rechnungen an mich schicken können, das bleibt abzuwarten. Noch ist in dieser Sache nicht das Geringste gesichert, insofern möchte ich Sie doch bitten, sich ein wenig in Zurückhaltung zu üben."

Schließlich beauftragte ich auf Anraten des Mitarbeiters der LET, wie oben beschrieben, den Dachdecker aus Malsfeld. Ihm gegenüber äußerte ich am Telefon, dass ich im Falle einer seinerseitigen Bestätigung des vom neuen Eigentümers Vermuteten den Schaden meiner Versicherung melden werde. Als er die Inaugenscheinnahme durchgeführt hatte und wir erneut telefonierten, bestätigte er das Vermutete, sagte mir aber zugleich, dass der neue Eigentümer ihn nach dem rechtlichen Gewicht seiner Einschätzung gefragte habe. Der Dachdecker sagte seiner Schilderung nach dem neuen Eigentümer gegenüber, dass er eben kein Gutachter sei und er nur eine fachmännische Einschätzung ohne rechtliche Aussagekraft abgeben könne. Daraufhin äußerte der neue Eigentümer, so der von mir beauftragte Dachdecker, dass er in diesem Falle noch einen Gutachter beauftragen werde. Dies geschah ohne eine Benachrichtigung durch den neuen Eigentümer an mich und somit meine Zustimmung. Davon ausgehend, dass er den Gutachter allerdings auf seine eigenen Kosten bestellt, legte ich an dieser Stelle aber auch keinen Widerspruch ein.

Als Nächstes erhielt ich eine email des Gutachters mit einer Einladung zum Ortstermin. Ich antwortete Folgendes:

"[Anrede],
 
Sie sind vom neuen Eigentümer des Hauses, in dem ich vormals mit meiner bald von mir geschiedenen Frau gelebt habe, mit einer Begutachtung des dortigen Daches wegen womöglich durch meine dort installierte PV-Anlage verursachte Wassereintritte beauftragt worden.
 
Nun sind Sie von Herrn XXX bestellt worden, und wird sind uns nicht gerade grün, weshalb ich natürlich fürchte, dass er Sie dazu bewegen wollen könnte, ein "Gefälligkeitsgutachten" zu erstellen, dass ihm nur zu gelegen kommen würde. Allerdings bin ich auch Realist genug, um zu wissen, dass das von Herrn XXX vermutete - Schäden an der Ziegeln durch die Halterungen der PV-Anlage - durchaus sein kann, wie mir auch schon Ihr Kollege Herr XYZ aus Malsfeld bestätigte.
 
Hinzufügen möchte ich an dieser Stelle allerdings noch, dass das Dach hier und da schon kleinere undichte Stellen hatte, als wir das Haus vom Vorbesitzer im Jahr 2007 erworben haben; schon damals standen an manchen Stellen auf dem seinerzeit noch völlig ungedämmten Dachboden alte Bräter und Ähnliches, um die sporadisch einsickernden, geringen Mengen Regenwasser aufzufangen. Im Zuge der Installation der PV-Anlage tauschten Mitarbeiter der Firma LET aus - damals noch - Guxhagen (heute: Dörnhagen) schadhafte Ziegeln aus, und danach hatten wir das Problem tatsächlich nicht mehr. Auch nach der Dämmung mit isofloc waren keine Undichtigkeiten zu beobachten.
 
Herr XYZ sagte zu mir am Telefon allerdings, dass seinem Eindruck nach für die beachtliche Größe der PV-Anlage viel zu wenig Halterungen angebracht seien und das Gewicht dementsprechend an manchen Stellen besonders laste, weshalb es zu beschädigten Ziegeln gekommen sein könnte. Sollte dies Ihres Erachtens auch der Fall sein, so könnte ich den Schaden bei der Firma LET geltend machen. Dies bitte ich, bei Ihrem Gutachten zu bedenken.
 
Den Ortstermin werde ich urlaubsbedingt nicht wahrnehmen können, und auch darüber hinaus bin ich dienstlich und familiär wegen der Krippeneinführung meiner Tochter noch die kommenden acht Wochen verhindert. Bis Ende September muss die PV-Anlage eh abgebaut sein, aber der Schaden sollte ja nichtsdestotrotz - ganz gleich, ob er von der PV-Anlage herrührt oder nicht - zeitnah behoben werden.
 
Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen
 
Fragesteller"

Was Ihre Frage zu einem vereinbarten Zeitpunkt anbelangt: Von Vereinbarungen kann man in diesem Fall nicht sprechen. Der neue Eigentümer setzt immer wieder eigenmächtig irgendwelche mitunter nicht einzuhaltenden Fristen. Sowas liest sich etwa wie folgt:

"Sehr geehrter Herr Fragesteller,

das Gutachten von Herrn Gutachter, Dachdeckermeister und Sachverständiger für
das Dachdeckerhandwerk, wurde mir heute per Post zugestellt.

Die umfangreichen Ausführungen erspare ich Ihnen, Sie können gegen den entsprechenden
Unkostenbeitrag bei Herrn Gutachter eine Kopie anfordern.

Kurz zusammengefasst bestätigt das Gutachten, dass die Undichtigkeiten, bzw. der Wasser-
eintritt durch die PV-Anlage verursacht wird.

