Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nicht erfolgte Herausgabe von Kostümen nach Videoauftrag

18.11.2021 13:21 |
Preis: 48,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Ich habe bei einem Produzenten ein Video in Auftrag geben und Ihm für das Video Kostüme zur Verfügung gestellt.
Das Paket mit den Kostümen wurde allerdings zu spät zugestellt, das Video aber nach Rücksprache ohne die Kostüme produziert und mir zur Verfügung gestellt wurde.
Daraufhin ist dieser Mailverlauf mit dem Produzenten entstanden:

Produzent:
"Hallo
Das Paket ist angekommen. Ich werde es erst mal nicht öffnen.
Bitte 100 Euro Verwaltungsgebühr schicken, dann lagere ich die versichert ein Jahr bei mir ein. Ansonsten entsorge ich das kostenpflichtig."

Ich:
"Für den Rückversand bieten wir an einen Abholauftrag bei DHL zu erstellen.
Bitte nenne uns hierzu einen Tag, für welchen wir den Auftrag erstellen sollen.
Alternativ senden wir Dir ein frankiertes Rücksendelabel zu."

Produzent:
"Meine Zeit ist nicht umsonst. Schon gar nicht für unnützen, von Euch verschuldeten Verwaltungsaufwand.
Es reicht nicht, mir die Versandkosten zu erstatten oder einen Rückholauftrag einzustellen.
Ich nenne gar nichts umsonst. Ihr werdet für jede Minute meiner Zeit die ihr verschwendet zahlen.
Der Dienstag ist bald um. Wenn um 24 Uhr keine Screenshot der Überweisung da ist, kommen die Sachen in den Müll.
Meinen Zeitaufwand stelle ich dennoch in Rechnung."

Daraufhin habe ich versucht den Produzenten telefonisch sowie per WhatsApp zu erreichen, was mir leider nicht gelungen ist.

Wie soll ich hier am besten weiter vorgehen?
Kann der Produzent eine "Verwaltungsgebühr" im Nachhinein fordern ohne das dies im Vorfeld besprochen war?
Was kann ich machen, wenn er die Kostüme tatsächlich entsorgt?

Die Kostüme hatten einen Herstellungswert von etwas 500,-.
Leider habe ich nicht mehr von allen Kostümteilen eine Rechnung.

Bei dem Produzenten handelt es sich um eine Privatperson, die bereits 2 Videos für mich produziert hat bei denen es keine Diskussionen oder Beanstandungen gab.

Vielen Dank für die Hilfe
Mit freundlichem Gruß
Peter Gatzweiler

18.11.2021 | 15:07

Antwort

von


(1945)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Entsorgung der Kostüme wäre rechtswidrig und der Produzent würde sich schadensersatzpflichtig machen. Im Einzelnen:
Sie haben hier für die Bewältigung der Rücksendung Sorge getragen, indem Sie dem Produzenten zwei verschiedene Angebote unterbreitet haben.
Natürlich kann man drüber nachdenken, einen Aufwendungsersatz für den Produzenten für die Verwahrung zu konstruieren, aber das müsste der erst einmal nach Grund und Höhe nachweisen, unter Berücksichtigung folgender gesetzlicher Regelung:
Eine Vergütung für die Aufbewahrung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Aufbewahrung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Das scheidet hier aber aus, da es keine Vereinbarung dieser Art gibt. Denn man könnte auch unabhängig von einem Verwahrungsvertrag einen Aufwendungsersatzanspruch konstruieren.

Im Ergebnis ist es aber gleich:
Macht der Verwahrer zum Zwecke der Aufbewahrung Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Hinterleger zum Ersatz verpflichtet.
Entspricht die Übernahme der Geschäftsführung dem Interesse und dem wirklichen oder dem mutmaßlichen Willen des Geschäftsherrn [von Ihnen], so kann der Geschäftsführer [Produzent] wie ein Beauftragter Ersatz seiner Aufwendungen verlangen. Letzteres gilt bei einem Fall der Geschäftsführung ohne Auftrag, was ich hier eher als ein Verwaltervertrag annehmen, wobei es einen praktischen Unterschied nicht gibt.

Aber 100 € pauschal halte ich für überzogen.

Schließlich hatten Sie einen Vertrag, auch wenn er zu spät erfüllt wurde.
D.h. aber auch, selbst wenn die Kostüme nutzlos waren, dass sie für einen kurzen Moment nach der Produktion hätten aufbewahrt werden müssen und auch für diesen Fall nichts hätte geltend gemacht werden können.
Gut, man kann natürlich sagen, jetzt hat man die Kostüme gar nicht gebrauchen können, aber ich halte Ersteres für schlüssiger: so oder so hätte man für einen kurzen Moment die Kostüme vor der Rücksendung verwahren müssen.
Ein besonderes Entgelt dafür oder ein Aufwendungsersatz ist mithin nicht geschuldet.
Das würde ich dem Produzenten schreiben.
Und dann würde ich ihn auffordern, unverzüglich für eine Rücksendung der Kostüme zu sorgen.

Die entsprechenden Angebote haben sie ihm ja bereits auf Ihre eigenen Kosten unterbreitet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

ANTWORT VON

(1945)

Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Erbrecht, Miet- und Pachtrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Baurecht, Verwaltungsrecht, Ausländerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 95103 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klasse Beratung, sehr schnelle Reaktion. Immer wieder gern. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
War sehr zufrieden mit dem Rat. Vielen Dank dafür. ...
FRAGESTELLER