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Nicht mehr Kleinunternehmer - Dienstleistungen im Ausland.

11.02.2019 10:32 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

Ich habe im April 2008 einen Kleinunternehmer - einzelunternehmer erstellt. Aber ich hatte mich falsch eingeschätzt, und ich habe 20.000 Euro im 2018 an Einnahmen erzielt und damit das Limit überschritten. Nach dem, was ich verstehe, bin ich zeit Anfang 2019 nicht mehr kleinunternehmer und muss anfangen, Umsatzsteuer in meine Rechnungen zu legen, richtig?

Nun ist meine Frage wie folgt. Ich arbeite mit social media und Kundenservice für internationale Kunden, alles über Internet. Nach dem, was ich unter Reverse-Charge verstehe, sollte ich die Mehrwertsteuer nicht in meine Rechnungen schrieben, wenn ich an eine europäische Unternehmen die Rechnung stelle, aber ich muss diese eintragen, wenn ich es für eine Rechnung für ein privates Kunden schreibe, oder?

Wenn sich das Unternehmen nicht in Europa, sondern in den USA befindet, wie ändert sich die Rechnung?

Außerdem, muss ich seit Januar eine Umsatztvoranmeldung MONATLICH machen, richtig? und dann eine Zusammenfassende Meldung auch diese jeden Monat, richtig?

Schließlich benutze ich Plattformen wie UPWORK, um zu arbeiten, die mir helfen, Arbeit zu finden und als Vermittler zu fungieren. Die Platform bezahlt mich wöchentlich bezahlt, aber die Rechnungen, die ausgestellt werden, sind nicht ganz korrekt (sie enthalten keine Mehrwertsteuer usw.). Soll ich dann allen meinen Arbeitgebern eine monatliche Rechnung machen und sie Ihnen schicken?

Vielen Dank

Einsatz editiert am 11.02.2019 20:16:13

Einsatz editiert am 12.02.2019 10:30:22

Einsatz editiert am 12.02.2019 15:15:44
Eingrenzung vom Fragesteller
11.02.2019 | 11:29
13.02.2019 | 10:08

Antwort

von


(334)
Charlottenstr. 14
52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Ich sortiere Ihre Fragen mal ein wenig um.

Ihre Umsatzsteuervoranmeldung müssen Sie vorerst, da Ihr Unternehmen schon seit 2008 besteht in der Regelversteuerung, also vierteljährlich abgeben.

Die von Ihnen erbrachten Leistungen für gewerbliche Kunden und Endverbraucher möchte ich als sonstige Dienstleistungen i.S. des § 3a UStG einordnen. Das hat zur Folge, dass die Steuerbarkeit und ggf. die Steuerfreiheit sich nach dem Ort der Leistungserbringung richtet.

Nach § 3a UStG sind Ihre auf elektronischen Wege (Abs. 5) erbrachten sonstigen Leistungen gegenüber Verbrauchern im Inland und der EU am Wohnsitz des Verbrauchers erbracht worden, so dass hier die jeweilige Umsatzsteuer (Deutschland 19%, Frankreich 20% usw.) zu vereinnahmen und über eine Anmeldung über das sogenannte MOSS-Verfahren abzuführen ist.

Für Verbraucher in Drittländern (Schweiz, USA etc.) sind Ihre elektronisch erbrachten sonstigen Leistungen im Inland nicht steuerbar.
Dies trifft insoweit auch auf im Drittland ansässige Unternehmen zu.

Nur bei Unternehmen, die innerhalb der EU ansässig sind, Sie eine gültige Umsatzsteuer-ID nachweisen können, kommt das Umsatzsteuer-Reverse-Verfahren zur Anwendung. Einen entsprechenden Hinweis müssen Sie auf der Rechnung ausweisen. Der Ausweis einer Umsatzsteuer unterbleibt hier.
Der Umsatzsteuerausweis muss natürlich auch auf den Rechnungen in Drittländer unterbleiben (Die Leistung ist im Inland nicht steuerbar) .

Eine Zusammenfassende Meldung ist nicht erforderlich, da Sie nicht mit Waren handeln. Auf Nachfrage müssen Sie nur die Unternehmerschaft des Leistungsempfängers zum Zeitpunkt der Leistungserbringung nachweisen.

So Sie keine Betriebsstätte außerhalb Deutschlands unterhalten, ist die Anlage AUS nicht zu verwenden. Sämtliche Einkünfte sind ja Ihrer inländischen Unternehmung zuzuordnen.