Somit fordere ich Sie auf, umgehend dafür zu sorgen, dass die Schäden behoben werden.
Desweiteren fordere ich Sie auf, mir eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung zukommen
zu lassen, in der Sie verbindlich bestätigen, dass Sie die Kosten für die Begutachtung, die
Demontage der PV-Anlage und die Instandsetzung der Beschädigungen am Dach des
Hauses/Scheune [Adresse] übernehmen.

Hierzu setze ich Ihnen den Termin bis spätestens 25. August 2015 bei mir im Hause.

Mit freundlichem Gruß

Neuer Eigentümer"

Meine Antwort darauf:

Herr Neuer Eigentümer,
 
Sie schreiben mir an einem Freitag um 15h45 eine email, stellen darin ohne jedweden Nachweis eine Behauptung auf, setzen wieder einmal eigenmächtig und jegliche rechtliche Grundlage entbehrend eine Frist und erwarten dann, dass ich Ihnen vertraue und Ihnen umgehend eine vollständige Kostenübernahmeerklärung übermittele?! Ich muss doch sehr bitten!
 
Wenn Sie mir bis spätestens heute Abend einen Scan des Dokumentes als pdf zukommen lassen, werde ich das prüfen und dann mich dann ggf. mit meiner Versicherung sowie der Firma LET in Verbindung setzen. Bis dahin, sprich: Ohne einen Beweis werde ich trotz Ihrer ständigen Aufforderungen nichts unternehmen.
 
MfG,
 
Fragesteller"

Dennoch meldete ich den Fall meiner Versicherung. Dort sagte man mir, dass ich zunächst das Gutachten einfordern müsse, was ich umgehend tat:

"Werter Herr Neuer Eigentümer,
 
soeben habe ich mich mit der Versicherung in Verbindung gesetzt. Dort wurde mir bestätigt, dass Sie nun in der Pflicht sind, mir das Gutachten zukommen zu lassen. Wenn Sie eine Kostenübernahmeerklärung wollen, dann muss nun also mal etwas von Ihrer Seite kommen.
 
MfG,
 
Fragesteller"

Als Antwort kam am 24.08.2015 um 13h52 Folgendes:

"Sehr geehrter Fragesteller,

als Anhang erhalten Sie folgende pdf-Datein:

1. vollständiges Gutachten
2. Bilddokumentation
3. Rechnung

Die Terminsetzung für die Kostenübernahmeerklärung aus der mail vom 21.08.2015 bleibt hiermit
bestehen: 25. August 2015.

Mit freundlichen Grüßen

Neuer Eigentümer"

Soviel zur Abstimmung hinsichtlich irgendwelcher Termine oder Fristen und der Möglichkeit zu derein Einhaltung. Meiner Versicherung war es natürlich nicht möglich, binnen vierunddreißig Stunden und sieben Minuten (24.08.2015, 13h52 – 25.08.2015, 23h59) alle Unterlagen eingehend zu prüfen! Der einzig wirklich im gegenseitigen Einvernehmen ausgemachte Termin war der Rückbau der PV-Anlage bis zum 30.09.2015.

Jedenfalls leitete ich das Gutachten umgehend an meine Versicherung zur Prüfung weiter. Der Rest ist bekannt.

Sollten Sie, Herr Terhooven, auf dieser Grundlage weiterhin die Einschätzung haben, dass das Vorgehen des neuen Eigentümers unrechtmäßig ist, was kann ich dann tun, um die Anlage von dessen Hof "aus der Geiselhaft befreien" zu können? Schließlich möchte mein Käufer so schnell wie möglich seine Anlage auf einem neuen Dach installieren, und jeder Tag ohne Einspeisung kostet Geld.

Gibt es eine Möglichkeit, so etwas wie eine einstweilige Verfügung zu erwirken? Oder kommen da Kosten auf mich zu, deren Höhe den gegenwärtigen Streitwert von rund 1700,-€ übersteigen, weshalb ich dann eben doch eher in den sauren Apfel beißen sollte? Eine Rechtsschutzversicherung habe ich nicht.

Vielen Dank für Ihre Mühen!!!









Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.10.2015 | 21:11

Sehr geehrter Fragesteller,

aus Ihrer Nachfrage ergibt sich für mich, dass der Eigentümer Sie konkret aufgefordert hatte, zu erklären, dass Sie für den Schaden verantwortlich sind und für die Kosten aufkommen werden.

Ich kann Ihren Ausführungen leider nicht entnehmen, dass Sie nach der Begutachtung durch den Dachdecker dem Eigentümer die Unsicherheit, ob Sie für den Schaden aufkommen werden, genommen hätten,

Daher dürfte die Beauftragung eines Gutachters zur Feststellung der Schadensursache angemessen gewesen sein.

Da Sie auch mehrfach angemahnt worden sind, eine entsprechende verbindliche Erklärung abzugeben, ist auch die Beauftragung eines Rechtsanwaltes eine sachgerechte Maßnahme zur Rechtsverfolgung,

Ich befürchte daher, dass Sie sowohl die Kosten für den Gutachter, als auch die Anwaltskosten werden tragen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Tervooren
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