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Nicht nachvollziehbare Heizkostennnachzahlung


12.12.2007 20:23 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau



Guten Tag,

ich habe bis Ende März 2006 in meiner alten Wohnung gewohnt. Nun ist die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2006 gekommen und ich soll für die Monate Januar bis März 2006 ca. 500 Euro Heizkosten nachzahlen.

Auch wenn man bedenkt, dass für diese drei Monate sehr viele Heizkosten anfallen, kommt mir der Betrag sehr hoch vor.

Hinzu kommt, dass ich schon Ende Januar ausgezogen bin, die Wohnung also im Februar und März leer stand.

An jedem Heizkörper befinden sich Zähler, es wird also über HKV Einheiten abgerechnet.

Für den Monat Januar 2006 haben sich ca. 2500 Einheiten ergeben. Für die Monate Februar / März haben sich ca. 500 Einheiten ergeben, auch wenn die Wohnung leer steht kommt es zu einem Verbrauch am Heizkörper, hat mir die Hausverwaltung erklärt.

Zum Vergleich im GESAMTEN Jahr 2005 hatte ich 1500 Einheiten verbraucht, im GESAMTEN Jahr 2004 hatte ich 3000 Einheiten verbraucht.

Deshalb stehen die Einheiten, verbraucht im Januar 2006, in keinem Verhältnis dazu.

Rein rechnerisch ist die Einzelabrechnung vom Wärmedienstanbieter (nach meiner Überprüfung)in Ordnung, ein Besuch beim Verbraucherschutzbund bestätigte mir dies. Hier sagte man mir, dass der Wert wirklich zu hoch sei, allerdings habe ich Belege mit Unterschriften vom Wärmedienstanbieter und vom zuständigen Hausmeister bezüglich der Zwischenablesung (Ende März 2006). Mein Hausverwalter hat sich mit der Abrechnung auch auseinander gesetzt, er ist der Meinung, dass die Abrechnung in Ordnung ist und ich deshalb den Betrag zu zahlen hätte, er hat auch beim Wärmedienstanbieter nachgefragt ob es möglich wäre, dass hier ein Fehler unterlaufen sei, die Antwort war, dass dies nicht möglich ist.

In der Verbraucherzentrale sagte man mir, es gäbe nur noch die Möglichkeit, rechtlich dagegen vorzugehen.

Bitte teilen Sie mir mit, ob es noch andere Möglichkeiten gibt und wenn nicht, wie die Chancen bei einem Prozess sind, diesen Streitfall zu gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.
Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt beantworten:

Grundsätzlich trägt die Beweislast "gegen" die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung der Mieter. Weichen einzelne Positionen erheblich vom vergleichbaren Vorjahreswert ab, z.B. um das Doppelte, gilt jedoch der sogenannte Anscheinsbeweis. In diesem Fall muss der Vermieter diese Abweichung gesondert begründen (vgl. AG Wedding, Urteil vom 25.04.2001 - 3 C 481/2001).

Sie können nun der Nebenkostenabrechnung widersprechen und Ihren Vermieter zur Begründung auffordern.

Die Frage, ob Ihre Abrechnung richtig oder falsch ist, kann im Zweifelsfall nur durch ein Gericht festgestellt werden. Wie ein solcher Prozess ausgeht - und somit zu Ihrer 2. Frage - kann man vorher - insbesondere ohne die konkrete Abrechnung zu kennen - nicht mit Sicherheit sagen. Um eine konkretere Prognose zu bekommen, empfehle ich Ihnen, sich an einen Rechtsanwalt in Ihrer Nähe (der sie dann ggf. auch vor Gericht vertreten kann) oder den örtlichen Betriebskostenhilfeverein wenden.

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, fragen Sie bei dieser vorher hinsichtlich der Übernahme der anfallenden Kosten an.

Ich hoffe, Ihnen mit der vorstehenden Antwort weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt
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