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Nicht genehmigter Ausbau in genehmigtem Gebäude - Wohngebäudeversicherung


| 04.02.2018 18:59 |
Preis: 28,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt



Wir möchten ein altes Bauernhaus erwerben. Seit etwa 1850 befindet sich das Objekt in Familienbesitz, die aufstehenden und nacheinander gebauten Gebäude (Wohnhaus, Stall, 2 Scheunen, Garage usw.) wurden immer genehmigt; alle Unterlagen (jeweils Zeichnung mit Stempel der Baubehörde usw.) fanden sich in der Bauakte. Von daher sind also alle Gebäude als solche genehmigt.

Allerdings weist das Wohngebäude heute im EG eine Wfl. von etwa 90 m², im OG etwa 50 m² auf, zzgl. Deele (30 m²), wobei sich in den alten Unterlagen nur die Räume im EG und die Deele auf einer Zeichnung mit Stempel "genehmigt" finden lassen. Eine Zeichnung mit Räumen im OG findet sich nicht, auch kein Bauantrag dafür o.ä.

Das Haus steht in NRW, Münsterland, baurechtlicher Außenbereich.


Zur Frage:
Wie verhält es sich mit der Wohngebäudeversicherung, wenn wir z.B. eine solche abschließen (oder die alte übernehmen bzw. auf die heutige Wfl.von 170 m² erweitern, da die jetzige Eigentümerin bei der Versicherung lediglich eine Gesamt-Wfl. von 120 m² angegeben hat) und die tatsächliche Wfl. von 170 m² dort angeben? Was geschieht im Schadensfall? Ist etwa bei einem Brand o.ä. gar nichts versichert o. dann nur der genehmigte Teil? Zahlt die Versicherung evtl. komplett gar nicht?

Wir bedanken uns für eine Antwort.

Einsatz editiert am 05.02.2018 11:47:51

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Sie sollten sich bei der Übernahme der bestehenden Versicherung zunächst die Unterlagen genau ansehen, insbesondere, ob hier der Verzicht auf eine Unterversicherung vereinbart wurde. Dann könnte es sein, dass die Versicherung dennoch voll zahlen muss.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es eher zu empfehlen ist, bei der Wohngebäudeversicherung die Angaben möglichst genau zu machen. Sie haben im Rahmen eines Versicherungsverhältnisses die Pflicht zu wahrheitsgemäßen Angaben. Sonst kann sich die Versicherung sogar darauf berufen, Sie hätten möglicherweise einen Betrug(sversuch) unternommen, in dem Sie die Angaben nicht wahrheitsgemäß gemacht haben und so gar nichts leisten. Dann müsste im Rahmen eines sicherlich langwierigen Gerichtsprozesses geklärt werden, ob eine komplette Leistungsverweigerung rechtmäßig wäre. In Einzelfällen gibt es Entscheidungen, die die Versicherung von ihrer Leistungspflicht freistellt, wenn unwahre Angaben gemacht wurden. Doch auch bei einer nur prozentualen Leistung wäre die weniger zu zahlende Prämie für eine Versicherung mit geringeren Quadratmeterzahlen sicherlich außer Verhältnis stehend zu einer vollen Leistung unter wahrheitsgemäßen Angaben. Ob die Versicherung teilweise oder gar nicht oder vollständig leistet, kann hier so pauschal nicht beantwortet werden, da man hier auch die einzelnen Klauseln des Versicherungsvertrages prüfen müsste, was im Rahmen einer online Beratung so nicht möglich ist. Dies ändert jedoch nichts an meiner ausgesprochenen Empfehlung.

Die Tatsache, dass es sich um einen möglicherweise nicht genehmigten Anbau aus längst vergangenen Zeiten handelt, spielt hier für den Abschluss der Versicherung und die zu machenden Angaben keine Rolle.

Ich kann nach alledem nur empfehlen, dass Sie den Hauskauf zum Anlass nehmen, entweder bei der bestehenden Versicherung die Angaben wahrheitsgemäß zu aktualisieren oder bei Abschluss einer neuen eigenen Versicherung dies entsprechend zu tun. Ein Verschweigen oder Nichtstun steht sicherlich in keinem Verhältnis zu einem etwaig im Schadensfall zu erwartenden Streit mit der Versicherung.

Ein gangbarer Weg ist es sicherlich auch, mit einem Versicherungsvertreter vor Ort eine Begehung zu machen und die Einzelheiten genau zu klären.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Draudt
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 06.02.2018 | 10:26

Guten Morgen Frau Draudt,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre präzise und für den Laien klar formulierte Antwort. Dennoch habe ich einige kruze Rückfragen dazu.

Mir erscheint Ihr abschließender Vorschlag am sinnvollsten, mit einem VErsicherungsvertreter vor Ort alles wahrheitsgemäß zu besprechen. Wäre folgendes Vorgehen recht rechtssicher hinsichtlich einer Prävention möglicher Leistungsverweigerung im Schadensfall?:

- Vort-Ort-Begehung mit Versicherungsvertreter
- Lichtbilder EG, OG, Deele usw. für die Versicherungsakte aushändigen und dies bestätigen lassen (Kopie+Unterschrift)
- Bauzeichnungen EG und Deele (darauf handschriftlicher Vermerk, dass sich für das OG keine Bauzeichnung in der Bauakte befindet) für die Versicherungsakte aushändigen; ebenfalls mit Bestätigung des Vertreters (Kopie+Unterschrift)
- Abschluss der Versicherung über den gesamten (heute real existierenden/genutzten) Wohnraum, auch wenn das OG weiterhin ungenehmigt (beziehungsweise nicht nachweisbar genehmigt) bleibt mit Unterversicherungsverzicht

Im Voraus danke ich Ihnen für eine Rückmeldung dazu und verbleibe mit freundlichem Gruß!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.02.2018 | 12:47

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage möchte ich mitteilen, dass diese Vorgehensweise gut ist. Sie beabsichtigen ja, alles wahrheitsgemäß mit dem Versicherungsvertreter zu besprechen. Ich gehe dabei davon aus, dass Sie auf die Differenz in der Fläche explizit hinweisen werden. Die schriftliche Bestätigung hierüber wäre noch gut.

Mit freundlichen Grüßen
Draudt
Rechtsanwältin


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Bewertung des Fragestellers 06.02.2018 | 21:59


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