Bei der Verwendung des Portals UPWORK kommt es Ihre dortige Vereinbarung an. So UPWORK hier nur als Vermittler auftritt und Sie ein direktes Vertragsverhältnis mit Ihren Auftraggebern eingehen, verweise ich auf die o.g. Ausführungen. So Sie aber Ihre Leistungen für die ihrerseits mit UPWORK in unmittelbaren Auftragsverhältnis stehenden Auftraggebern erbringen, wäre nur UPWORK als Ihr Auftraggeber anzusehen. Insoweit verweise ich aufgrund der Ansässigkeit von UPWORK auf die o.g. Drittstaatsregelung.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen




Rechtsanwalt Andreas Wehle

Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2019 | 10:34

Guten Tag,

Danke für die Antwort.
Das Unternehmen besteht zeit 2018 (nicht 2008!) Die regelversteuerung sollte nur ab dieses Jahr sein, Weill ich letztes Jahr (2018 - Jahr der Gründung) mehr als 17.500 Einkommen hatte.

So - wenn ich es gut verstanden habe:
1) Leistungen an EU-Unternehmer - Reverse Charge
2) Leistungen an EU- NICHT Unternehmer - Wohnsitz des Verbrauchers Umsatzsteuer über MOSS
3) USA - Überhaupt keine Umsatzsteuer? Oder muss ich die Steuern im Drittland bezahlen?
4) Fur Upwork muss ich oder muss ich nicht eine Rechnung and Jeden Kunde senden (und auf Punkte 1-2-3 achten)?
5) Wann passiert dass: "Soll Sie aber Ihre Leistungen für die ihrerseits mit UPWORK in unmittelbaren Auftragsverhältnis stehenden Auftraggebern erbringen, wäre nur UPWORK als Ihr Auftraggeber anzusehen."?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.02.2019 | 12:29

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Nachfragen aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Bezüglich der Regelversteuerung in der Umsatzsteuer und der damit verbundenen Verpflichtung zur Anmeldung Ihrer Umsatzsteuer, sollte Sie zur eindeutigen Klärung Ihr zuständiges Finanzamt bemühen.
In der Regel sind nur unmittelbare Gründungsunternehmen in den ersten 18 Monaten zur monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet. In dieser Zeit möchte das FA feststellen, ob die jährliche Umsatzsteuer entweder 1000 oder 8000 Euro über- oder unterschreitet. Da Sie aber nun schon fast ein Jahr tätig sind und bisher von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht hatten, könnte es sein, dass Sie hier unmittelbar zur vierteljährlichen Regelversteuerung angehalten werden.

1) Richtig, aber denken Sie bitte an die UST- bzw. VAT-ID
2) Richtig
3) auch richtig, nein Sie müssen keine USt in Drittländern bezahlen. Die Leistungsempfänger in Drittstaaten sind hier selbst gehalten (ausschließlich Unternehmer!) die eventuell anfallenden Steuern anzumelden und abzuführen
4) Wie gesagt, das hängt unmittelbar von Ihrer Vereinbarung mit UPWORK ab. Arbeiten Sie direkt nur für UPWORK und nicht für die Kunden, ein Indiz dafür könnte sein, wenn Sie von UPWORK keine spezifischen Kundendaten, wie Adressen, Steuerkennzeichen oder dergleichen erhalten, dann erteilen entweder Sie ausschließlich an UPWORK eine Drittlandsrechnung oder Sie erhalten umgekehrt von UPWORK eine entsprechende Abrechnung, auch ohne einen Umsatzsteuerausweis.
5) Sollten Ihre über UPWORK „vermittelten" Kunden, Ihre direkten Auftraggeber sein und Ihnen die entsprechenden Daten für eine ordnungsgemäße Rechnung (vgl. § 14 UStG ) vorliegen, dann sind Sie gehalten hier auch jedem Ihrer Kunden eine ordnungsgemäße Rechnung zu erteilen (wie unter 1, 2 oder 3 beschrieben).

Die Punkte 4 und 5 greifen so ein wenig ineinander.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen




Ergänzung vom Anwalt 15.02.2019 | 12:29

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ich möchte meine obige Antwort wie folgt berichtigen.

Nach meiner Recherche werden Sie bei Innereuropäischen Leistungen gegenüber Unternehmern leider doch dazu angehalten sein bis zum 25. des Folgemonats Ihrer eigentlichen (nicht per Dauerfristverlängerung) obliegenden Verpflichtung zur Umsatzsteuervoranmeldung (hier vierteljährlich, also jeweils bis zum 25.04., 25.07., 25.10. und 25.01) eine entsprechende Zusammenfassende Meldung zu erstellen.

Diese erst ermöglicht es den jeweiligen Steuerbehörden der EU Länder nachzuvollziehen, ob die entsprechenden Leistungsempfänger ihrerseits ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Anmeldung der reversen Umsatzsteuer nachgekommen sind. Dabei müssen Sie die entsprechenden Nettoumsätze des jeweiligen Vierteljahreszeitraumes den einzelnen VAT-IDs zuordnen.


Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


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